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Der Wasserstoff-Flitzer

Harthaer Schüler bauen im Projekt der TU Chemnitz ein Modellauto. Das fährt mit dem Treibstoff der Zukunft.

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Michael Möhmel (von links) , Richard Zschaage, Tobias Jäckel und Sarah Celine Döbler bauen an einem Rennmodell mit Wasserstoffantrieb.
Michael Möhmel (von links) , Richard Zschaage, Tobias Jäckel und Sarah Celine Döbler bauen an einem Rennmodell mit Wasserstoffantrieb. © Dietmar Thomas

Von Claudia Erbert

Hartha. Die TU Chemnitz hat sächsische und tschechische Schulen für ein Projekt gesucht, bei dem Schüler ein Modellauto bauen und dann gegeneinander antreten, erklärt Physiklehrerin Silke Schmidt. Gymnasiasten aus Hartha sind dabei. 

Die ehemalige Informatik-AG am Martin-Luther-Gymnasium besteht aus sechs Jungen und einem Mädchen, die die Lehrerin als perfekt für dieses Projekt ansah: „Ich dachte, da sind wir produktiver, als wenn wir nur programmieren.“

Alle sind sofort von der Idee begeistert und legen sofort los, als im Januar der Bausatz kommt. Der ist für alle gleich, Grundplatte, Fahrwerk, Elektromotor, Wasserstofftanks für die Brennstoffzelle.

 Die Herausforderung ist aber eine andere: Jede Schule hat eine Partnerschule zugewiesen bekommen, die deutsch-tschechische Teams sollen zusammenarbeiten, um ihre Autos nach den Kategorien Schnelligkeit, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit zu konfigurieren, um dann in Rennen gegeneinander anzutreten.

„Die größte Aufgabe wird sein, das Fünfstundenrennen überhaupt zu überstehen“, erklärt Richard Zschaage. „Wenn man schnell sein will und nur Vollgas fährt, sind die zugeteilten 20 Tanks zu schnell leer.“ 

Das konnten die Jugendlichen am letzten Wochenende zum ersten Mal in Děčín ausprobieren. Fünf Schüler durften mit Silke Schmidt zum ersten Rennen fahren. „Dort haben wir sehr viel gelernt und vor allem gebaut“, erklärt sie.

„Der Schwerpunkt von unserem Auto ist zu hoch, weil wir keine andere Möglichkeit gesehen hatten, die beiden unterschiedlichen Bausätze zu verbinden“, erklärt Tobias Jäckel, der das meiste technische Wissen mitbringt. „Dadurch ist unser Auto in zu engen Kurven umgekippt. Außerdem haben wir die Karosse verloren – dort hat uns der Projektleiter Klemmstifte gegeben, die die anderen auch verwenden.“ 

Auch andere technische Mängel wurden im harten Rennalltag entdeckt. „Wir haben sogar die Reifen von den Felgen verloren, weil wir die nur aufgezogen, aber nicht angeklebt hatten – auf Teppich hatten wir das vorher nicht probiert, das sind aber die Rennbedingungen“, erzählt Richard. „Für alle war auch neu, dass noch 19 andere Autos auf der Strecke waren – es gab etliche Zusammenstöße, sodass viel repariert werden musste.“

Dabei sind die Modellautorennen den echten ganz ähnlich – es gibt eine Boxengasse, in der nur die eingeteilten Schrauber, nicht aber die Fahrer bauen dürfen. „Frau Schmidt hat viel bei den anderen fotografiert und wir haben uns auch an den Nachbartischen umgesehen, um von den anderen zu lernen – trotz gleichem Bausatz gibt es eben viele Möglichkeiten“, erklärt Richard.

Das nächste Rennen, das dann schon vier Stunden dauern soll, findet am 30. März wieder in Děčín statt, das Finale dann am 8. Juni in Chemnitz. 

Bis dahin wollen die Jugendlichen ihr Auto so optimal wie möglich aufbauen und auch das Fahren perfektionieren: „Die Lenkung reagiert super empfindlich, der Schwerpunkt muss noch geändert werden und den Mittelweg zwischen Geschwindigkeit und Verbrauch müssen wir auch noch finden“, so Tobias. 

„Ich habe für uns auch Hilfe organisiert: Dr. Wolfgang Fichtner von der Sensortechnik Meinsberg hat uns schon Tipps gegeben und steht weiter zur Verfügung, außerdem helfen uns auch einige Väter, und Pierburg will uns mit Wissen unterstützen.“