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So war der erste "Tatort" nach der Sommerpause

Der erste neue „Tatort“ kommt aus Wien, ist das Resultat unterbrochener Dreharbeiten und eröffnet die Jubiläumsreihe.

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) befragen Sisi im Fitnessstudio nach dem Toten vom Bahndamm.
Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) befragen Sisi im Fitnessstudio nach dem Toten vom Bahndamm. © ORF/Hubert Mican

Von Thomas Schade

Mitte März war Schluss. Die Allegro Film musste die Dreharbeiten zum 23. „Tatort“ mit Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) wegen Corona einstellen – für mehr als zehn Wochen.

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Als es im Juni weiterging, stand die Crew um Regisseur Andreas Kopriva vor Problemen. Einstellungen funktionierten nicht mehr. Die Bäume hatten Blätter, am Set herrschten teilweise 30 Grad. „Und wir standen in Mänteln und Pullovern vor der Kamera“, erzählt Krassnitzer. Gedreht wurde in drei Sicherheitszonen. Nur in Zone eins, direkt vor und hinter der Kamera, habe man die Maske abnehmen dürfen, ergänzt Neuhauser. Zweimal wöchentlich mussten sie zum Corona-Test. „Recht traurig“, aber „aufregend“ sei das gewesen, so die beiden Hauptdarsteller.

Herausgekommen ist „Pumpen“. Ein Krimi im Milieu der Muckibuden und Muskelprotze. Iovan, einer von ihnen, liegt tot zwischen den Eisenbahngleisen. Es bleibt unklar, welche Rolle der Tote bei den dunklen Geschäften zwischen Eisenhanteln und Laufbändern gespielt hat. Bibi und Moritz ermitteln schnell wegen ganz anderer Delikte: Doping, Handel mit verbotenen Substanzen und Sozialbetrug. Unvermittelt hilft ihnen ein Ex-Kollege, dessen privaten Rachefeldzug die Ermittler zu spät erkennen. So entwickelt sich ein Szenario, das nicht neu, aber sehr komplex ist. Eisner und Fellner haben schon wesentlich brisantere Fälle gelöst. Hier schimmert durch, dass die lange Drehpause doch nicht spurlos geblieben sein könnte. „Pumpen“ startet als Mordfall und endet als Wirtschaftskrimi mit weiteren Todesfällen.

Fast zu viel Stoff für einen "Tatort"

Seltsamerweise versucht die Wiener Kripo gleich zweimal, illegal Beweise zu sammeln. Erst ermittelt Assistent Fredo ohne Erlaubnis undercover in der Muckibude und wird krankenhausreif geschlagen. Dann steigt Bibi illegal ins Fitnesscenter ein und wird fast umgebracht. „Ich hab vorhin echt gedacht, das war’s“, gesteht sie und sinkt in Moritz‘ Arme.

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Statt der üblichen Motzerei in Wien wird es auch sonst recht persönlich. Bibi hat einen Lover und weiß nicht, ob es der Richtige ist. Moritz wechselt angesichts der vielen Edelkörper zu Wasser und Veggie-Pizza. Fast zu viel Stoff für einen „Tatort“. Aber beide versuchen, mit ihrem gewohnt guten Spiel das Beste daraus zu machen. Und ihnen bleibt ein Privileg: Als Österreicher haben sie die Jubiläumssaison von Deutschlands ältester Krimi-Reihe eröffnet und „50 Jahre Tatort“ eingeläutet.

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