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Umsatzplus von 20 Prozent: Ostrauer Firma profitiert von Corona

Während des Lockdowns waren viele Menschen zu Hause und hatten viel Zeit. Die Meffert AG hat mit ihren Produkten Abhilfe geschafft.

Sandra Kroh arbeitet in der Lagerhalle der Meffert AG in Ostrau. Dort gibt es etwa 1.700 Lagerplätze für Produkte, die in die ganze Welt gehen.
Sandra Kroh arbeitet in der Lagerhalle der Meffert AG in Ostrau. Dort gibt es etwa 1.700 Lagerplätze für Produkte, die in die ganze Welt gehen. © Dietmar Thomas

Ostrau. 2020 war eines der besten Umsatzjahre für die Meffert AG mit ihrer Produktionshalle in Ostrau. Das Unternehmen, das seit 1992 im Gewerbegebiet angesiedelt und der Arbeitgeber von etwa 80 Angestellten ist, produziert Farben – für Maler, große Unternehmen oder für Heimwerker.

„Während der Corona-Pandemie und des Lockdowns im vergangenen Jahr haben wir 20 Prozent mehr Farbe verkauft, als sonst. Es zeigt sich deutlich, dass viele zu Hause waren und Zeit zum Vorrichten und Malen hatten“, erklärt Betriebsleiter Jens Rautengarten. „Da kamen wir zwischenzeitlich ganz schön ins Schwitzen.“

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Mittlerweile habe sich die Nachfrage jedoch wieder beruhigt. Glücklicherweise, denn nach dem Erfolg im vergangenen Jahr, gab es in den vergangenen neun Monaten bereits mehrmals Engpässe aufgrund von Lieferschwierigkeiten.

Josephine Bahrmann und Melanie Liebe (von links) arbeiten in der Produktion der Meffert AG in Ostrau. Dort werden täglich etwa 150 Tonnen Farbe produziert.
Josephine Bahrmann und Melanie Liebe (von links) arbeiten in der Produktion der Meffert AG in Ostrau. Dort werden täglich etwa 150 Tonnen Farbe produziert. © Dietmar Thomas
Verkauft werden unterschiedliche Farben für Profis und Heimwerker.
Verkauft werden unterschiedliche Farben für Profis und Heimwerker. © Dietmar Thomas
Am Tag gehen etwa 150 Tonne Farbe aus Ostrau in die Welt.
Am Tag gehen etwa 150 Tonne Farbe aus Ostrau in die Welt. © Dietmar Thomas
Am Donnerstag waren Bundestagskandidat für Mittelsachsen Alexander Geißler (von rechts) sowie Landtagsabgeordneter Hennig Homann (beide SPD) zu Gast. Auch Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) nahm an der Betriebsführung teil.
Am Donnerstag waren Bundestagskandidat für Mittelsachsen Alexander Geißler (von rechts) sowie Landtagsabgeordneter Hennig Homann (beide SPD) zu Gast. Auch Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) nahm an der Betriebsführung teil. © Dietmar Thomas

„Wenn kurzfristig ein chinesischer Frachthafen geschlossen wird, weil sich ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt hat, dann müssen wir in Europa schauen, wie wir die wenigen chemischen Stoffe gut auf die einzelnen Standorte verteilen können“, sagt Rautengarten und bezeichnet diese Situation als Nachtteil der Globalisierung.

Zwei Auzubis, ein Praktikant: "Viel zu wenige"

Dennoch läuft der Betrieb in Ostrau derzeit im Hochbetrieb. Davon konnten sich auch der Landtagsabgeordnete Henning Homann sowie der Bundestagskandidat Alexander Geißler (beide SPD) sowie Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) am Donnerstag bei einem Besuch überzeugen.

Insgesamt 150 Tonnen Farbe werden täglich in der Ostrauer Firma in Kunststoff- sowie Metallbüchsen gefüllt und letztlich auf Paletten zur Auslieferung gebracht. Drei große Frachtcontainer werden damit am Tag zwischen 6 und 24 Uhr gefüllt. Kunden sind Baumärkte wie Obi und Hornbach, aber auch Geschäfte in Osteuropa oder China. Hierfür werden in Ostrau ebenso Etiketten in verschiedenen Sprachen angebracht.

Doch um den Betrieb zukünftig am Laufen zu halten, sucht die Firma wie viele andere in der Region Döbeln händeringend um jungen Nachwuchs. Zwar gebe es derzeit zwei Auszubildende sowie einen Praktikanten am sächsischen Standort der Meffert AG, bundesweit seien es jedoch etwa 20. „Viel zu wenige“, meint Betriebsleiter Jens Rautengarten. „Früher haben sich die Jugendlichen bei uns beworben, heute bewerben wir uns beim Nachwuchs.“

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