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Geblitzt mit Maske – und dann?

Mancher lässt die Mund-Nasen-Bedeckung im Auto auf, obwohl das eigentlich nicht vorgesehen ist. So gehen die Ämter mit dem Thema um.

Mit Maske im Auto? In vielen Fällen braucht es das gar nicht unbedingt.
Mit Maske im Auto? In vielen Fällen braucht es das gar nicht unbedingt. © dpa

Riesa. Gut einen Monat ist Riesas neue Blitzer-Technik inzwischen im Dienst. Der Start fällt in eine Zeit, in der im Straßenverkehr hin und wieder ein Phänomen zu sehen ist, das mit der Corona-Situation zu tun hat: Autofahrer mit Masken.

Riesas Ordnungsamtsleiter Sebastian Fleck hat den Eindruck, dass es häufiger ältere Menschen sind, die ihre Mund-Nasen-Bedeckung beim Autofahren auflassen. Aber auch jüngere Fahrer tragen Maske, zeigt ein Blick hinter die Frontscheiben an Riesaer Hauptverkehrsadern. 

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Verhüllungs-Verbot in der StVO

Gewollt sind Verschleierungen am Steuer vom Gesetzgeber allerdings nicht – um Fahrer im Fall des Verstoßes gegen Verkehrsregeln identifizieren und bestrafen zu können. "Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist", heißt es in Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung.  Eine Ausnahme gibt es für Motorradfahrer, für die eine Helmpflicht besteht. Wer sich indes als Autofahrer verhüllt, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro.

In einem gewissen Widerspruch dazu scheinen aktuelle Infektionsschutzregeln zu stehen. So sieht die Corona-Schutz-Verordnung vor, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Personenbeförderung wie Taxis oder Fahrdiensten Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden sollen – von "Nutzern". Eine Pflicht für die Fahrer sieht man bei der Taxigenossenschaft in Riesa nicht. Ihnen sei das Masketragen freigestellt, sagt der Vorsitzende Frank Dill. 

Sollte ein Taxifahrer Maske tragen und geblitzt werden, sei es wegen des Fahrtenbuchs kein Problem, denjenigen zu ermitteln, sagt Ordnungsamts-Chef Sebastian Fleck. Anders hingegen könne es bei normalen Autofahrern sein.

Maske macht Ermittlungen schwieriger

Grundsätzlich sei egal, ob der Mensch hinterm Steuer eine Maske auf hat oder nicht: Wird ein Fahrzeug  geblitzt, laufe das Bußgeldverfahren wie üblich ab, erklärt das Ordnungsamt. Sprich: Der aufgrund des Kennzeichens ermittelte Fahrzeughalter bekommt den Bußgeldbescheid zugestellt und kann sich erklären.

Wenn sich ein Fahrer wegen des durch Mund-Nasen-Schutz verhüllten Gesichts nicht ermitteln lässt, kann dem Fahrzeughalter auferlegt werden, künftig ein Fahrtenbuch zu führen. Ob so eine Sanktion allerdings vor einem Gericht Bestand hätte, daran hegen manche Juristen Zweifel. 

Der Versicherung Ergo verweist in einer Hilfestellung zum Thema darauf, dass Autofahrer in der Regel keinen Mundschutz beim Autofahren brauchen, da kaum Ansteckungsgefahr im Auto bestehe, wenn man solo fährt. Wer mit fremden Beifahrern unterwegs sei und Maske trage, solle darauf achten, dass wesentliche Gesichtszüge wie die Wangen- und Kinnpartie erkennbar seien. Brillenträgern wird geraten, auf klare Sicht zu achten.  Im Falle eines Unfalls könne es sonst eine Mithaftung geben.

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Auch Riesas Polizeirevier-Chef Andreas Wnuck weist auf die Unfallrisiken hin, die sich aus dem  Tragen von Mund-Nasen-Schutz am Steuer ergeben können. So könne die Maske verrutschen und dadurch das Sichtfeld beeinträchtigen. Als allzu großes Problem sieht er das Phänomen bisher nicht. Ein Fall, in dem sein Revier Mund-Nasen-Schutz tragende Autofahrer mit einem Bußgeld belegt habe, sei ihm nicht gegenwärtig.

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