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Was in Corona-Quarantäne erlaubt ist - und was nicht

Was bedeutet Quarantäne eigentlich? Darf ich noch einkaufen oder mit dem Hund rausgehen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Viele Sachsen müssen sich nach der Rückkehr aus Corona-Risikogebieten oder nach Risikokontakten in Quarantäne begeben.
Viele Sachsen müssen sich nach der Rückkehr aus Corona-Risikogebieten oder nach Risikokontakten in Quarantäne begeben. © Egbert Kamprath

Dresden. Viele trifft er unvermittelt: Der Anruf vom Gesundheitsamt mit der Aufforderung, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben. Was genau sich hinter dem offiziell "Häusliche Absonderung" genannten Gebot verbirgt, wird selten klar formuliert. Doch die Regeln sind streng.

Die Wohnung darf bei Quarantäne nicht verlassen werden

Wer vom Gesundheitsamt oder vom Hausarzt in Quarantäne versetzt worden ist, darf die "eigene Häuslichkeit" nicht verlassen. Besuch von Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, ist untersagt. Und: Auch enger Kontakt zu Personen, mit denen man üblicherweise zusammenlebt, ist so lange tabu wie die Quarantäne dauert.

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 25. November 2020, in virtuellen Räumen statt.

Für das Erledigen der Einkäufe und für Runden mit dem Hund empfehlen Gesundheitsämter und die Verbraucherzentrale, Nachbarn oder Freunde zu fragen, die sich nicht in Quarantäne befinden. Auch der Kontakt zu Angehörigen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, ist verboten. Zum Arbeiten darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nicht verlassen werden. Ausnahmen kann lediglich das  zuständige Gesundheitsamt genehmigen.

Und wenn ich es doch tue?

Wird man bei Missachtung der Quarantäne oder wie es im Beamtendeutsch heißt: "Häuslichen Absonderung" erwischt, ist das eine Ordnungswidrigkeit. Laut Corona-Bußgeldverordnung drohen bei Verstößen, wie Nichteinhaltung des Mindestabstandes oder Verstöße gegen das Besuchsverbot, 150 Euro Strafe.  

Im Mai wurde für die Missachtung der Absonderung für Ein- und Rückreisende sogar mindestens 500 Euro Bußgeld festgesetzt. Was aber auch stimmt: Da die Lage sehr unübersichtlich ist, sind die Behörden kaum in der Lage, diese Regeln effizient zu kontrollieren. Wird man dennoch erwischt, kann es teuer werden.

Was ist die "eigene Häuslichkeit?"

Mit der "eigenen Häuslichkeit" ist die eigene Wohnung, das eigene Haus, der eigene Garten oder Kleingarten oder die zum Wohnen überlassenen Räume gemeint. Kurzum der räumliche Bereich, in dem das Privatleben stattfindet. Auch eine Wohngemeinschaft gilt als solcher. Ein Haus mit mehreren Mietparteien ist hingegen mehr als eine "eigene Häuslichkeit". Doch auch hier sind Kontrollen kaum möglich, da der eigene Wohnraum besonderen Schutz genießt.

Eigene Symptome beobachten

Das Gesundheitsamt empfiehlt, den eigenen Gesundheitszustand genau zu beobachten. Normalerweise tritt das Amt einmal täglich in Kontakt mit Menschen in Quarantäne, um sich nach dem Befinden zu erkundigen, was jedoch bei den derzeitigen Infektionszahlen kaum realisiert werden kann. Detaillierte Aussagen helfen trotzdem im Fall eines Anrufes dabei. Deshalb wird empfohlen, täglich die Körpertemperatur zu messen und diese, gemeinsam mit anderen Symptomen, in einem Krankheitstagebuch festzuhalten.

Darüber hinaus sollen die Betroffenen penibler als sonst auf Hygiene achten. Regelmäßiges Lüften und häufiges Desinfizieren sollen die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung weiter reduzieren.

Beendet ein negativer Test die Quarantäne?

Nein. Das Quarantäne-Gebot gilt, nach Aussage des Dresdner Gesundheitsamts, bei eigener Erkrankung oder einem Risikokontakt, unabhängig von einem möglicherweise negativen Corona-Test. Denn nach derzeitigem Kenntnisstand ist es möglich, dass Viren auch von negativ getesteten Personen weitergegeben werden. 

Wie überstehe ich die Absonderung?

Komplett auf Kontakt zur Außenwelt zu verzichten ist für jeden eine große psychische Belastung. Es geht um die Sorge vor einer Ansteckung oder das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, sowie Einsamkeit und Anspannung. Die Verbraucherzentrale und das Gesundheitsministerium haben Tipps für Menschen, die sich in Quarantäne begeben müssen:

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  • Auch wenn Sie keinen direkten Kontakt zu Personen haben dürfen, bleiben Sie mit Freunden und Familienangehörigen über Telefon, Internet oder andere Medien in Verbindung.
  • Überlegen Sie, was Ihnen in belastenden Situationen außerdem helfen könnte.
  • Nutzen Sie vorhandene telefonische Hilfsangebote wie das Seelsorgetelefon oder Krisendienste. www.telefonseelsorge.de
  •  Nutzen Sie auch in der häuslichen Quarantäne Ihre Möglichkeiten, Sport zu treiben (z.B. mit einem Heimtrainer oder machen Sie einfache Gymnastikübungen). So bleiben Sie fit und können negativen Stress  abbauen.
  • Wenn sie Stress oder Panik bemerken, richten Sie feste Zeiten für den Medienkonsum bezüglich der Pandemie ein.
  • Achten Sie auf ihren Konsum von Alkohol und anderen Drogen.
  • Es ist normal, sich derzeit besonders belastet zu fühlen. Passen Sie auf sich auf.

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