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Corona: Viele Radeberger wollen Grippeimpfung

Ärzte raten dazu, sich gegen Grippe impfen zu lassen, aber in Radeberg sind oft keine Dosen mehr vorhanden. Doch es gibt Hoffnung, besonders für Ältere.

In Arztpraxen in Radeberg ist die Nachfrage nach einer Grippeschutzimpfung hoch. Vielerorts ist kein Impfstoff mehr vorhanden. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen rechnet mit einer neuen Lieferung.
In Arztpraxen in Radeberg ist die Nachfrage nach einer Grippeschutzimpfung hoch. Vielerorts ist kein Impfstoff mehr vorhanden. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen rechnet mit einer neuen Lieferung. © dpa

Radeberg. Schwester Jana Ronge in der Hausarztpraxis von Dr. Peter Bacar in Radeberg rät dringend dazu, sich gegen Grippe impfen zu lassen. „Das kann ich nur jedem ans Herz legen. Ich habe schon Patienten mit Influenza gesehen, denen es wirklich sehr schlecht ging. Jeder sollte sich diese Spritze geben lassen.“

Doch so sehr sie ihren Patienten eine Impfdosis verabreichen würde, es ist nicht möglich. „Es ist alles raus, wir haben keine einzige Dosis mehr. Schon Ende Oktober waren unsere Vorräte erschöpft. Obwohl wir bereits nachbestellt haben.“ 

Die Nachfrage ist riesig, sagt sie. „Ich schätze, doppelt so viele Menschen wie in früheren Jahren wollen sich impfen lassen.“ Sie kann alle, die leer ausgegangen sind, nur vertrösten. „Ich setze sie auf eine Liste, die mittlerweile schon sehr lang geworden ist.“ Sie hofft, dass demnächst noch einmal eine Lieferung Impfdosen kommt. „Dann rufe ich jeden an, der auf der Liste steht“, verspricht Jana Ronge. 

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In der Hausarztpraxis von Dr. Frieder Hänel in Radeberg sieht es ähnlich aus. „Wir haben keine Dosen mehr verfügbar. Auch unsere Nachbestellung ist aufgebraucht“, sagt eine Mitarbeiterin in der Praxis. Sie rät allen, die sich impfen lassen wollen, immer wieder anzufragen, ob Impfstoff geliefert wurde. 

Ab Anfang Dezember kann wieder gegen Grippe geimpft werden

Eine große Nachfrage verzeichnet auch Peggy Adler, Inhaberin der Mohren-Apotheke an der Hauptstraße in Radeberg. „Arztpraxen melden immer ihren Bedarf zu Beginn des Jahres an. Damals war noch nicht abzusehen, wie sich die Lage entwickelt. In vielen Praxen reichen die Dosen deshalb jetzt nicht aus. Auch wir haben alle Impfdosen ausgeliefert“, sagt sie. 

Die Apothekerin rechnet demnächst mit einer Nachlieferung. „Sie soll Ende November, Anfang Dezember kommen.“ Der Impfstoff wird dann schnell an die Praxen ausgegeben, so dass Anfang Dezember von den Hausärzten wieder geimpft werden kann. „Ich hoffe, dass die Zahl der Dosen ausreicht, um den Bedarf zu decken.“ Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) geht davon aus, dass die Impfstoffmenge insgesamt ausreicht. „Wir wissen aber auch, dass die Impfbereitschaft höher ist als im letzten Jahr“, sagt Katharina Bachmann-Bux, Sprecherin der KVS.

Risikopatienten bevorzugt

Daten darüber, wie die Situation in einzelnen Regionen ist, wo Impfstoff fehlt oder wo er noch vorhanden ist, erhebt die KVS allerdings nicht. „Niedergelassene Ärzte sollten bei Engpässen den Impfstoff vorrangig an Risikopatienten ausgeben.“ Menschen mit Vorerkrankungen oder mit  höherem Alter könnten bei ihren Hausärzten oder Gesundheitsämtern anrufen und nach einem Impftermin fragen. „Auch bei Fachärzten besteht die Möglichkeit zur Grippeimpfung - beispielsweise impfen auch Frauenärzte Patientinnen, die zu einer der Risikogruppen zählen.“ Das Gesundheitsamt Bautzen hat allerdings Grippeschutzimpfungen wegen der Corona-Pandemie derzeit ausgesetzt, teilt Cynthia Thor, die Sprecherin des Landratsamtes, mit. 

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Katharina Bachmann-Bux geht aber davon aus, dass sich die Situation bei der Grippeschutzimpfungen entspannt. „Ende November werden sieben Millionen weitere Dosen von der Bundesregierung für Deutschland bereitgestellt werden.“ Damit stehen für diese Saison in Deutschland über 26 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung. Das sind fast doppelt so viele, wie in der vergangenen Saison mit 14 Millionen Dosen geimpft wurden. 

Impfstoff speziell für ältere Menschen

Zusätzlich soll in den nächsten Tagen ein Impfstoff speziell für ältere Menschen bereitgestellt werden. „Er ist für Personen über 65 Jahre gedacht und soll in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Da bei älteren Menschen die herkömmlichen Influenza-Impfstoffe meist nicht so gut ansprechen, ist in diesen Dosen die Wirkstoffkonzentration höher."

Die KVS-Sprecherin rät gerade vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie zur Grippeimpfung. „Das körpereigene Immunsystem wird schon durch eine einzelne Infektion zum Beispiel mit dem Coronavirus stark angegriffen. Kommt dann zusätzlich noch eine Grippe dazu, kann es sein, dass der Körper nicht stark genug ist, um gegen beide Infektionen anzukämpfen“, sagt sie. 

Außerdem gelte es, eine Überlastung des Gesundheitssystems durch gleichzeitig hohe Infektionszahlen mit dem Corona- und dem Influenzavirus zu vermeiden. „Bei Personen, die gegen Influenza geimpft sind, ist mit großer Wahrscheinlichkeit bei Auftreten von entsprechenden Symptomen eine Grippe auszuschließen“, sagt sie.

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