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Meißen

„Die Situation ist dramatisch“

Einer der führenden deutschen Klimaforscher kommt ins Meißner Land. Bekannt wurde er durch eine irre Idee.

Anders Levermann vertritt als Klimaforscher zuweilen kontroverse Thesen, um die Menschen wachzurütteln.
Anders Levermann vertritt als Klimaforscher zuweilen kontroverse Thesen, um die Menschen wachzurütteln. © PIK

Klipphausen. Ein künstlicher Schneesturm aus entsalztem Wasser, der den Eisschild der Antarktis stabilisiert? Kann so verhindert werden, dass Metropolen wie Hamburg oder New York durch die Erderwärmung und den Anstieg des Meeresspiegels überflutet werden? 

Vorgestellt hat diese Idee im Sommer ein Team um den deutschen Klimaforscher Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. In einem Beitrag für die ARD sagte der 46-Jährige „Die Situation ist dramatisch. Und ich spreche das aus.“ Gegenüber der Bild-Zeitung verwies der Wissenschaftler darauf, dass die Menschheit vielleicht noch nie da gewesene Anstrengungen unternehmen müsse, um ein noch nie da gewesenes Risiko zu vermeiden.

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Am Freitag, dem 15. November, wird Professor Levermann um 19 Uhr auf Schloss Scharfenberg zum traditionellen Kamingespräch des Kulturkreises erwartet. Das Mitglied des Klimarates der Bundesregierung hat seinen Vortrag unter die ironische Überschrift „Goldene Zeiten“ gestellt.

Der Potsdamer Forscher gehört zu den schärfsten Kritikern des jüngst von der Großen Koalition in Berlin beschlossenen Klimapakets. In einem Beitrag für das News-Portal Spiegel Online wird er mit der Aussage zitiert: „Dieses Eckpunktepapier ist ein klares Politikversagen.“ Gebraucht würden jetzt keine politischen Kompromisse, sondern Reduktionen. Das heißt etwa ein deutliches Zurückführen des Ausstoßes an Kohlendioxid. Das jedoch würde mit den Eckpunkten der Regierung verzögert und auf die lange Bank geschoben.

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Levermann gilt in Fragen der Bekämpfung des Treibhauseffekts als Befürworter drastischer staatlicher Maßnahmen. In einem längeren Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung erläuterte er im März ausführlich, weshalb die Lösung globaler Probleme wie des Klimawandels nicht dem Einzelnen überlassen bleiben könne. Dieser sei damit überfordert. Denn um tatsächlich wirksam etwas gegen die Erderwärmung zu tun, müsste der Einzelne „die Weltrettung zum Zentrum seines täglichen Lebens machen.“ (SZ/pa)

Aus Platzgründen ist eine Reservierung über diese Mailadresse nötig. Der Unkostenbeitrag für Gäste beträgt 15 Euro. In der Schlossküche können Speisen und Getränke erworben werden.

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