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Der Neusalzaer Weihnachtsbaumstreit

Mit Herrnhuter Sternen geschmückt steht eine Tanne am Obermarkt. Warum es daran Kritik gibt und welche Lösung der Bürgermeister parat hat.

Der Standort des Weihnachtsbaums in Neusalza-Spremberg ist umstritten. Das alte Haus rechts daneben will die Stadt noch abreißen lassen.
Der Standort des Weihnachtsbaums in Neusalza-Spremberg ist umstritten. Das alte Haus rechts daneben will die Stadt noch abreißen lassen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Da steht er wieder und strahlt seit Ende November in ganzer Pracht - der Weihnachtsbaum am Obermarkt in Neusalza-Spremberg. Und diesmal trägt er ganz besonderen Schmuck: Er ist mit einer Lichterkette aus Herrnhuter Sternen bestückt, die hat die Stadt neu angeschafft. Doch der schmucke Baum erhitzt die Gemüter in der Spreestadt. Denn er steht nicht AUF dem Obermarkt, sondern etwas abseits. Die Stadt hatte sich schon im vorigen Jahr dafür entschieden, keinen geschlagenen Baum auf dem Obermarkt einzusetzen - so wie immer. Stattdessen beleuchtete sie einen fest eingepflanzten, großen Nadelbaum am Rand des Obermarktes gegenüber der Sparkasse. Dagegen regte sich so viel Widerstand, dass bereits im Vorjahr Neusalza-Spremberger Einwohner sogar eine Unterschriftensammlung starteten und der Stadt und dem Stadtrat vorlegten. "Wir wollen wieder unseren Weihnachtsbaum auf dem Obermarkt!", forderten die Unterzeichner sinngemäß.

Dem Wunsch wollte die Stadt in diesem Jahr auch nachkommen und wieder einen Baum in der dafür vorgesehenen Hülse auf dem Obermarkt einsetzen. Diesem Plan machte aber Corona einen Strich durch die Rechnung, wie Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU) erklärt. Denn, trotz Pandemie plante die Stadt zunächst noch einen Weihnachtsmarkt zu organisieren - mit entsprechendem Hygienekonzept. Dafür hätte sie die Marktfläche eingrenzen müssen, um den Besucherverkehr regulieren zu können. "Hätte ein Baum mitten auf dem Markt gestanden, hätte uns diese Fläche für die Besucher gefehlt", so Lehmann. Deshalb habe man sich entschieden, wieder den Natur-Baum am Rand des Obermarktes zu schmücken. Dass der Weihnachtsmarkt nun trotz aller Bemühungen doch nicht stattfinden konnte, hat zu diesem Zeitpunkt vor dem ersten Advent noch niemand sicher gewusst.

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Nächstes Jahr wieder auf dem Obermarkt

"Im nächsten Jahr werden wir aber wieder einen Baum auf den Obermarkt setzen", kündigt Matthias Lehmann schon jetzt an. Und dann könnte der Adventsschmuck in Neusalza-Spremberg sogar noch üppiger ausfallen. Denn durch eine Spendenaktion hat die Stadt so viel Geld eingenommen, dass sie mindestens eine weitere Herrnhuter-Sternen-Kette kaufen kann. So könnten beide Bäume bestückt werden - der fest eingepflanzte und der eingesetzte auf dem Markt. "Denn es gibt auch durchaus begeisterte Reaktionen auf den Naturbaum, so wie er jetzt geschmückt ist", erzählt Lehmann. Die Meinungen unter den Einwohnern seien da gespalten. Außerdem plant die Stadt, noch ein altes Haus auf dem Areal abzureißen. Dann kommt der gepflanzte Baum noch besser zur Geltung, ist der Bürgermeister sicher. Deshalb überlege man im Rathaus, künftig sogar beide Bäume mit den Sternen zu bestücken.

Und vielleicht kommt sogar noch so viel Geld zusammen, dass es für eine dritte Kette reicht. Die könnte dann zusätzlich den Baum auf dem Niedermarkt schmücken. Auch dort wird jedes Jahr ein Baum aufgesetzt. Dann hätte Neusalza-Spremberg sogar drei Sternen-Bäume.

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