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Das Löschwasser-Problem

Einzelne Gebiete in den Zittauer Ortschaften sind nicht ausreichend versorgt. Doch es tut sich was.

© Matthias Weber

Von Jan Lange

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Zittau. Ihren letzten Brand hat die Schlegler Feuerwehr im November 2016 gelöscht. Damals ist in einem Wohnhaus auf der Thomas-Müntzer-Straße ein Feuer ausgebrochen. Die Kameraden aus Schlegel können froh sein, dass es nicht öfter gebrannt hat – vor allem nicht im Niederdorf. Denn dort ist die Versorgung mit Löschwasser nicht ideal, wie mehrfach in den Ortschaftsratssitzungen angemerkt wurde. Die Löschwassersituation in den Ortschaften ist immer wieder als kritisch bewertet worden. Zittaus Feuerwehrchef Lothar Reichbodt hatte noch kurz vor seinem Abschied den Stadträten ins Gewissen geredet, dass sich etwas ändern muss. Zweieinhalb Jahre nach dieser „Brandrede“ schaut die SZ, ob reagiert wurde oder ob die Löschwasserversorgung nach wie vor kritisch ist.

Schlegel: Es gibt zwar mehrere Teiche, aber trotzdem Probleme

In der Ortschaft Schlegel gibt es zwar vier Teiche, aus denen sich die Feuerwehr im Brandfall bedienen kann. Aber drei von ihnen liegen im oberen Teil des Ortes. Aus den Hydranten kann die Feuerwehr ebenfalls Wasser entnehmen, die Menge reicht aber nur für den Erstangriff, wie der stellvertretende Ortswehrleiter Heiko Fritsche erklärt. Im Fall des Kellerbrandes im November 2016 genügte das Wasser aus den Hydranten, um das Feuer zu löschen.

Bei größeren Bränden sei das Hydrantennetz aber überfordert, heißt es vonseiten der Wehr. Aus Sicht der Kameraden sei die Löschtruppe deshalb auf die natürlichen Wasserläufe wie den Kemlitzbach angewiesen. Doch die führen nicht mehr so viel Wasser wie früher und müssten auch so gepflegt werden, dass die Wehr problemlos Wasser entnehmen kann. Zum einzigen Löschteich im Niederdorf gibt es zudem keine befestigte Zufahrt. Auch daran sollte sich etwas ändern, findet Fritsche. Geplant ist momentan aber nichts. „Wir müssen erst mal mit der Situation so leben“, meint er.

Angst haben müssen die Schlegler deshalb aber nicht. Neben dem eigenen Schlauchwagen mit einem 3 000 Meter langen Schlauch verfügt die Zittauer Feuerwehr über mehrere wasserführende Fahrzeuge, die im Ernstfall zum Einsatz kommen könnten. Von Vorteil sei auch, dass es in Schlegel keine großen Industrieanlagen gibt, so Heiko Fritsche.

Wittgendorf: Neue Pumpen eingebaut, aber Niederdorf bleibt schlecht versorgt

Durch die Stadtwerke wurden stärkere Pumpen in der Pumpstation in der Nähe der Wittgendorfer Kirche eingebaut. Dadurch hat sich die Löschwassersituation im Oberdorf und im Bereich Romerei verbessert, erklärt Stadtsprecher Kai Grebasch. Die von den Hydranten zur Verfügung stehende Wassermenge entspricht nun den gesetzlichen Vorschriften. Lothar Reichbodt hatte dies auch in seiner Rede kritisiert. Optimal ist die Situation im gesamten Ort deshalb aber noch nicht. Das Niederdorf hängt noch in der Luft, sagt Ortsbürgermeister Frank Härtelt (CDU). Im Pumpenhaus am B 99-Abzweig Wittgendorf müsste seiner Meinung nach der Wasserfluss verstärkt werden. Bisher nur eine Idee, die aber auch von den Wittgendorfer Ortschaftsräten unterstützt wird. So meint Volkmar Schneider, dass im Niederdorf in Sachen Löschwasser irgendwann mal was passieren muss. „Generell wird laufend weiter daran gearbeitet, Lösungen für eine optimal mögliche Löschwasserversorgung zu finden“, teilt Grebasch mit.

Härtelt hat aber noch eine zweite Sorge: das frühere Freibad. Die Wasserstelle wird zwar von der Feuerwehr im Brandfall genutzt, aber ein offizieller Löschwasserteich ist es nicht. Denn dann müsste das Bad umzäunt werden. Genau das fordert seit Längerem der Dorf- und Jugendverein, der gleich nebenan sein Domizil hat. Wie Jonny Rogowski, Chef des Dorf- und Jugendvereins, erklärt, gebe es auch bei einer Umzäunung des Beckens die Möglichkeit, dieses bei Festen zu nutzen.

Dittelsdorf: Löschwassertanks sollen im Frühjahr eingebaut werden

Die Bauarbeiten stehen in den Startlöchern. Je nach Witterung soll der Einbau der Löschwassertanks auf der Freifläche des abgerissenen Gemeindeamtes in den nächsten Wochen beginnen, wie Zittaus amtierender Baudezernent Ralph Höhne erklärt. Vielleicht sei es ja schon im März möglich, aber das hänge auch davon ab, ob der Winter noch mal zurückkehrt. Mit den neuen unterirdischen Tanks wird sich die Löschwassersituation in dem Ortsteil deutlich verbessern.

Zittau: Feuerwehrbedarfsplan wird überarbeitet

Stadtsprecher Kai Grebasch geht davon aus, das im Rahmen der Überarbeitung des Zittauer Feuerwehrbedarfsplanes die Löschwassersituation in der gesamten Stadt samt Ortsteilen betrachtet wird und eventueller Handlungsbedarf dann im Plan aufgezeigt wird. „Die sich daraus ergebenden Forderungen der Feuerwehr wird das Baudezernat gemeinsam mit dem Hauptdezernat hinsichtlich technischer beziehungsweise baulicher Lösungen untersuchen“, kündigt Zittaus Pressesprecher an.