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Die Chefs vom besten Campingplatz

Seit 19 Jahren managen Dagmar und Thomas Lux den Camping- und Freizeitpark in Kleinröhrsdorf. Er ist hochdekoriert. Nun wird schon wieder gebaut.

© Matthias Schumann

Reiner Hanke

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Kleinröhrsdorf. Schneeflocken wirbeln über den Camping- und Freizeitpark Lux-Oase in Kleinröhrsdorf. Die 40 Dauercamper haben ihre Wohnwagen dichtgemacht. Aber in der Rezeption hat Thomas Lux schon die Gäste für die kommende Saison am Telefon und beantwortet ausführlich Fragen. Die einen wollen unbedingt schon Karten für die Semperoper buchen, die anderen unbedingt einen Schattenplatz: „Wir wollen wirklich jeden Wunsch erfüllen und sagen niemals: ‚Das geht nicht.‘“. Egal, ob der Wagen kaputt oder ein Ausflug geplant ist.

Fast pausenlos klingelt es. Denn jetzt wird der Urlaub geplant. Flockenwirbel und Regenwetter in dieser Woche können dem 46-Jährigen an dem Tag gewiss nicht die Laune verderben. Denn die jüngsten Ergebnisse des renommierten Camping-Info-Awards sind ein Grund zur Freude. Für den gaben 51 000 Campingfreunde über 90 000 Bewertungen ab. Unter den 100 besten Campinganlagen Europas hat es die Lux-Oase im Rödertal ganz nach vorn gebracht. Nur der Anlage Seiseralm im italienischen Südtirol musste die Lux-Oase den Vortritt lassen.

Hinter Kleinröhrsdorf müssen sich Städte und Regionen mit so klangvollen Namen einordnen wie Salzburg oder Venetien, Bruck am Großglockner. Sie können mit Kleinröhrsdorf nicht mithalten. Auch nicht das Yellohl Village Le Brasilia in Frankreich oder Plätze in den Niederlanden. Selbst Spitzenplätze in Bayern und an der Ostseeküste müssen sich dahinter anstellen.

Die Gäste haben entschieden

Entschieden darüber haben die Gäste. Damit schreibt die Lux-Oase an der Talsperre Wallroda Campinggeschichte: Den besten Campingplatz Deutschlands hat Kleinröhrsdorf im Rödertal. Dagmar und Thomas Lux, die Betreiber des Camping- und Freizeitparks, sind glücklich, aber bescheiden: „Ohne die hervorragende Arbeit unseres Teams, das unser Bestreben um Gastfreundschaft mit uns gemeinsam lebt, wäre diese Auszeichnung nicht möglich gewesen.“ Eine Stammbelegschaft von neun Mitarbeitern schmeißt den Laden. Da ist die Gastronomie, privat verpachtet, noch nicht mit dabei.

Derzeit kümmert sich die Mannschaft vorrangig um die Gäste in der Wellnesslandschaft mit Sauna, Dampfbad, Erlebnisduschen und Entspannungspool. Das Spielparadies wird gern für Kindergeburtstage gebucht.

Die Winterpause nach monatelangem Dauerbetrieb nutzen die Betreiber für Reparaturen an den Anlagen und für Bauarbeiten. Die wären bei Hochbetrieb in der Saison ohnehin nur hinderlich. Bagger stehen auf dem Gelände. Leitungsgräben sind zu ziehen. Bis März sollen im Süden des Geländes weitere Stellplätze für Wohnmobile und Campinggespanne eingerichtet werden, um dem Bedarf gerecht zu werden. Zu den 240 Stellplätzen sollen noch zehn bis zwölf hinzukommen. „Wir wollen auch Standflächen vergrößern“, sagt Thomas Lux. Denn der Trend zu größeren und komfortableren Fahrzeugen halte an. Den Gästewünschen wolle die Lux-Oase entgegenkommen und Standplätze bis zu 200 Quadratmetern Fläche anbieten.

50 000 Übernachtungen pro Jahr

Von den Gästewünschen lässt sich das Unternehmerehepaar immer wieder leiten. Sie sehen es als das Rezept ihres Erfolgs, der ihnen inzwischen über 50 000 Übernachtungen pro Jahr bringt. Thomas Lux: „Dabei treibt uns auch der Erfolg an.“ Den Wünschen gehen Lux’ mit einem Fragebogen nach, verfolgen aber auch die Bewertungen auf dem Internetportales www.camping.info, das den Award verleiht und vergleichbar mit dem bekannten Urlauberportal „Holliday-Check“ ist. Dort werden die Sterne durch Gäste vergeben.

Stolze 4,83 von 5 erreichten die Kleinröhrsdorfer im Durchschnitt aller Bewertungskategorien von den Sanitäranlagen, über die Freundlichkeit, das Preis-Leistungs-Verhältnis bis zur Familienfreundlichkeit. Da ist viel Lob zu erwarten und in den über 200 Einträgen auch durchweg nachzulesen. Familie Langerhuse zum Beispiel schreibt von einem traumhaften Platz. Alfons Rook kündigt schon den nächsten Besuch an. Bernd ist begeistert von der Wellnessoase, andere sind es vom Ausflugsangebot. Ab und zu gibt es Anregungen. Mal zu den Brötchen oder zum Rasen. „Das nehmen wir natürlich sehr ernst“, sagt Thomas Lux.

Andere Hinweise gehen weit über die Möglichkeiten hinaus, so zum Beispiel Kritik am öffentlichen Nahverkehr oder am Radwegenetz und an Bademöglichkeiten am benachbarten Stausee Wallroda. Da ist die Politik gefragt, um die Region für den Tourismus attraktiver zu machen.

Viele Verbesserungen resultierten aus den Vorschlägen. Zum Beispiel auch die Wellnesslandschaft. Größere Stellplätze anzubieten, war eine Anregung: „Die Brötchenversorgung haben wir neu organisiert.“

Zentrale Lage ist ein Plus

Neben den Inlandstouristen sind die Niederländer die größte Gruppe der Camper. Wegen der Euroschwäche hat aber auch immer mehr Engländer die Reiselust gepackt, weil Reisen für sie billiger geworden ist. Ähnliches gilt für die Schweizer. Dänen sind oft zu Gast und Österreicher. Über internationale Campingführer rollen aber auch immer mal Gäste von Down-Under auf den Platz. Sie alle schätzen vor allem auch die zentrale Lage des Platzes zwischen Dresden, Elbsandsteingebirge und Lausitz. Und das schon im 19. Jahr.

Mitte der 1990er-Jahre machten sich Dagmar Lux mit Abschluss im internationalen Marketing und der Betriebswirtschaftler Thomas Lux selbstständig und erfüllten sich den Traum von der eigenen Campinganlage. Kleinröhrsdorf war dabei nicht die einzige Option. Ausschlaggebend seien neben der Lage vor allem die freundlichen und hilfsbereiten Menschen im Rödertal gewesen, sagt der Manager. Das werde auch von den Gästen bestätigt. Die tragen den Namen Kleinröhrsdorf hinaus in die Welt, freut sich Lux und kann die tollsten Geschichten von seinen Gästen erzählen. Da tauschen Urlauber auf griechischen Inseln oder im fernen Japan zufällig ihre Erlebnisse in aller Welt aus, und dann heißt es: „Kleinröhrsdorf, bei Dresden, da waren wir auch schon.“