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Unnötige Zählerablesungen finden ein Ende

Bisher müssen Dippser Hausbesitzer für Trink- und Abwasser separat die Wasseruhr ablesen. Den Doppelaufwand können sie sich bald sparen.

Normalerweise arbeitet ein Wasserzähler unauffällig irgendwo im Keller oder einem Schacht. Die Ablesung wird jetzt in Dipps etwas besser organisiert.
Normalerweise arbeitet ein Wasserzähler unauffällig irgendwo im Keller oder einem Schacht. Die Ablesung wird jetzt in Dipps etwas besser organisiert. © Jens Hoyer

Die Dippoldiswalder und Rabenauer Hausbesitzer sollen es künftig etwas bequemer haben. Sie müssen ab dem Jahr 2023 nicht mehr zweimal im Jahr ihren Wasserzähler ablesen. Dann reicht es einmal. Einen entsprechenden Vertrag soll Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) jetzt mit Frank Kukuczka, dem Geschäftsführer der Wasserversorgung Weißeritzgruppe schließen, hat der Betriebsausschuss Abwasser am Donnerstag in Dippoldiswalde einstimmig entschieden. Eine ähnliche Regelung wurde im Frühjahr schon für den Abwasserzweckverband Oelsabachtal beschlossen, informiert Körner weiter. Dort betrifft es die Dippser Ortsteile Reinholdshain, Oberhäslich und die gesamte Stadt Rabenau.

Böse Anrufe wegen der Ablesung im Winter

Künftig wird die Wasseruhr einmal im Jahr abgelesen für den Trinkwasserversorger und der gibt seine Daten an den Abwasserbetrieb weiter. Wasserversorger und Abwasserbetrieb haben jetzt ein wenig Abstimmungsbedarf, aber für den Bürger ist es ein Vorteil. Denn das Ablesen der Zähler ist manchmal eine beschwerliche Angelegenheit. „Wir hatten da schon böse Anrufe“, berichtet Isabell Krönert, die seit Juli Leiterin des Abwasserbetriebs der Stadt Dippoldiswalde ist.

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Unkomplizierte Lösung in Freital oder Altenberg

Manche Häuser haben ihren Zähler in einem Schacht außerhalb vom Haus. Der Abwasserbetrieb fordert regelmäßig im November den Zählerstand, damit er seine Jahresabrechnung machen kann. Da liegt aber manchmal schon Schnee, und dann ist es unangenehm, den Zählerschacht freizuschieben und reinzukriechen.

Das ist aber auch gar nicht nötig. Denn den Stand der Wasseruhr erfasst ja die Wasserversorgung Weißeritzgruppe ohnehin einmal im Jahr. Es wäre ein Einfaches, diese Daten auch für die Abwasserabrechnung zu nutzen. Freital, Bannewitz oder Altenberg machen das schon lange so.

Der Arbeitsrhythmus passt nicht zusammen

In Dippoldiswalde aber, in Rabenau und in Teilen von Glashütte beispielsweise werden die Hausbesitzer bisher zweimal im Jahr zum Wasserzähler geschickt. Aus zwei Gründen sind sich hier die Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger bisher nicht einig geworden. Erstens haben sie unterschiedliche Arbeitsrhythmen. Der Trinkwasserzweckverband hat ein rollierendes System. Er lässt jeden Monat einen Teil der Hausbesitzer ablesen und rechnet dafür dann ab. Damit sind die Mitarbeiter das ganze Jahr über gleichmäßig ausgelastet. Und eine Ablesung in den Sommermonaten ist für die Bürger meistens angenehmer als im Winter. Die Abwasserbetriebe rechnen zum Ende des Jahres ab, also benötigen sie ihre Daten zum Jahresende.

Zahlt nur einer allein die Wasseruhr?

Der zweite Grund sind die Kosten. Die Wasseruhr zu betreiben kostet Geld. Im Einkauf kostet ein Zähler rund 25 Euro. Dann muss er alle sechs Jahre ausgetauscht werden. Rund zwölf Euro kalkuliert die Weißeritzgruppe im Jahr für einen Zähler, wie Frank Kukuczka informiert. Wenn aber der Abwasserbetrieb die Wasseruhr mitnutzt, muss er sich an den Kosten auch beteiligen. Das verlangen inzwischen auch Gerichte, ist aber bisher nicht überall geschehen.

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Aber das wird sich in Dipps jetzt ändern. Die Umstellung dauert noch ein Jahr. Der Dippser Abwasserbetrieb muss dafür seine Satzung ändern und kann daher erst ab 2023 auch in dem rollierenden Rhythmus abrechnen wie der Trinkwasserbetrieb. Dann wird der Dippser Abwasserbetrieb keine eigene Zählerablesung mehr organisieren. Er muss nicht mehr 3.200 Hausbesitzer an ihre Wasseruhren schicken, um diese abzulesen, vorher 3.200 Briefe drucken sowie verschicken und nachher 3.200 Antwortkarten einlesen. Dafür zahlt er an den Trinkwasserversorger 4,81 Euro brutto pro Zähler und Jahr. Dafür bekommt er von diesem regelmäßig eine verschlüsselte E-Mail mit den aktuellen Zählerdaten.

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