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So soll sich Schmiedeberg weiterentwickeln

Das Einzugsgebiet des Dippoldiswalder Ortsteils reicht schon heute bis nach Tschechien und Mittelsachsen. Jetzt haben sich Stadtplaner vor Ort umgeschaut.

Ein Blick auf das Zentrum von Schmiedeberg. Hier dampft die Weißeritztalbahn über das Viadukt mitten im Ort. Schmiedeberg ist ein besonderer Ortsteil von Dippoldiswalde.
Ein Blick auf das Zentrum von Schmiedeberg. Hier dampft die Weißeritztalbahn über das Viadukt mitten im Ort. Schmiedeberg ist ein besonderer Ortsteil von Dippoldiswalde. © Egbert Kamprath

Schmiedeberg ist ein herausgehobener Ortsteil von Dippoldiswalde. Die Planer der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg stellen im aktuellen Entwurf des Entwicklungskonzepts für Dippoldiswalde fest: Schmiedeberg hat sich zu einem Regionalzentrum im Osterzgebirge entwickelt.

Ärzte, Zahnärzte, Apotheke, Sparkasse, Oberschule, Sozialstation, Pflegeheim und zwei Einkaufsmärkte versorgen weit mehr als den Ort. Sie haben einen Einzugsbereich, der bis an die Grenzen zu Tschechien und zum Landkreis Mittelsachsen reicht.

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Viele Versorgungseinrichtungen im Ortszentrum

Daher widmen die Stadtplaner Schmiedeberg auch viel Aufmerksamkeit. Allein den Kernort haben sie in vier Bereiche aufgeteilt und diese einzeln betrachtet. Das sind einmal der nördliche Bereich des Ortes vom Stadion bis zur Ortsmitte, wo nur einzelne unsanierte Häuser stehen, aber ansonsten die Bausubstanz überwiegend in gutem Zustand ist.

Ein Beispiel für eine Industriebrache ist das ehemalige Verwaltungshochhaus des VEB Ferdinand Kunert.
Ein Beispiel für eine Industriebrache ist das ehemalige Verwaltungshochhaus des VEB Ferdinand Kunert. © Frank Baldauf
Der Bahnhof soll eine bessere Anbindung an das Ortszentrum und an die Wanderwege bekommen.
Der Bahnhof soll eine bessere Anbindung an das Ortszentrum und an die Wanderwege bekommen. © Egbert Kamprath
Die Oberschule Schmiedeberg ist ein Beispiel für die vielen zentralen Einrichtungen, deren Einzugsbereich weit über den Ort hinausreicht.
Die Oberschule Schmiedeberg ist ein Beispiel für die vielen zentralen Einrichtungen, deren Einzugsbereich weit über den Ort hinausreicht. © Karl-Ludwig Oberthür

Daran schließt sich der Ortskern an, wo sich Versorgungseinrichtungen konzentrieren und auch die Bausubstanz weitgehend gut ist. Ein Problemfall ist hier die Oberschule, die dringend saniert werden muss. Diese Arbeiten laufen aber schon. Der Neubau der Turnhalle, der mit Beginn des neuen Schuljahres eröffnet werden soll, ist der erste Schritt dahin. Dann folgen der Abriss der alten Halle und Sanierung sowie Erweiterung des Schulgebäudes.

Wo das industrielle Herz schlägt

Schwieriger ist die Situation im südlichen Stadtgebiet entlang der Altenberger Straße. Hier schlägt zwar das industrielle Herz des Ortes, die Schmiedeberger Gießerei. Aber dieses Herz war früher einmal deutlich größer und aus den vergangenen Zeiten gibt es noch Überreste, die städtebaulich Probleme bereiten. Das Konzept nennt das Hochhaus, wo früher die Verwaltung des VEB Ferdinand Kunert ihren Sitz hatte und zuletzt Brandversuche stattfanden, oder die ehemalige Gaststätte Altenberger Hof, wo einst die Arbeiter ihr Feierabendbier getrunken haben, als Beispiele. Auch das Asylbewerberheim, das außerhalb des Ortes liegt ohne eine Anbindung zum Ortskern, ist so ein Problemfall. Hier wird ja schon lange bemängelt, dass es von dort nicht einmal einen Fußweg in Richtung Schmiedeberg gibt.

Neue Ideen für die kommunalen Wohnungen gefragt

Der Bahnhof selbst ist zwar in Ordnung. Aber hier ist ebenfalls die Anbindung an den Ortskern und an das Wegenetz noch mangelhaft. Die Planer schlagen für das ganze Gebiet vom Ortskern bis zum Asylbewerberheim vor, ein Förderprogramm zu prüfen, das eine Neugestaltung einschließlich der Grünbereiche und des Weißeritzufers ermöglicht.

Für das Pöbeltal, das sie eigens betrachtet haben, empfehlen die Planer, die kommunalen Wohnungen zu verbessern. Sie schlagen vor, in Richtung altersgerechtes Wohnen zu gehen.

Zwei Seiten der B170: gute Anbindung, aber mit Lärm

Wer in Schmiedeberg plant und bauen will, muss in jeden Fall zwei Dinge berücksichtigen, die B170 und die Rote Weißeritz mit ihrem Zufluss, dem Pöbelbach. Die Straße ist die wichtigste Verbindung in die Nachbarstädte Altenberg und Dippoldiswalde sowie nach Dresden. Ihr hat Schmiedeberg auch seine gute Anbindung mit der Buslinie 360 zu verdanken. Die Weißeritztalbahn fährt zwar auch durch den Ort, sie steigert aber vor allem die touristische Attraktivität. Mit zwei Fahrten am Tag trägt sie wenig zur Verkehrsanbindung bei. Andererseits ist die Lärmbelastung durch die Bundesstraße ein Problem.

Schmiedeberg muss mit der Hochwassergefahr leben

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Der zweite Punkt ist der Fluss und die mit ihm verbundene Hochwassergefahr. Für die Rote Weißeritz gibt es Planungen, bei Waldbärenburg ein Rückhaltebecken mit einer Mauer aus Wälzbeton zu bauen. Aber konkrete Daten für einen Bau gibt es derzeit nicht.

Am Pöbelbach hingegen ist im vergangenen Jahr der Hochwasserschutzdamm in Betrieb gegangen. Er reduziert das Risiko im Pöbeltal und im unteren Teil von Schmiedeberg. Dennoch müssen Bauwillige in den Tallagen sich auf diese Gefahren einstellen.

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