SZ + Döbeln
Merken

In Roßwein: Nicht nur schimpfen übers Impfen

Stundenlanges Warten auf den Piks, das hat es in der Praxis „Zur alten Post“ am Sonnabend nicht gegeben. Die Patienten sind dankbar und sagen es auch.

 3 Min.
Teilen
Folgen
In der Hausarztpraxis im Roßweiner Ärzte- und Gesundheitszentrum hatten die Schwestern einen Zusatz-Termin fürs Impfen organisiert. Die Patienten sind dafür dankbar.
In der Hausarztpraxis im Roßweiner Ärzte- und Gesundheitszentrum hatten die Schwestern einen Zusatz-Termin fürs Impfen organisiert. Die Patienten sind dafür dankbar. © Dietmar Thomas

Roßwein. Brigitte Lange aus Roßwein hat in der vergangenen Woche die Bilder von langen Schlangen Impfwilliger vorm Volkshaus in Döbeln gesehen. „Das gibt einem schon zu denken“, sagt die 74-jährige Roßweinerin. Inzwischen hat sie festgestellt, dass sie sich ganz umsonst Sorgen gemacht hat.

„Ein großes Lob an Diplom-Medizinerin Grit Hennicke und ihr gesamtes Team“, sagt Brigitte Lange. Sie hat am Sonnabend die Roßweiner Allgemeinarztpraxis „Zur alten Post“ aufgesucht. „Vor mir standen gerade mal sechs Leute. Von einer Warteschlange kann also keine Rede sein“, so die Rentnerin.

Nach einer halben Stunde war's erledigt

Nach nicht einmal einer halben Stunde habe sie sich wieder auf den Heimweg machen können. „Es war alles super vorbereitet, wir konnten nach der Impfung Platz nehmen und warten“, so die Roßweinerin.

„Ich glaube, im Namen vieler Patienten zu sprechen, wenn ich mich sehr lobend über die tolle Organisation und sehr freundliche Ausführung der Boosterimpfung in dieser Praxis bedanke“, sagt Brigitte Lange. „Ich wünsche allen Impfwilligen die gleichen Erfahrungen!“

Genau die hat auch Uwe Hachmann gemacht. Der 81-Jährige ist Patient dieser Praxis und hat sich bei einem Verbandswechsel am 16. November nach der Möglichkeit einer Boosterimpfung informiert, erzählt er.

Alles super organisiert

Nachdem er auf die Impf-Warteliste der Praxis aufgenommen worden sei, habe es keine Woche gedauert. „Ich habe einen Anruf und einen Tag und eine Zeit genannt bekommen, in der ich mich zur Impfung in der Praxis melden kann. Das hat dann sehr zügig, ja nahezu generalstabsmäßig geklappt“, freut sich Hachmann.

Nicht so viel Glück habe seine Partnerin gehabt. Sie habe bei einer Impfaktion in Leipzig mit einer Vielzahl von Impfwilligen sage und schreibe achteinhalb Stunden auf ihre Auffrischungsimpfung warten müssen. Daher findet der Roßweiner, dass es angesichts vieler negativer Erfahrungen, die Leute im Moment beim Impfen machen, ruhig auch mal positive Nachrichten im Zusammenhang mit der Immunisierung wie die aus der Praxis „Zur alten Post“ geben kann.

Wenn es nötig ist, gibt es eine Wiederholung

Das Mitarbeiterteam und Medizinerin Grit Hennicke freuen sich über diese positiven Rückmeldungen. Wie die Ärztin sagt, ist der Termin am Sonnabend ein zusätzlicher und der erste dieser Art gewesen. Ansonsten bekämen die Patienten die Corona-Schutzimpfung im Praxisalltag verabreicht.

Wegen der großen Nachfrage und, weil die im Alltag schlecht abzuarbeiten sei, habe das Schwestern-Team aus eigenem Antrieb einen zusätzlichen Impftermin organisiert. Grit Hennicke freut sich über diese Initiative und stellt in Aussicht, dass es noch einen solchen Termin gibt, wenn die Notwendigkeit dazu besteht.

Das wäre dann der Fall, wenn es weiterhin eine Nachfrage nach den Corona-Schutzimpfungen und dafür auch den entsprechenden Impfstoff gibt. Bisher haben Grit Hennicke und ihr Kollege, der zum Praxis-Team gehört, mehr als 1.000 Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen verabreicht – 90 davon allein bei dem Termin am vergangenen Samstag.