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Archäologen werden wieder graben in Dipps

Der Obertorplatz wird saniert. Vorher bekommen die Forscher ihre Chance. 2013 haben sie in der Nachbarschaft bereits sensationelle Funde gemacht.

So sieht es aus, wenn Archäologen eine Fläche gründlich untersuchen. Daneben auf dem Obertorplatz sind wieder Grabungen geplant.
So sieht es aus, wenn Archäologen eine Fläche gründlich untersuchen. Daneben auf dem Obertorplatz sind wieder Grabungen geplant. © Egbert Kamprath

Als vor Jahren das Landesamt für Archäologie die ersten Funde aus den mittelalterlichen Dippoldiswalder Bergwerken untersuchte, war es eine Sensation. Die Bergstadt Dippoldiswalde ist deutlich älter, als bis dahin gedacht und stand in ihrer Anfangszeit auf einer Stufe mit Freiberg. Wichtige Hinweise dazu gab es bei einer Grabung auf dem Obertorplatz, die jetzt eine Fortsetzung erfahren wird.

Archäologen planen eine Rettungsgrabung

Die bisherigen Erkenntnisse wurden auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses Roter Hirsch gewonnen. Jetzt plant die Stadt daneben die Sanierung des Gehwegs und der Parkfläche auf dem Obertorplatz. Sobald der Haushaltsplan von Dippoldiswalde für die Jahre 2021 und 2022 bestätigt ist, kann die Stadt mit dem Projekt beginnen. Das ist eine Frage von wenigen Wochen.

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Das Foto zeigt Christiane Hemker im Jahr 2013 auf der Grabungsstelle auf der Fläche des Roten Hirschs in Dippoldiswalde.
Das Foto zeigt Christiane Hemker im Jahr 2013 auf der Grabungsstelle auf der Fläche des Roten Hirschs in Dippoldiswalde. © Egbert Kamprath
Solche Funde lassen das Herz der Wissenschaftler höher schlagen. Dieses Bronzegefäß wurde 2013 auf dem Obertorplatz in Dippoldiswalde gefunden.
Solche Funde lassen das Herz der Wissenschaftler höher schlagen. Dieses Bronzegefäß wurde 2013 auf dem Obertorplatz in Dippoldiswalde gefunden. © Egbert Kamprath

Bei Bauarbeiten in einem archäologisch bedeutsamen Gebiet muss aber jeder Bauherr vorher dem Landesamt für Archäologie die Chance geben zu einer sogenannten Rettungsgrabung. Das ist auch auf dem Obertorplatz geplant. Es soll verhindert werden, dass die Bagger achtlos historisch bedeutende Überreste wegschaufeln. „Wir stehen in Kontakt mit der Stadtverwaltung“, sagt Christiane Hemker, die im Landesamt für Archäologie die Bergbauarchäologie betreut. „Wir werden sowohl im Vorfeld der eigentlichen Bauarbeiten aktiv sein als auch begleitend zum Bau.“

Neue Erkenntnisse zum mittelalterlichen Dipps erhofft

Es wird dieses Jahr aber keine besonders große Grabung in Dippoldiswalde. Voraussichtlich werden zwei Archäologen dort im Einsatz sein, erwartet Hemker. Sie erwartet durchaus Funde, die über die mittelalterliche Bergbausiedlung Dippoldiswalde Auskunft geben. Denn 2012 hat der Archäologie Yves Hoffmann bereits eine sogenannte Sondierungsgrabung auf dem Platz gemacht und dabei auch erste Funde gemacht.

Grabung geht nur so tief, wie unbedingt nötig

Die jetzige Grabung wird auch nicht besonders tief gehen, sondern nur so weit, wie das Erdreich durch die Bauarbeiten zur Platzgestaltung ohnehin umgegraben wird. Das wird in eine Tiefe von 80, 90 Zentimeter gehen. „Unser Anliegen ist ja, möglichst viel von der originalen Substanz zu bewahren“, sagt Hemker. Entgegen der gängigen Annahme wollen die Archäologen nicht möglichst viel ausgraben, sondern die Relikte der alten Zeit unberührt lassen und so zu erhalten.

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