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Pirna

Die hängenden Karten von Maxen

Island, Japan, Italien – Maxen: Diese gedankliche Reise haben die Exponate der neuen Ausstellung im Listhus gemacht.

Ilona Krieg zwischen ihren Briefkarten im Listhus. Wer alle lesen will, sollte Zeit mitbringen: Es sind 365. © Marko Förster

In Ausstellungen hängt meist etwas an der Wand oder steht im Raum. Es kann aber auch von der Decke hängen. So wie jetzt im Maxener Listhus die über 180 Briefkarten mit jeweils zwei Dreizeilern und etwa 200 Kleinkramsachen. Geschrieben und zusammengetragen hat das alles Galerieinhaberin Ilona Krieg.

Sie hat an jedem Tag eines Jahres einen Dreizeiler aufgeschrieben. Das Vorbild dazu kommt aus Japan und heißt Haiku, die Inspiration dazu gab ein Isländer, der ein Jahr lang an jedem Tag eine Kuh malte. Nun haben Dreizeiler schreiben und Kühe malen zumindest auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Doch Ilona Krieg dachte, was der Kuhmaler kann, kann ich auch. Nicht malen, aber schreiben, und das an 365 Tagen. Und wirklich jeden Tag, also nicht mal drei Tage vor- oder zwei nachschreiben. Am Ende wurden die Sprüche noch auf die Karten übertragen und mit kleinen Skizzen verziert, umrahmt, ergänzt. Man kann den Karten zum Teil anlesen, in welcher Jahreszeit sie etwa entstanden. Wenn Ilona Krieg zum Beispiel von Brombeeren, Johannisbeeren oder Himbeeren schreibt oder „Heute entfaltet – eine einzige Blüte – das zarte Wunder“.

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Zeitloses Schweben

Andere Karten sind zeitlos: „Steinchen auf Steinchen – Ein Puzzle, ein Mosaik – Du bist, was Du tust“ zum Beispiel, oder: „Über das Schätzen – Einschätzen und Wertschätzen – ohne taxieren“ und „Das ist gut, das ist schlecht – Menschen verschränken Arme – sitzen auf dem Ross“.

Zwischen diesen Karten hängen dann Dinge wie eine leere alte Backpulvertüte, ein gehäkelter Taschentuchbehälter, Schokoladenpapier, ein Handschuh, Armbänder, eine Blume – Dinge, die aus der Zeit gefallen scheinen und ihren eigenen Drei- oder Mehrzeiler erzählen. Auch die von Ilona Kriegs Hündin zerlegte Engel-Lichterkette kommt so noch einmal zu Ehren.

Selten wird es Besuchern einer Ausstellung so leicht gemacht, schnell miteinander ins Gespräch zu kommen. Beim durch den Krimskrams angeregten Erinnern und beim Halten der Briefkarten, damit der andere sie fotografieren kann. Selten ist bei Ausstellungseröffnungen im Listhus so viel fotografiert worden wie am Sonntagnachmittag.

Die Idee mit dem Aufhängen von Exponaten ist nicht neu. Ilona Krieg und Peter Reindl haben sie bei einer Kulturreise in Italien in einer Kirche entdeckt. Da waren es 1 000 Blüten, die die Besucher verzauberten. „Das Schweben lässt einen sofort lächeln“, sagt Ilona Krieg und wünscht sich das auch von den Besuchern ihrer Ausstellung. Die ist ständig in Bewegung, weil das Hängen von der Decke nicht so statisch wie das Hängen an der Wand ist.

Das Aufhängen der insgesamt knapp 400 Exponate hat wohl fast so lange wie das Schreiben und Sammeln gedauert: Sieben Stunden haben Ilona Krieg und Peter Reindl eine Karte nach der anderen und ein Nippes nach dem anderen an die Decke getackert. Nicht mitgerechnet das Verknoten der Fäden, an denen die Karten und der Kleinkram hängen. In Rahmen gelegt und aufgehängt – das wäre wohl schneller gegangen. Aber dann wären es ja nicht die hängenden Karten von Maxen geworden…

Ausstellung, Listhus Maxen, Maxener Straße 13, geöffnet bis 5. Mai immer am Wochenende von 13 bis 16 Uhr

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