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Ex-"In Extremo" stirbt bei Corona-Demo - natürlicher Tod

Boris "Yellow" Pfeiffer stand 24 Jahre mit der Mittelalter-Band "In Extremo" auf der Bühne. Nun ist der 53-Jährige am Rande einer Corona-Demo gestorben.

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Boris "Yellow" Pfeiffer (links) ist offenbar am Rande einer Corona-Demonstration gestorben.
Boris "Yellow" Pfeiffer (links) ist offenbar am Rande einer Corona-Demonstration gestorben. © Tobias Hase/dpa

Wandlitz. Der 53-Jährige, der am Montag am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Politik in Wandlitz (Brandenburg) zusammengebrochen war, ist danach an einer natürlichen Todesursache gestorben. Dies habe die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion ergeben, teilte das Polizeipräsidium Brandenburg am Donnerstag mit.

Bei dem Mann handelte es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um den Musiker Boris Pfeiffer. Der 53-Jährige war langjähriges Mitglied der Mittelalter-Rockband "In Extremo". Im Mai vergangenen Jahres hatte er sich aber von der Band getrennt, um eigene Wege zu gehen. Die "Märkische Oderzeitung" hatte zuerst über den Tod des Pfeiffers berichtet.

Auf ihrer Facebook-Seite zeigten sich "In Extremo" bestürzt. "24 Jahre gemeinsam auf der Bühne waren mehr als nur ein Moment", schreiben die Musiker. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie! Wir hoffen, dass es Dir gut geht wo Du jetzt bist!"

53-Jähriger brach zusammen

Der 53-Jährige hatte nach Angaben der Polizei am Montagabend bei der Demonstration eine Polizeikette durchbrechen wollen. Polizisten stoppten ihn und stellten seine Personalien fest. Danach habe er seinen Weg fortsetzen können. Kurz darauf sei der Mann auf dem Weg zu seinem Auto zusammengebrochen, sagte eine Polizeisprecherin. Er starb wenig später im Krankenhaus.

Nach den bisherigen Erkenntnissen habe die Polizei keine unverhältnismäßige Gewalt eingesetzt, hieß es in der Mitteilung des Präsidiums. Bei der Internetwache der Polizei Berlin sei eine Strafanzeige gegen die Polizei zu diesem Sachverhalt eingegangen. Diese sei zur weiteren Bearbeitung an das Fachkommissariat Amtsdelikte des Brandenburger Landeskriminalamts weitergeleitet worden.

200 Menschen bei unangemeldeter Corona-Demo

An der unangemeldeten Versammlung am Montag auf der Prenzlauer Chaussee beteiligten sich laut Polizei rund 200 Menschen. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben versucht, den Aufzug zu stoppen, nachdem sie über Lautsprecherdurchsagen die Demo für aufgelöst erklärt hatte, die Teilnehmenden jedoch nicht reagierten.

"Ich bedauere diesen tragischen Unglücksfall zutiefst und spreche den Angehörigen und Hinterbliebenen mein tiefes Mitgefühl aus", sagte der Bürgermeister von Wandlitz, Oliver Borchert, am Dienstag. "Das Recht, sich friedlich und ohne Waffen unter freiem Himmel zu versammeln ist zweifelsohne ein Grundrecht jedes Deutschen. Ich appelliere aber an die ganz offensichtlich vorhandenen Organisatoren, die Kundgebungen anzumelden und einen Versammlungsleiter zu benennen."

Die Corona-Pandemie fordere allen viel ab. Borchert dankte allen, die sich vorbildlich solidarisch verhielten und die mit Gemeinschaftssinn zusammenstünden. (SZ/mja/hek/dpa)