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Kein Bauernmarkt zum Ende der Saison im Kloster Buch

Die Absage ist dem Förderverein schwergefallen. Schon im Laufe des Jahres mussten Veranstaltungen ausfallen. Wie wirkt sich das auf die Bilanz 2021 aus?

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Der Bauernmarkt im November ist der letzte in diesem Jahr im Kloster Buch gewesen. Den weihnachtlichen Dezembermarkt sagen die Mitglieder des Fördervereins ab und begründen dies mit den hohen Corona-Infektionszahlen.
Der Bauernmarkt im November ist der letzte in diesem Jahr im Kloster Buch gewesen. Den weihnachtlichen Dezembermarkt sagen die Mitglieder des Fördervereins ab und begründen dies mit den hohen Corona-Infektionszahlen. © Dietmar Thomas

Leisnig. In zwei Wochen gehen im Kloster Buch die Lichter aus – zumindest für dieses Jahr und diese Besuchersaison. Die letzte Veranstaltung, die 2021 im Kalender gestanden hätte, ist der Abschluss-Bauernmarkt. Doch den mussten die Mitglieder des Fördervereins genauso absagen wie die Abendführung zu Monatsbeginn.

„Die Bauernmarktabsage ist uns sehr schwergefallen“, gibt Projektkoordinatorin Rica Zirnsack zu. Auch die Händler hätten dies bedauert, sagt sie. Die meisten hat Rica Zirnsack selbst angerufen, um ihnen die schlechte Nachricht zu überbringen. Viele hatten sich schon auf den Markt eingestellt und ihre Waren entsprechend kalkuliert.

Einige Händler planen Sonderaktionen

„Einige wollen Sonderaktionen und -verkäufe starten“, gibt Rica Zirnsack wieder, was sie von den Partnern erfahren hat. Wer also Stammkunde bei Händlern sei und auf liebgewordene Zutaten nicht verzichten wolle, für den lohne sich mitunter ein Blick auf die Internetseiten der Direktvermarkter.

Für den Förderverein selbst ist die Absage eine Medaille mit zwei Seiten. Zum einen hat der Vorstand des Vereins im Moment akute Personalprobleme und hätte den Markt nur unter größten Schwierigkeiten absichern können – wenn überhaupt. Zum anderen muss der Verein Einnahmen abschreiben, die zu einer relativ festen, planbaren Größe geworden sind.

Neue Strategie durch Corona

Weil Personal insgesamt knapp ist und Besucherzahlen auf diese Weise besser überschaubar sind, ist der Verein bereits im vorigen Corona-Jahr dazu übergangen, bei den Bauernmärkten statt der Parkgebühr von Erwachsenen Eintritt zu kassieren. Damit erklärt Rica Zirnsack, weshalb der finanzielle Einbruch trotz einiger Veranstaltungsabsagen für den Förderverein nicht bedrohlich ist.

„Es gab einige besonders gute Märkte und auch Veranstaltungen mit vielen Gästen“, sagt Sabine Patzelt, die fürs Veranstaltungsmanagement zuständig ist. Mehrere hundert Neugierige hätten an Führungen teilgenommen, die kreativen Ferientage würden sich weiter etablieren und seien gut besucht. Auch bei den Ausstellungseröffnungen sei der Besucherzuspruch gut, schätzt Sabine Patzelt ein.

Weil krankheitsbedingt einiges liegengeblieben ist, kann sie im Moment noch nicht sagen, wie viele Besucher 2021 ins Kloster gekommen sind. Fest steht aber schon: Die Zahlen vor der Pandemie sind unerreicht. Waren es bis 2019 jedes Jahr weit mehr als 40.000 Gäste, so ist die Besucherzahl im Corona-Jahr 2020 um die Hälfte zurückgegangen.

Ähnlich wird wahrscheinlich auch die Bilanz für 2021 ausfallen, vermutet Sabine Patzelt. Die Auflistung vor den Mitgliedern steht noch aus. Auch deren Jahreshauptversammlung im November musste aus Gründen des Infektionsschutzes abgesagt werden.

Kunsthandwerkermarkt noch mit Fragezeichen

Die Entwicklung der Pandemie und die Regelungen dazu werden bestimmen, wie es im Kloster Buch weitergeht. Zunächst hat Rica Zirnsack für die Mitarbeiterschaft Kurzarbeit beantragt.

Zwischen dem 22. Dezember und Anfang Januar bleibt das Kloster ohnehin geschlossen. Dann, so die Planungen, werden die Mitarbeiter immer mal wieder stundenweise im Büro sein, Anfragen per Mail beantworten und die neue Saison vorbereiten.

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Die soll 2022 mit einer Ausstellungseröffnung starten. Noch im Winter gibt es – wenn es die Corona-Situation erlaubt – den Kunsthandwerkermarkt und am 12. März den ersten Bauernmarkt.

Außerdem wird im Laufe der Saison das restaurierte Abtzimmer eröffnet und für Besucher freigegeben. Damit will der Förderverein nicht zuletzt an die Klostergründung vor 930 Jahren erinnern.

Verein hat wieder viel Unterstützung bekommen

Dass der Verein auch das zweite, teilweise an die Substanz der Mitarbeiter gehende Corona-Jahr bewältigt hat, führt Rica Zirnsack unter anderem auf treue Besucher und Unterstützer unterschiedlicher Art zurück.

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Hilfe kam zum Beispiel vom Deutschen Verband für Archäologie. Damit konnte eine coronabedingte Hygiene-Forderung erfüllt und eine Geschirrspülmaschine im Gastronomiebereich im ehemaligen Kuhstall angeschafft sowie die dafür nötige Wasserleitung verlegt werden.