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Stadtwerke richten sich auf Corona ein

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind die Techniker räumlich getrennt. Das Stadtbad ist ganz geschlossen.

Sachbearbeiterin Franziska Müller und ihr Kollege Jens Rechenberger, zuständig für die EDV, arbeiten mit anderen Mitarbeitern der Stadtwerke jetzt im Versammlungsraum in Döbeln Nord.
Sachbearbeiterin Franziska Müller und ihr Kollege Jens Rechenberger, zuständig für die EDV, arbeiten mit anderen Mitarbeitern der Stadtwerke jetzt im Versammlungsraum in Döbeln Nord. © Jens Hoyer

Döbeln. Eigentlich treffen sich im Kommunikations- und Schulungszentrum der Stadtwerke im ersten Stock des Heizhauses in Döbeln Nord regelmäßig die Senioren der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt. Aber der Treffpunkt ist wegen Corona ohnehin geschlossen. Stattdessen stehen in dem langgestreckten großen Raum mehrere Schreibtische mit Computern. 

Eine Sachbearbeiterin sitzt hier, der EDV-er der Stadtwerke und ein Mitarbeiter, der Schachtscheine ausstellt. Die Stadtwerke haben auf die Situation reagiert und ihre technischen Mitarbeiter auf den Hauptsitz in der Rosa-Luxemburg-Straße und den Standort in Döbeln Nord verteilt.

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Der Energieversorger will auf Nummer sicher gehen. „Wir gehören zur kritischen Infrastruktur. Wir müssen die Bereitschaft sichern. Auch die Krankenhäuser brauchen Strom. Wenn kein Strom da ist, nützen auch die Intensivbetten nichts“, sagte Stadtwerkechef Gunnar Fehnle. Der technische Mitarbeiterstamm für Gas, Strom und Fernwärme sei in jeweils zwei Teams unterteilt worden, die sich nicht begegnen. „Wichtig ist, dass immer die notwendigen Schaltberechtigten einsatzbereit sind“, sagte Fehnle.

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Bei der ersten Welle im Frühjahr hatten die Stadtwerke schon Leute ins Homeoffice geschickt. Das sei bei drei Mitarbeitern aus der Verwaltung auch dieses Mal der Fall. Sie arbeiten an mobilen Arbeitsplätzen zu Hause. „Wir waren vorbereitet. Es war klar, dass wieder ein Pandemieplan gebraucht wird“, so Fehnle. Nicht-Mitarbeiter will der Stromversorger in der Krise nicht ins Haus lassen. „Kundenverkehr in den Büros soll es möglichst nicht geben“, sagte Fehnle.

Eines hatte sich bei der ersten Welle im Frühjahr herausgestellt. Auf das wirtschaftliche Ergebnis der Stadtwerke hat Corona kaum einen Einfluss. „Was fehlte, waren die Kapazitäten der Firmen beim Strom. Das wurde aber fast zu 100 Prozent dadurch ausgeglichen, dass die Leute zu Hause bleiben mussten und mehr Strom verbrauchten.“

 Das Netzaufkommen sei um etwa zehn Prozent rückläufig gewesen. „Beim Gas waren wir fast auf Vorjahresniveau. In den Blockheizkraftwerken wurde mehr Gas benötigt, weil die Kunden zu Hause mehr Wärme verbraucht haben.“ Theoretisch hätten die Stadtwerke – gemessen an den Temperaturen – zwar zehn bis 15 Prozent mehr Gas und Wärme absetzen können. „Aber solche Schwankungen beim Verbrauch haben wir auch in ganz normalen Jahren“, sagte Fehnle.

Seit Montag ist wegen Corona auch das Stadtbad geschlossen, das von den Stadtwerken betrieben wird. 14 Mitarbeiter sind – bis auf den Badleiter, der alles am Laufen hält – zu Hause. Fehnle hofft, dass es im Dezember weitergeht. Dann wird auch ein wichtiger Akt nachgeholt. Der neue Kinderbereich mit zwei Becken, Rutsche und Schiffchenbahn ist fertig. Er soll dann eingeweiht werden.

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