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Was der Ministerpräsident in Haselbachtal verspricht

Michael Kretschmer stellte sich den Fragen der Einwohner. Dabei ging es vor allem um ein Thema.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte sich am Donnerstagabend in der Gemeinde Haselbachtal den Fragen der Zuhörer.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte sich am Donnerstagabend in der Gemeinde Haselbachtal den Fragen der Zuhörer. © Matthias Schumann

Haselbachtal. Das Thema Corona bewegt die Menschen - egal ob Firmenchef, Vereinsmitglied, Gemeinderat oder Kommunalpolitiker. Bei einem Gespräch von  Bürgern mit Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstagabend im Haselbachtaler Ortsteil Reichenbach unter dem Slogan "MP direkt" zog sich die aktuelle Situation durch den gesamten Abend. Und eines war deutlich zu spüren: Die Menschen sorgen sich, wie es in Zukunft weitergeht. 

Doch bevor die Veranstaltung starten konnte, hieß es für die etwa 50 geladenen Gäste erst einmal anstehen - auch wegen Corona. So wurden von allen Teilnehmern die persönlichen Daten erfasst. Außerdem mussten sie Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand beantworten. Geduld war also gefragt. Diese brauchten die Teilnehmer dann auch zu Beginn der Gesprächsrunde, denn Bürgermeisterin Margit Boden (parteilos) stellte dem Ministerpräsidenten zuerst die Gemeinde vor - Fakten, die die meisten der Anwesenden kennen.

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Eigenverantwortung der Bürger gefordert

Überhaupt gestaltete sich die erste Hälfte des Abends nur als Gespräch zu dritt, neben Michael Kretschmer stand auch Landrat Michael Harig (CDU) auf dem Podium. Denn Bürger, Vereine oder Firmen sollten bereits im Vorfeld an die Bürgermeisterin Fragen schicken, die diese dann an die Staatskanzlei weiterleitete. Um diese Fragen ging es im ersten Teil des Abends.  Vor allem eines wurde deutlich: Allen brannte die Frage unter den Nägeln, wie es mit Corona weitergeht.

Kretschmer betonte dabei den sächsischen Weg. "Es ist eine besondere Zeit, und wir müssen versuchen,  gesellschaftliches wie wirtschaftliches Leben weitestgehend zu ermöglichen", so der Ministerpräsident. Aber er betonte auch, dass dies nur geht, wenn die Menschen Verantwortung übernehmen. "Zur Freiheit gehört auch Eigenverantwortung", sagte er.

Von den Bürgern kamen aber auch ganz direkte Fragen. Zum Beispiel: Wenn das Kind hustet, ist das Grippe oder Corona? Wie reagieren die Kitas, wie sollen sie reagieren? Auch hier rief Kretschmer zur Besonnenheit auf. Eine laufende Nase oder leichter Husten seien nicht Corona, da müsse schon Fieber dazukommen. "Und da würden Eltern ihre Kinder ja sowieso nicht in die Kita schicken", äußerte er. 

Suche nach Lösungen für Weihnachten

Auch im direkten Bürgergespräch im zweiten Teil der Veranstaltung ging es, neben vielen anderen Themen, um die Pandemie. Pfarrer Raik Fourestier blickte schon zehn Wochen voraus. Dann ist Weihnachten, und der Pfarrer fragte den Ministerpräsidenten nach seinem Wunsch im Umgang mit dem Fest in dieser schwierigen Zeit.

Kretschmer betonte, dass man gerade jetzt nicht die Freude am Leben verlieren solle. Dazu gehöre zu Weihnachten eben auch der Besuch eines Gottesdienstes oder eines Weihnachtsmarktes. Wichtig sei, dass die Familien zusammenkommen. Die Kirchen müssten nach Lösungen für das Fest suchen, vielleicht mehr Gottesdienste anbieten, damit sich die Personenzahl verringert, oder auch individuelle Veranstaltungen organisieren.

Sebastian Boden, ein Teilnehmer des Treffens, wollte dem Ministerpräsidenten das Versprechen abringen, einen erneuten Lockdown in Sachsen zu verhindern. "Beim ersten Mal wurde genug Schaden angerichtet", so Boden. Und er sehe auch das Problem, dass es keine Ausstiegsszenarien aus den corona-bedingen Einschränkungen gebe. Michael Kretschmer zeigte sich davon überzeugt, dass dabei die Impfung eine zentrale Rolle spiele. Und er versprach: "Ich werde alles tun, dass wir keinen erneuten Lockdown bekommen." 

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