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Sachsen baut 13 Corona-Impfzentren auf

Die Impfzentren sollen überall in Sachsen ab Mitte Dezember bereit sein. Die genauen Standorte werden nicht verraten - aus Sicherheitsgründen.

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Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) besichtigt das künftige Impfzentrum Leipzig auf der Leipziger Messe.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) besichtigt das künftige Impfzentrum Leipzig auf der Leipziger Messe. © sächsische zeitung

Leipzig. Sachsen hält an der geplanten Fertigstellung der Corona-Impfzentren Mitte Dezember fest, auch wenn sich Zulassung und Lieferung des Impfstoffes noch verzögern. Ab 15. Dezember solle in jedem Landkreis und jeder der drei kreisfreien Städte ein Impfzentrum arbeitsfähig sein, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag beim Besuch des Leipziger Zentrums auf dem Messegelände der Stadt.

Zu den stationären Impfzentren sollen in jedem Kreis noch einmal ein mobiles Impfteam kommen, die Hausbesuche machen. Betrieben werden die Zentren gemeinsam von dem Deutschen Roten Kreuz und der Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Zentren seien "ein Stück der Hoffnung, die wir mit der Zukunft verbinden" sagte Köpping. Sachsen ist derzeit das Land mit den höchsten Infektionsraten bundesweit. Die Landesregierung hat deswegen einen harten Shutdown ab Montag angekündigt. Schulen, Kitas und viele Geschäfte müssen schließen.

Wertvoller Impfstoff

"Wir wollen den Menschen nicht nur sagen, dass es nochmal ganz schwierig wird, sondern dass wir auch Hoffnung haben", sagte Köpping. Ziel sei, dass das Impfen sofort beginnen könne, wenn die Impfstoffe vom Bund geliefert würden. Die Impfungen sollen dann nach dem Plan ablaufen, den die Ständige Impfkommission (STIKO) jetzt vorgelegt hat. Demnach sollen die verletzlichen Gruppen wie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal zuerst geimpft werden.

Das Leipziger Impfzentrum belegt eine halbe Messehalle. Der Freistaat Sachsen hat die Fläche angemietet. Das Deutsche Rote Kreuz kümmert sich um die Einrichtung. Das soll auch in den anderen 12 Impfzentren so sein.

Deren genaue Orte gibt das Ministerium noch nicht bekannt. Noch seien nicht alle Verträge unterschrieben, hieß es. In einer Mitteilung sprach das Ministerium jedoch von "Sicherheitsgründen". Der Corona-Impfstoff ist ein wertvolles Gut - und wird auch so behandelt.

Wie werden die Termine vergeben?

Das Impfen werde eine Woche nach Ankunft des Impfstoffes beginnen. Die Beschaffung von 1,2 Millionen durch den Freistaat ausgeschriebenen Spritzen und Kanülen läuft bereits. Erste Lieferungen sind auch schon eingetroffen und vorrätig. Täglich sollen 13.000 Menschen in den stationären Zentren geimpft werden können.

In Leipzig könnten es theoretisch 1.600 Menschen täglich sein, oder mehr: Das Zentrum lässt sich auch noch vergrößern. Zu Beispiel durch mobile Impfteams für Pflegeeinrichtungen. Die Impfung wird für alle Menschen kostenlos sein. Für die Terminvergabe wird ein Buchungssystem eingerichtet.

Bei der Frage, wer zuerst geimpft werden soll, will der Freistaat den Empfehlungen des Deutschen Ethikrates folgen. Risikofaktoren wie hohes Lebensalter und Vorerkrankungen spielen eine entscheidende Rolle. Weiterhin prioritär zu impfen seien diejenigen, die Coronavirus-Erkrankte versorgen und sich dabei selbst einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen, also beispielsweise Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. (dpa mit mxh)