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Niesky
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Hier kommt der Wachsmann-Knoten her

Konrad Wachsmann erfand den schraubenfreien Holzverbinder. Der interessiert heute noch junge Wissenschaftler. Das zeigt eine Ausstellung in Niesky.

Von Steffen Gerhardt
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Claudia Wieltsch zeigt einen der Wachsmann-Knoten mitten in der neuen Sonderausstellung im Nieskyer Wachsmann-Haus. Sie öffnet am Freitag.
Claudia Wieltsch zeigt einen der Wachsmann-Knoten mitten in der neuen Sonderausstellung im Nieskyer Wachsmann-Haus. Sie öffnet am Freitag. © André Schulze

Zum Patent hat Konrad Wachsmann seinen „Universalknoten“ 1944 in den USA angemeldet. Zu dieser Zeit lebte der gelernte Tischler und spätere Chefarchitekt von Christoph und Unmack bereits drei Jahre im Exil. Seinen Ursprung hat der schraubenfreie Holzverbinder aber in Niesky. Denn die Erfindung war ein Resultat von Wachsmanns jahrelanger Arbeit in dem auf Holzbauten spezialisierten Nieskyer Unternehmen. Seit 1926 arbeitete er als Chefarchitekt bei C & U und beschäftigte sich intensiv mit der industriellen Vorfertigung. Dazu gehörte auch, die Holzelemente im Baukastensystem kosten- und zeitsparend zusammenzufügen.

Das gelang ihm aber erst mit dem Berliner Architekten und Bauhaus-Gründer Walter Gropius im amerikanischen Exil, in Lincoln Mass. Dort entwickelten beide mit dem „Packaged House System“ ein Fertighaussystem in Holzbauweise, das international für Aufmerksamkeit sorgte. Und diese hält bis in die heutigen Tage an, sagt Claudia Wieltsch als Kunsthistorikerin und zuständig für das Konrad-Wachsmann-Haus in Niesky.

Dort öffnet am Freitag eine Sonderausstellung, in deren Mittelpunkt der „Wachsmann-Knoten“ steht. Sie wird im Jubiläumsjahr „Bauhaus 100“ in Niesky gezeigt, der ersten Wirkungsstätte von Konrad Wachsmann. Grundlage der Ausstellung, so Claudia Wieltsch, ist ein im vergangenen Jahr durchgeführtes Forschungsprojekt des Bauhauses Dessau. „Acht junge Gestalter, Kuratoren und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern haben Wachsmanns Universalknoten als Grundlage eines industrialisierten Bausystems erforscht“, berichtet Claudia Wieltsch. Auf Sputensuche begaben sich die acht Leute und recherchierten neben Niesky auch in Berlin, Ulm sowie in Boston und Chicago.

Die Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit sind in der Ausstellung „Die Kunst des Fügens: Entwurf einer universellen Verbindung“ zusammengefasst. Sie wurde im vergangenen Jahr erstmalig im Bauhaus Dessau präsentiert. Ab Freitag ist sie im Wachsmann-Haus in Niesky zu besichtigen. Die acht Teilnehmer sehen diese Ausstellung als ein offenes System, das Anknüpfungspunkte für das Zusammenbauen heutiger Fertighaussysteme bieten soll.

Ausstellungseröffnung am Freitag, 18 Uhr, im Konrad-Wachsmann-Haus Niesky, Goethestraße 2. Die Ausstellung ist bis zum 8. September zu den Öffnungszeiten des Wachsmann-Hauses zu besichtigen.

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