merken
PLUS Dippoldiswalde

Wie weiter mit dem Busbahnhof Dipps?

In Dippoldiswalde wächst der Unmut über das Bauwerk. Ein Rentner hat jetzt eine Mängelliste vorgelegt. Und die Stadt hat einen Plan.

Nicht nur Heinz Wirrig ärgert sich über den Zustand des Dippser Busbahnhofes.
Nicht nur Heinz Wirrig ärgert sich über den Zustand des Dippser Busbahnhofes. © Egbert Kamprath

Zum Dippser Busbahnhof hat Heinz Wirrig eine klare Meinung: "Das ist der ungastlichste Busbahnhof, den ich weit und breit kenne." Und er muss es wissen. Wirrig ist ein Rentner, der gern wandert und so in der Region viel herumkommt. 

"Fast jeden Samstag, wenn sich unsere Wandergruppe zur anstehenden Tour morgens am Busbahnhof trifft, bekomme ich von auswärtigen Wanderfreunden unter anderem zu hören: Wann wird denn endlich mal dieser vergammelte Busbahnhof in Ordnung gebracht?" Wirrig kann nur mit den Schultern zucken. Denn es tut sich nichts am "geisterhaft wirkenden Stahlträger- und Betonsäulenskelett". Und es sieht auch nicht so aus, als würden hier demnächst Arbeiten in Angriff genommen werden.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Der Busbahnhof Dippoldiswalde mit seinem "geisterhaft wirkenden Stahlträger- und Betonsäulenskelett".
Der Busbahnhof Dippoldiswalde mit seinem "geisterhaft wirkenden Stahlträger- und Betonsäulenskelett". © Egbert Kamprath

Zu tun gäbe es jedenfalls einiges, so der Dippser. Denn die Liste der Mängel ist lang: Von den Wänden fällt der Putz ab, an mehreren Stellen prangen abstoßende Schmierereien. Zwar gibt es einen Warteraum, doch aus Angst vor Vandalismus wurde dieser geschlossen. Zu Beginn der kalten Jahreszeit ist das kein gutes Zeichen. "Man darf sich als Fahrgast also riesig auf die frostige Jahreszeit freuen", merkt der Senior ironisch an. Warten könnte man im Vorraum. "Doch den traut man sich fast nicht zu betreten, wegen des echt schweinisch aussehenden Fußbodens", so Wirrig.

Auch die zum Busbahnhof gehörende öffentliche Toilette ist geschlossen. "Für mich ist das eine Schande und ein unerträglicher Zustand. Und die am Bahnsteig 1 angebrachte Uhr steht schon seit ewigen Jahren still." Aus den Lautsprechern habe er noch nie einen Hinweis vernommen. Dabei würde er sich als Fahrgast darüber freuen, wenn ihm mitgeteilt werden würde, wenn mit Verspätungen zu rechnen sei, so Wirrig. Und noch etwas ärgert ihn: Auf der Südseite des Warteraumes steht verdorrtes Unkraut, das zusätzlich zum ungepflegten Eindruck  des Busbahnhofs beiträgt. 

Trostlos sieht der Busbahnhof aus, wie das Foto vom Unterstand zeigt. 
Trostlos sieht der Busbahnhof aus, wie das Foto vom Unterstand zeigt.  © Heinz Wirrig
Der Vorraum hat einen "echt schweinisch aussehenden Fußboden", sagt Heinz Wirrig.
Der Vorraum hat einen "echt schweinisch aussehenden Fußboden", sagt Heinz Wirrig. © Heinz Wirrig
Auf der Südseite des Warteraumes steht verdorrtes Unkraut. Es sieht ungepflegt aus, so Wirrig. 
Auf der Südseite des Warteraumes steht verdorrtes Unkraut. Es sieht ungepflegt aus, so Wirrig.  © Heinz Wirrig

"Die Zustände wirken echt abstoßend", sagt Wirrig. Dabei versteht sich Dippoldiswalde als Tor zur Urlaubs- und Ausflugsregion Osterzgebirge. Der Busbahnhof aber ist ein "äußerst schlechtes Aushängeschild". Deshalb fragt nicht nur er sich: Wie lange sollen die Fahrgäste mit diesen Zuständen leben?

Ordnungsamt kontrolliert regelmäßig

Im Dippser Rathaus weiß man um die Problematik. Um die Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten, sei das Ordnungsamt unter der Woche täglich und auch am Wochenende stichprobenartig vor Ort, sagt die Dippser Rathaussprecherin Linda Knetsch. "Zudem kontrolliert die Polizei täglich diesen Bereich." Außerdem werde das Areal mit Videokameras überwacht. Diese seien aber nur bedingt hilfreich, da nicht der gesamte Bereich überwacht wird. Dennoch sei es gelungen, Täter zu ermitteln, so die Sprecherin. 

Das grundsätzliche Problem kann mit den Kontrollen aber nicht behoben werden: der Bauzustand. Am Busbahnhof muss etwas passieren. Das hat sich sogar bis nach Dresden herumgesprochen, sagte Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) im Sommer in einem SZ-Gespräch. Dort erklärte sie, dass man mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) im Gespräch über einen Neubau sei. Dazu seien aber noch einige Fragen zu klären: Unter anderem diese: Wie muss der Busbahnhof gestaltet werden? Und kann es sich Dipps leisten, wieder einen Busbahnhof mit Parkdeck zu bauen? Und soll er eine öffentliche Toilette haben?

Stadt plant Sanierung und Umbau des Busbahnhofs

Weiterführende Artikel

Meine Vision: 15.000 Einwohner für Dipps

Meine Vision: 15.000 Einwohner für Dipps

Oberbürgermeisterin Kerstin Körner ist ein Jahr im Amt. Sie hat mit vielen Themen zu kämpfen: Investitionsstau, Welterbe, Verwaltung und Corona.

Inzwischen steht fest: Die Stadtverwaltung Dippoldiswalde möchte eine umfassende Sanierung beziehungsweise einen Umbau des Busbahnhofes in Dippoldiswalde in Angriff nehmen, sagt die Stadtsprecherin. Dabei sollen sowohl die aktuellen Anforderungen des Regionalverkehrs Sächsische Schweiz-Osterzgebirge RVSOE als auch die Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Dazu seien bereits Vorgespräche mit dem Verkehrsverbund geführt worden. "Die Gesamtkosten werden im Entwurf des Haushaltsplanes der Stadtverwaltung mit einer Summe von circa drei  Millionen Euro geplant", so Linda Knetsch. 

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde und Umgebung lesen Sie hier

Mehr zum Thema Dippoldiswalde