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Messepark Löbau: "Die Lage ist ernst"

Kurzarbeit, verschobene Konzerte und fehlende Einnahmen statt jubelnder Fans. Veranstalter wie Thomann tüfteln jedoch an neuen Ideen - auch für Neugersdorf.

So kennen und lieben ihn die Fans: Nik P. will auch in diesem Jahr nach Löbau kommen. Noch ist das Konzert nicht abgesagt.
So kennen und lieben ihn die Fans: Nik P. will auch in diesem Jahr nach Löbau kommen. Noch ist das Konzert nicht abgesagt. © Archivfoto: Maximilian Helm

Ullrich Wustmann sagt es klar und deutlich: "Die Lage ist ernst! Wir können nicht vermieten, haben keinerlei Einnahmen", sagt der Geschäftsführer des Messe- und Veranstaltungsparks Löbau. Auch wenn auf der Internetseite noch nicht über allen Konzerten und Shows für dieses Jahr ein rotes "Verschoben"-Banner prangt, so hat Wustmann wenig Hoffnung, dass es in diesem Jahr noch viele geben wird. "Und ich gehe davon aus, dass sich bis Ende Januar nicht viel an der Lage ändert", sagt er auf SZ-Nachfrage und meint damit vor allem die Corona-Regularien wegen der steigenden Fallzahlen, die Konzerte und andere größere Veranstaltungen derzeit nahezu unmöglich oder mindestens unwirtschaftlich machen.

Dass noch nicht alle Veranstaltungen bis Jahresende abgesagt sind, liegt an den jeweiligen Veranstaltern, erklärt Wustmann: "Wir vermieten nur die Hallen, ob ein Konzert verschoben wird, entscheiden wir nicht." Und so steht eine offizielle Abkündigung bei einigen Stars noch aus. Für das Konzert mit Nik P. am 28. November - seit Jahren Kult in Löbau - ist aber inzwischen ein Ersatztermin anberaumt: "In einem Jahr", erklärt Veranstalter Joseph Thomann auf SZ-Nachfrage. Bei den Kastelruther Spatzen, die am 3. Dezember nach Löbau kommen sollen, und den Amigos, die am 16. Dezember mit ihrer 50-Jahre-Jubiläums-Tour erwartet werden, ist die Entscheidung noch nicht gefallen: "Das soll am 6./ 7. November geschehen", sagt Thomann und macht dabei klar: "Die Konzerte sind beide gut verkauft und ich würde sie gern durchführen - auch bei einer maximalen Zuschauerzahl von 999." Derzeit gilt im Kreis Görlitz allerdings eine Obergrenze von maximal 100 Gästen bei öffentlichen Veranstaltungen.

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Notbesetzung für den Messepark

Wie schmerzhaft es ist, eine Veranstaltung abzusagen, weiß die Messepark GmbH genau. Neben der Konventa hat man sich kurzerhand auch für die Absage der eigenen Landwirtschaftsausstellung samt Robert-Oettel-Schau am Reformations-Wochenende entschieden. "Dabei hatten wir im Sommer mit der Entspannung der Lage wieder Hoffnung gewonnen", sagt Wustmann. Im Oktober gab es immerhin noch die Baumesse und den Kreativmarkt - und damit Arbeit für die insgesamt sieben Mitarbeiter. Nun jedoch befinden sich die Angestellten zum Großteil wieder in Kurzarbeit. "Unsere Mitarbeiter halten derzeit einen Notbetrieb am Laufen, schauen in ihr Postfach, beantworten Fragen", erklärt der Geschäftsführer. Einige wenige Tagungen, die geplant waren, wird es wohl noch geben, denn da könne man die Abstände ja gut einhalten, schätzt Wustmann, der sich zu den Einbußen nicht mit Zahlen äußern will. Aber das Kulturprogramm in der Messehalle und in der Löbauer Johanniskirche wird es wohl so nicht geben.

Das weiß auch der Bamberger Joseph Thomann, der Löbau als "mein Kind" betrachtet, weil er es nach der Gartenschau "mit aufgebaut" habe. Deshalb sucht er nach Lösungen: "Wir prüfen derzeit, ob man eine Bühne vor der Blumenhalle installieren kann, um dort verstärkt Konzerte im kommenden Jahr stattfinden zu lassen", sagt er. An der frischen Luft gelten auch bei Corona andere Regeln als in geschlossenen Räumen. Nik P. könnte also vielleicht im Freien zusätzlich auch im Sommer auftreten. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Weiter ist Thomann bereits für eine andere "Location": Der Neugersdorfer Pavillon verfügt über eine überdachte Open-Air-Bühne, die Thomann am Tag der Einheit kurz entschlossen mit einem Auftritt des argentinischen Schlagersängers Semino Rossi getestet hat. Thomann war mit Veranstaltungsort, Programm und Wetter äußerst zufrieden - und würde im kommenden Jahr gern zwei, drei Veranstaltungen dort machen.

Test-Konzert mit Semino Rossi

Dann aber gern auch mit mehr Zuschauern, denn da war bei Semino Rossi am Tag der Einheit noch Luft nach oben. Warum? Weil man für Werbung und Kartenverkauf ein Jahr Vorlauf brauche, sagt Thomann. Aber diese Zeit fehlt den Veranstaltern - und vor allem das Weihnachtsgeschäft, in dem Thomann nach eigenen Angaben normalerweise rund 60 Prozent seiner Konzertkarten für das Jahr verkaufen kann. "Wir werden alle nicht auf demselben Niveau wieder anfangen, wenn es wieder losgeht", gibt sich Joseph Thomann überzeugt. Denn, ob die Zuschauer dann wieder in Scharen strömen, sei ungewiss. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Künstler Management GmbH fürchtet, dass vor allem Ältere weiterhin Angst vor einer Corona-Infektion haben werden. Gleichzeitig ist mit einem Überangebot an Veranstaltungen zu rechnen, weil ja vieles verschoben werden musste und zusätzlich zu den langfristig geplanten Touren stattfinden wird.

Ullrich Wustmann kann ein Plus an Veranstaltungen als Vermieter hingegen nur recht sein: "Wir hoffen sehr, dass sich die Lage im Frühjahr - vielleicht auch mit einer Impfe - dann wieder entspannen wird", betont er. Ab März und April stünden wieder viele Veranstaltungen im Plan.

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