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Die Pfefferkuchenkönigin von Altenberg

Das Geheimnis eines guten Pfefferkuchens ist Zeit, viel Zeit. Simone Pencik hat das richtig gemacht – und wohl noch mehr.

Von Franz Herz
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Petra Oertel vom Tourismusbüro Altenberg (links) gratuliert Simone Pencik aus Altenberg zu ihrem Lebkuchen. Er hat der Jury am besten gemundet.
Petra Oertel vom Tourismusbüro Altenberg (links) gratuliert Simone Pencik aus Altenberg zu ihrem Lebkuchen. Er hat der Jury am besten gemundet. © Frank Baldauf

Ein schlesischer Lebkuchen überzeugte die Jury für den Altenberger Plätzchenkönig in diesem Jahr, genaugenommen ist es eine Pfefferkuchenkönigin. Dabei war das Gebäck eine Premiere. Doch die ist Simone Pencik so gut geglückt, dass sie damit den Wettbewerb in Altenberg gewonnen hat. Petra Oertel, Mitarbeiterin im Tourismusbüro Altenberg, hat die Königin beim Weihnachtsmarkt in der Bergstadt ausgezeichnet und ihr die Urkunde überreicht.

„Es war für mich schon eine Herausforderung, Lebkuchen zu backen“, sagt die Simone Pencik. Es war das erste Mal, dass sie sich an einem solchen Gebäck versucht hat – und das gleich mit solchem Erfolg. Aber sie hat sich auch große Mühe gegeben. Zu Beginn hat sie im Internet ein Rezept gesucht, das ihr zusagte. Dass es dann ein schlesischer Lebkuchen wurde, hatte einfach damit zu tun, dass ihr das Rezept gefallen hat. „Ich habe mir auch noch andere angesehen, aber die fand ich nicht so gut“, sagt die Altenbergerin.

Das Besondere an einem Lebkuchenteig ist die Zeit. Er muss mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen ruhen, damit sich die Aromen richtig entfalten können. Simone Pencik hat ihrem schlesischen Teig fünf Tage Ruhe gegönnt.

Offenbar lag sie mit dem Rezept und der Zubereitung genau richtig. „Was jetzt so gut gepasst hat, weiß ich auch nicht. Ich war ja bei der Verkostung nicht dabei“, sagt die Plätzchenkönigin. Das Altenberger Tourist-Info-Büro hatte zum vierten Mal zum Plätzchen-Wettbewerb für Hobby-Bäcker aufgerufen. Zehn Jahre lang war vorher der leckerste Stollen im Osterzgebirge gesucht worden . Diesmal sollte der Pfefferkuchen-König gekürt werden. Und tatsächlich trudelten neun Einsendungen aus dem Gebiet zwischen Zinnwald, Dresden und sogar aus Wilthen mit Kostproben aus den hauseigenen Plätzchen-Bäckereien für den Wettbewerb ein. Die Ausschreibung war sehr frei gefasst, darum waren sowohl Lebkuchen als auch Pfefferkuchen möglich. Aber wer einen Pfefferkuchen backen will, muss sich wesentlich früher darum kümmern. Denn dieser Teig wird bis zu drei Monate lang gelagert.

Wie viel Teig sie hatte, weiß Simone Pencik nicht mehr. Auf jeden Fall war ein Kilogramm Mehl die Basis, und daraus sind am Ende 30 Lebkuchenstücke geworden. Drei Stück davon hat sie in die Verkostung gegeben, den großen Rest bekommt jetzt die Familie. „Zu Weihnachten, oder vorher schon, wenn wir zum Kaffee zusammensitzen“, sagt Simone Pencik. Zur Familie gehören fünf Kinder, fünf Enkel und ein Urenkel. Bei diesen vielen Köpfen sind die Lebkuchen schnell verputzt.

Dieses Jahr hat die Altenbergerin am 24. Dezember, Heiligabend, arbeitsfrei. Das ist für sie eine Ausnahme, denn sie arbeitet als Zustellerin bei der Deutschen Post in Dippoldiswalde. „Da haben wir jetzt in den Tagen vor Weihnachten vollauf zu tun“, sagt sie. Natürlich werden auch am 24. Dezember Briefe, Päckchen und Kartengrüße ausgetragen. Aber reihum hat auch immer jemand am Heiligabend frei. „Da bin dieses Jahr ich an der Reihe“, freut sich die Altenbergerin.