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Busse und Bahn werden für Jugendliche günstiger

Lehrlinge und Schüler können neue Angebote ab August nutzen. Busse sollen zudem öfter und auf mehr Strecken fahren. Das lang geplante Bildungsticket lässt aber weiter auf sich warten.

© Fotos: SZ/dpa, Montage: SZ

Dresden. Der Freistaat Sachsen macht den öffentlichen Nahverkehr für junge Leute noch in diesem Jahr attraktiver und kostengünstiger. So einigten sich Landräte und Vertreter der Kommunen mit Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) jetzt auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das neben zusätzlichen ÖPNV-Verbindungen auch die Einführung von neuen Pauschaltickets vorsieht.

Bereits ab dem 1. August soll das neue „Azubiticket“ im Angebot sein. Es bietet Berufsschülern die Möglichkeit, für 48 Euro im Monat alle Nahverkehrsverbindungen eines der fünf Verkehrsverbünde im Freistaat rund um die Uhr nutzen zu können. Der günstige Preis gilt aber nur im Abonnement. Für jeweils fünf Euro zusätzlich kann die Gültigkeit des Tickets auf weitere Verkehrsverbünde erweitert werden.

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Für den 1. August ist darüber hinaus ein „Schülerfreizeit-Ticket“ geplant. Für zehn Euro pro Monat – Voraussetzung ist auch hier ein Abonnement – können wochentags von 14 Uhr bis Mitternacht ebenfalls alle Strecken in einem Verkehrsverbundgebiet genutzt werden. Am Wochenende sowie in den Ferien gilt dieses Ticket sogar den ganzen Tag.

Minister Dulig sagte, diese beiden neuen Angebote seien zwar noch kein Ersatz für das lange geplante Bildungsticket, aber ein erfreulicher Schritt in diese Richtung. So hätten sich alle Beteiligten darauf geeinigt, alles dafür zu tun, damit das Bildungsticket möglichst zum Beginn des Schuljahres 2020/2021 eingeführt wird. Es könnte dann sowohl für Schüler und Lehrlinge gelten, zwischen zehn bis 15 Euro im Monat kosten und wäre rund um die Uhr in ganz Sachsen nutzbar. Laut Koalitionsvertrag von CDU und SPD hätte das Projekt eigentlich bereits bis Ende dieser Legislaturperiode umgesetzt werden sollen.

Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden gab der Minister zudem den Startschuss für die Arbeit an einem „Sachsentarif“. Durch die Angleichung der Tarifsysteme soll damit ÖPNV-Kunden vor allem die Nutzung von Strecken zwischen den Verbundgebieten erleichtert werden. Der Sachsentarif soll bis Ende 2020 umgesetzt sein. Gleichzeitig ist die schrittweise Einführung eines landesweiten Plusbus- und Taktbus-Netzes geplant. Dadurch werden sowohl neue Strecken im ländlichen Raum angeboten bzw. fahren auf vorhandenen Strecken Busse wesentlich häufiger.

Das Maßnahmenpaket unterstützt der Freistaat 2019 und 2020 mit zunächst rund 70 Millionen Euro. Es sorgte am Mittwoch überwiegend für positive Resonanz. So sagte unter  anderem Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP): "Ich begrüße, dass wir jetzt einen ersten Schritt gemacht haben, um das Positionspapier der Strategiekommission umzusetzen. Die Bedeutung des ÖPNV nimmt weiter zu, dem tragen wir unter anderem mit der Einführung eines Azubi-Tickets Rechnung." Wichtig sei, dass weiter in die Infrastruktur des Nahverkehrs investiert werde. In Dresden etwa wachse die Zahl der Ein- und Auspendler Jahr für Jahr. "Ich hoffe sehr, dass die Kommunen und Landkreise hier noch stärker auf die Unterstützung des Freistaates bauen können", so Hilbert.

Die Linke hingegen bedauerte das Scheitern des Bildungstickets, die Grünen sprachen von einer „halbgaren Lösung“.

Lesen Sie hier mehr dazu: Kraftprobe Bildungsticket (SZ-PLUS)

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