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Testpflicht soll in Sachsen Inzidenzwerte ersetzen

Vom Zoobesuch bis zum Friseur könnte künftig ein negativer Corona-Bescheid in Sachsen verpflichtend werden. Die Regierung prüft ein neues Konzept.

Verpflichtende Coronatests könnten in Sachsen für Öffnungen trotz hoher Inzidenzen sorgen.
Verpflichtende Coronatests könnten in Sachsen für Öffnungen trotz hoher Inzidenzen sorgen. © dpa/Matthias Bein

Dresden. Sachsen plant einen Strategiewechsel bei seinen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung. So sollen künftig Lockerungen und Öffnungen bei Dienstleistungsangeboten sowie im Handel an eine strikte Testpflicht für Kunden und Personal gekoppelt werden und gleichzeitig unabhängig von den jeweiligen Inzidenzwerten vor Ort möglich gemacht werden.

Ein Überschreiten der bisher gültigen Inzidenzhöchstgrenzen würde dann nicht mehr zwangsläufig zur Rücknahme oder Schließung der Angebote führen. Ein ähnliches Verfahren testet zurzeit auch die Stadt Tübingen in Baden-Württemberg.

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Nachdem Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) dieses Modell bereits für das Termineinkaufen (click & meet) sowie das Öffnen von Zoos und Museen in Aussicht gestellt hat, wird jetzt nach Informationen von Sächsische.de eine Ausweitung solcher inzidenzunabhängigen Öffnungen auch auf weitere Bereiche erwogen.

Testpflicht demnächst auch für Friseurbesuch?

Während dabei für körpernahe Dienstleistungen wie Tattoo- oder Kosmetikstudios eine Testpflicht für Personal und Kunden gilt, wird das für Friseurbesuche, wo Kunden bisher keiner Testpflicht unterliegen, derzeit geprüft. Voraussetzung soll stets ein von Fachpersonal durchgeführter Corona- oder Schnelltest sein. Selbsttests für den Hausgebrauch will man bei dem Verfahren nicht anerkennen. Diskutiert wird noch, ob die Ergebnisse nur am jeweiligen Tag oder bis zu 48 Stunden akzeptiert werden. Letzterenfalls könnten Kunden einfacher Termine am Morgen wahrnehmen.

Eine wichtige Voraussetzung für das neue Modell, so interne Einschätzungen, ist jedoch die zügige Erhöhung der Zahl der Testzentren im Land. Zurzeit gibt es pro Landkreis nur etwa 30 bis 40. Geprüft wird zudem, ob durch das Ausweiten der Testpflicht auch auf Grundschulen und Kita-Erzieher und auf mindestens zweimal pro Woche künftig die Schließung von Schulen und Kitas ab einem mehrtägigen Inzidenzwert über 100 entfallen kann.

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