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Der Modellflieger mit der Extremmaschine

André Heller plant besondere Vorführungen bei der Flugschau in Reinholdshain. Hoffentlich geht dabei alles gut.

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© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Reinholdshain. Es gibt Flugzeuge, die kommen bei einem einzigen Flug an ihre Grenzen. Eine solche Extremmaschine hat sich André Heller vom Modellflugclub Reinholdshain gebaut. Er will diese auch am Wochenende beim Schaufliegen seines Vereins zeigen. „Das ist Adrenalin pur, wenn ich damit fliege. Schon beim Start müssen die zwei Leute halten, damit sie nicht vorzeitig losfliegt. Da spüre ich überall ein Kribbeln“, beschreibt André Heller sein Gefühl. Zum Glück erlebt er das nur als Modellpilot.

Denn das originale Vorbild seines Modells ist der Pond Racer. Bob Pond, ein reicher Amerikaner, hat sich das Flugzeug als Rennmaschine bauen lassen. Davon gibt es nur noch einen Prototyp. Die einzige Maschine, die tatsächlich gebaut wurde, flog nur zwei Jahre lang, dann hatte sie bei einer Rennqualifikation technische Probleme, schoss über die Landebahn hinaus, zerschellte und der Pilot kam ums Leben.

Nach dem Vorbild dieser Maschine hat sich Heller vor rund zehn Jahren schon sein Modell gebaut. Es hat 23,3 Kilogramm Gewicht und 3,15 Meter Flügelspannweite. Dabei ist die Maschine ähnlich empfindlich wie ihr originales Vorbild. „Mit jedem Flug ist ein großer Aufwand verbunden. Ich musste sie immer komplett durchchecken“, erzählt der 37-Jährige, der von Beruf Uhrmacher ist. In der Regel ging sein Pond Racer nur einmal in der Saison in die Luft. Die Belastung für das Modell war bei jedem Flug so groß, dass sich fast immer etwas gelockert hat.

Einen Unfall hat das Modell auch schon hinter sich. Bei der hohen Geschwindigkeit ist eine Spinne zerbrochen. So nennen Flieger die roten Kappen, die vor der Luftschraube angebracht sind. Die Trümmer sind in die andere Luftschraube geraten und haben diese auch noch beschädigt. Heller hatte alle Mühe, sie wieder heil auf den Boden zu bringen. Vergangenes Jahr hat er die Maschine auch bei den Flugtagen in Reinholdshain gezeigt. Sie war aber nur kurz in der Luft, dann ist das Seitenleitwerk eingerissen, und Heller musste zusehen, dass er sie ohne Schaden landen konnte.

Nun hat er die Extremmaschine überarbeitet, sodass sie insgesamt etwas solider und weniger anfällig ist. Daher hofft er, dass er seinen Pond Racer an beiden Tagen der Modellflugschau in Reinholdshain vorführen kann. Jeweils am Sonnabend, dem 23. April, und am Sonntag, dem 24. April, kurz nach Mittag, so um 14 Uhr, will er sich damit am Flugprogramm beteiligen. Er hofft, dass dann auch die Zuschauer etwas von dem Adrenalin verspüren, das bei ihm durch die Adern pulst, wenn er mit der Fernsteuerung die Maschine lenkt.

Normalerweise sind die Mitglieder des Modellflugclubs Reinholdshain bei der Flugschau vollauf mit organisatorischen Dingen beschäftigt. Sie weisen auf die Parkplätze ein, verkaufen Essen und Trinken oder regeln den Ablauf der Flugschau. „Aber für besondere Flüge wird schon mal jemand freigespielt“, sagt Heller. Ein solcher besonderer Flug ist auch der Bonbonflieger. Das ist ein Flugmodell, das in seinem Bauch Bonbons bunkert, die mit kleinen Fähnchen versehen sind. Der Bonbonflieger dreht eine Runde, dann öffnet er die Luke und in einer Wolke fallen die Süßigkeiten heraus. Wenn der Flieger gelandet ist, dürfen die Kinder auf den Platz und die Bonbons aufsammeln. Das sonstige Flugprogramm gestalten meistens Gastpiloten. Letztes Jahr sind über 180 Modellflieger und über 5 000 Zuschauer nach Reinholdshain gekommen.

Modellflugschau in Reinholdshain am 23. und 24. April jeweils von 12 bis 17 Uhr. Der Flugplatz ist ausgeschildert.