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Der neue Bischof ist im Amt

Das Bistum Dresden-Meißen hat einen neuen Bischof. Der Rheinländer Heiner Koch wurde am Samstag bei einem Festgottesdienst in der voll besetzten Dresdner Kathedrale ins Amt eingeführt.

© Wolfgang Wittchen

Dresden. Gaudete semper! Dominus prope: (Freut euch allezeit! Der Herr ist nahe): Unter diesem Leitwort ist Heiner Koch am Samstag bei einem Festgottesdienst als neuer Bischof des Bistums Dresden-Meißen in das Amt eingeführt worden. «Ein Tag doppelter Freude», sagte Berlins Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki Kathedrale mit Verweis auf den kürzlich gewählten Papst. Die drittkleinste deutsche Diözese, die Regionen in Sachsen und Thüringen umfasst, gehört zur Kirchenprovinz Berlin.

Bistum Dresden-Meißen hat einen neuen Bischof

Der Rheinländer Heiner Koch ist der 49. Bischof der drittkleinsten deutschen Diözese und Nachfolger von Joachim Reinelt, der Anfang 2012 in den Ruhestand ging.
Der Rheinländer Heiner Koch ist der 49. Bischof der drittkleinsten deutschen Diözese und Nachfolger von Joachim Reinelt, der Anfang 2012 in den Ruhestand ging.
Der aus Düsseldorf stammende Theologe ist künftig geistliches Oberhaupt für rund 140.000 Katholiken in Sachsen und Ostthüringen.
Der aus Düsseldorf stammende Theologe ist künftig geistliches Oberhaupt für rund 140.000 Katholiken in Sachsen und Ostthüringen.
Einige der rund 3000 Menschen verfolgten die Messfeier draußen auf einer Leinwand.
Einige der rund 3000 Menschen verfolgten die Messfeier draußen auf einer Leinwand.
Die Kathedrale war voll besetzt.
Die Kathedrale war voll besetzt.

«Heißen wir Bischof Koch, und Papst Franziskus in Deutschland, von ganzem Herzen willkommen und versprechen ihnen: Ihr seid nicht allein, wir sind mit Euch, wir beten für Euch, wir stehen zu Euch, wir stehen hinter Euch.» Danach wurde Koch zum Bischofsstuhl geleitet, erhielt Mütze und Stab. Woelki erinnerte an die drei Stichworte, die Papst Franziskus in der ersten Ansprache an die Kardinäle gab: gehen, bauen, bekennen. «Mit dem Bischof hier in Dresden und dort in Rom und in der Kirche gilt: nicht gegeneinander, sondern füreinander und miteinander - in Dresden und überall auf der Welt.»

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Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, übergab Kochs Ernennungsurkunde vom 18. Januar als «eine der letzten Bullen, die Papst Benedikt XVI. unterzeichnet hat». Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner überbrachte Grüße und eine Einladung nach Rom von Papst Franziskus.

Das Bistum Dresden-Meißen

Das Bistum Dresden-Meißen wurde vor mehr als tausend Jahren - 986 - gegründet.

Mit rund 140.000 Katholiken ist es die drittkleinsten Diözese unter den 27 deutschen katholischen Bistümern.

Es erstreckt sich im Freistaat Sachsen - mit Ausnahme des Ostteils und der Regionen im Norden von Leipzig - bis nach Ostthüringen mit Gera, Altenburg und Greiz. Wesentlicher Bestandteil ist die stark katholisch geprägte Region der sorbischen Oberlausitz.

Mit einem Katholikenanteil von drei bis vier Prozent der Bevölkerung zählt das Bistum aber zu den sogenannten Diaspora-Regionen in Deutschland.

Viele Katholiken im Bistum sind treue Kirchgänger. Statistisch kommt jeder Fünfte sonntags zum Gottesdienst in eine der 97 Pfarreien.

Das sorbische Rosenthal und das Kloster Wechselburg sind Wallfahrtsorte. Ein weiteres Kloster, die Abtei St. Marienthal bei Ostritz, ist das älteste der Zisterzienserinnen in Deutschland.

Seit 1980 ist Dresden Bischofssitz und die einst königliche Hofkirche Kathedrale, also Bischofskirche.

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Bischof Koch versprach, für die Menschen einzustehen und bat um diesen Dienst auch von ihnen. «Es stimmt nicht, dass wir reich werden, je mehr wir für uns behalten», sagte der 58-Jährige in seiner ersten Dresdner Predigt. «Alles Große wächst im Teilen, im Mit-teilen: die Freude wie die Liebe.» Das gelte für den Einzelnen und das Engagement als Christen in Politik und Gesellschaft.

Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte Koch als aufmerksamen Zuhörer, konstruktiven Einmischer und verlässlichen Brückenbauer. «Von Dresden gingen und gehen kräftige Glaubensimpulse und Glaubenszeugnisse aus, die in unser Land hineinwirken.» Kochs neuer Wirkungsort sei zwar weniger katholisch geprägt, aber «eine lebendige Diaspora». Er solle sich einmischen in die Fragen einer wachsenden Kirche hier und in die Debatten, die Kirche und Gesellschaft prägen.

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Einige der rund 3000 Menschen verfolgten die Messfeier draußen auf einer Leinwand, weil die Kathedrale voll besetzt war. Dort saßen Priester, Ordensleute, Bischöfe aus Deutschland, Tschechien, Polen und der Ukraine sowie Gruppen aus dem Rheinland und der Sorben, einer katholischen Minderheit in Sachsen. In ihrer Sprache trug Ministerpräsident Stanislaw Tillich seine Fürbitte vor. Nach dem Gottesdienst wurde Koch herzlich gefeiert, Jugendliche sangen Ständchen und der Bischof musste viele Hände schütteln - unter strahlend blauem Himmel. (dpa)