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Klingenberg verkauft Gasthofwiese

Der Gasthof in Beerwalde bei Klingenberg ist zwar längst abgerissen. Jetzt bietet aber das Grundstück neue Möglichkeiten.

Dieses Foto ist zehn Jahre alt. Damals ließ die Gemeinde Höckendorf den ruinösen Gasthof Beerwalde abreißen. Jetzt will sie das Grundstück als Bauland verkaufen.
Dieses Foto ist zehn Jahre alt. Damals ließ die Gemeinde Höckendorf den ruinösen Gasthof Beerwalde abreißen. Jetzt will sie das Grundstück als Bauland verkaufen. © Archiv: Egbert Kamprath

Die Gemeinde Klingenberg will eine Wiese mitten in Beerwalde verkaufen, aber eine Wiese mit Geschichte. Es handelt sich um das Grundstück des ehemaligen Gasthofs Beerwalde, der 2011 abgerissen worden ist. Angeboten wird die Fläche als Wohnbauland mit 1.230 Quadratmetern Fläche. Die Gemeinde will dafür mindestens 20.900 Euro haben, wie sie mitteilt. Die Fläche liegt mitten im Ort. Baurechtlich wäre auch eine andere Nutzung vorstellbar, die ins Dorf passt.

Außergewöhnliches Projekt wird zur Investruine

Hier zeigt sich, wie schnell zehn Jahre doch vergehen können. Denn 2011 endete die traurige Geschichte des alten Gasthofs. Die Historie des Gebäudes ging zurück bis ins Jahr 1818. In den 1990er-Jahren hatte sich ein Investor gefunden, ein Handwerker, der sich mit dem Vorhaben aber übernommen hat. Er wollte einen ganz besonderen Landgasthof errichten, hat das Gebäude in weiten Teilen neu aufgebaut und hellblau gestrichen. Mit dieser Farbe ist es bis zum Abriss deutlich ins Auge gefallen. Eine Gaststube, Ferienwohnungen und Wohnungen sollten entstehen. 1998 stellte er sein Projekt vor.

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Nach dem Sturm war kein Eigentümer mehr zu finden

Doch danach wurde es ruhig um das Projekt. Es blieb als Investruine stehen, nichts tat sich mehr. Als 2007 der Orkan Kyrill über das Osterzgebirge fegte, riss er auch einzelne Bahnen des Blechdachs und Teile der Dachpappe ab. Doch niemand kümmerte sich. Die Gemeinde wollte den Eigentümer des Hauses auftreiben. "Wir haben versucht, ihn zu finden. Doch die Post kam zurück", sagt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK).

Zehn Jahre Wartezeit sind jetzt um

Von da an liefen Verhandlungen, dass die damalige Gemeinde Höckendorf das Grundstück kaufen konnte. Hauptproblem war, dass daran noch eine hohe Grundschuld hing. Aber letztlich wurden sich alle handelseinig, die Gemeinde wurde Eigentümer, bekam Fördergelder für den Abriss und ließ die Ruine 2011 dem Erdboden gleich machen.

Bedingung für die Förderung war, dass danach zehn Jahre nichts auf dem Grundstück passiert. Diese Wartezeit ist jetzt um, und auf der Gasthofwiese bieten sich jetzt neue Chancen. Wer daran Interesse hat, kann bis 26. Februar um das Grundstück mitbieten. Gebote müssen in einem verschlossenen Umschlag mit dem Kennwort "Gebot Mühlenstraße 50" an die Gemeindeverwaltung Klingenberg gehen.

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