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Polen: Was sich ab Samstag für Grenzgänger ändert

Im Nachbarland gibt es immer mehr Coronafälle. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt - und betrifft auch Deutsche. Die Bundespolizei reagiert.

Der Weg nach Polen bleibt für Görlitzer offen. Aber es gibt ab Sonnabend Einschränkungen.
Der Weg nach Polen bleibt für Görlitzer offen. Aber es gibt ab Sonnabend Einschränkungen. © Nikolai Schmidt

"Die letzte Phase vor einer nationalen Quarantäne" - so drastisch bezeichnet das Büro des polnischen Premierministers die Situation im Nachbarland. Die Zahl der Corona-Infizierten steigt. Maskenpflicht gilt auch im Freien. 466.679 Infizierte gibt es bisher, in den vergangenen 14 Tagen stieg die Zahl um 24.692. Die Woiwodschaft Schlesien zählt mit 55.181 Fällen (plus 2.165) als am stärkste betroffene Region. Aber ganz Polen ist Risikogebiet. Deshalb wird es ab Sonnabend weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben geben. Die betreffen auch deutsche Grenzgänger. Das ändert sich:

Kann ich in Polen noch einkaufen und tanken?

Ja. "Die Einreise aus allen benachbarten EU-Mitgliedstaaten ist ohne Einschränkungen möglich", heißt es vom Auswärtigen Amt. Wer sich nur 24 Stunden in Polen aufhält, dem droht auch keine Quarantäne bei seiner Rückkehr.  Aber ab Sonnabend bis vorerst 29. November werden Einkaufszentren auf Sparflamme betrieben. Nur noch Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien und Dienstleistungsanbieter dürfen öffnen. Montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr ist Senioren das Einkaufen in Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Apotheken vorbehalten. In Läden und  auf der Post bis zu einer Fläche von 100 Quadratmetern dürfen sich fünf Kunden pro Kasse gleichzeitig aufhalten. Ab 100 Quadratmetern ist die Kundenzahl auf eine Person pro 15 Quadratmeter begrenzt.  Im öffentlichen Nahverkehr beträgt die Personenobergrenze 30 Prozent aller Sitz- und Stehplätze oder 50 Prozent aller Sitzplätze. In Kirchen darf sich auf 15 Quadratmetern nur eine Person aufhalten. 

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Kann ich in Polen in die Kneipe essen gehen?

Nein. Restaurants sind grundsätzlich bereits seit geraumer Zeit geschlossen. Ähnlich wie in Deutschland ist nur Mitnahme- und Lieferservice erlaubt. Fitnesseinrichtungen, Schwimmbäder sind ebenfalls dicht. Ab Sonnabend bis vorerst Monatsende dürfen Hotels zudem nur noch Geschäftsreisende beherbergen. 

Muss ich bei der Rückreise nach Deutschland mit Kontrollen rechnen?

Möglicherweise. "Wir haben die Fahndungsmaßnahmen intensiviert", so beschreibt es Michael Engler, Sprecher der Bundespolizei in Ludwigsdorf. Das bedeutet: Die Beamten achten jetzt stärker auf die Einhaltung der Corona-Regeln und woher die Reisenden kommen. Das kann bis hin zur Meldung an das Gesundheitsamt des Kreises gehen. "Vielleicht wird man unsere Streifen jetzt verstärkt in der Gegend wahrnehmen", sagt Michael Engler. Mehr Personal hat die Inspektion deswegen aber nicht zur Verfügung. 

Kontrolliert die Bundespolizei verstärkt in Zügen?

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Ja. "Wir achten darauf, das ein Mund-Nasenschutz getragen wird, also eine Maske", sagt Michael Engler. Wie so eine Kontrolle ausgehen kann, erfuhr eine Schülergruppe Anfang der Woche im Görlitzer Bahnhof. Ein Teil der Schüler hatte keine Maske auf. "Nach einer Ermahnung holten dann aber fast alle ihren Mund-Nasenschutz heraus", so Michael Engler. Bis auf einen. Den Maskenverweigerer erwartet jetzt ein Bußgeld. Das wird vom Landratsamt ausgestellt, die Bundespolizei meldet entsprechende Fälle dorthin.

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