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Der Probestau im Pöbeltal beginnt

Die Schneeschmelze setzt ein, damit kann der letzte Schritt beim Dammbau jetzt beginnen. Für Autofahrer bringt das aber Umleitungen mit sich.

Ein solches Bild mit aufgestautem Wasser oberhalb des neuen Damms im Pöbeltal bietet sich in den nächsten Tagen wieder. Endlich haben die Verantwortlichen der Talsperrenverwaltung genug Wasser, um den Probestau zu beginnen.
Ein solches Bild mit aufgestautem Wasser oberhalb des neuen Damms im Pöbeltal bietet sich in den nächsten Tagen wieder. Endlich haben die Verantwortlichen der Talsperrenverwaltung genug Wasser, um den Probestau zu beginnen. © Egbert Kamprath

Autofahrer, die durchs Pöbeltal fahren wollten, haben es schon gemerkt: Die Straße ist gesperrt. Der Durchlass durch den Hochwasserschutzdamm ist geschlossen. Der Probestau für das neue Hochwasserrückhaltebecken hat begonnen. Die hohe Schneedecke, die im Erzgebirge liegt, verspricht bei den jetzigen milden Temperaturen genug Schmelzwasser für das Vorhaben.

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Die Bauarbeiten am Damm sind im vergangenen Frühjahr schon zu Ende gegangen. Aber endgültig abgeschlossen ist das Bauvorhaben bisher nicht. Das geht erst mit dem Probestau. Die Fachleute sprechen dabei auch von einer Nassabnahme. In trockenem Zustand wurde das gesamte Bauwerk schon im vergangenen Jahr abgenommen nach Ende der Bauarbeiten. Aber die eigentliche Belastungsprobe kommt dann, wenn der Damm auch Wasser aufstaut.

Eine halbe Million Kubikmeter Wasser sind geplant

Das Becken soll in den kommenden Tagen 17 Meter hoch angestaut werden, informierte die Landestalsperrenverwaltung. Das wären drei Viertel der vollen Stauhöhe. Zwei oder drei Tage lang bleibt das Wasser in dieser Höhe stehen, um genug Zeit für die nötigen Messungen zu haben. Eine halbe Million Kubikmeter Wasser stehen dann im Pöbeltal.

Der Probestau soll verschiedene Fragen beantworten: Wie verhält sich der Damm, wenn das Wasser dagegen drückt? Sickert irgendwo etwas durch? Halten die Stahlplatten dicht, die den Straßen- und den Bachdurchlass absperren? Funktioniert die komplette Technik auch unter Wasserdruck? Ist alles ringsherum dicht? In Niederpöbel ist das besonders spannend, weil hier Altbergbaugebiet ist.

Sollte die Schneeschmelze nicht genug Wasser bringen, wird ein geringeres Probestauziel von 14 Metern angestrebt. Das entspricht in etwa einer Viertelmillion Kubikmeter Wasser.

Danach wird das Becken kontrolliert wieder abgestaut. Autofahrer benötigen dann noch etwas Geduld. Die Staumeister kontrollieren erst den kompletten Stauraum und räumen ihn auf. Auch muss das Wasser aus dem Untergrund der Straße heraussickern. Sonst ist dieser noch weich und das könnte zu Schäden führen, wenn der Verkehr zu früh drüber rollt. Die Landestalsperrenverwaltung geht davon aus, dass die Staatsstraße S183 von Schmiedeberg nach Seyde, die durch den Staudamm führt, für mindestens eine Woche gesperrt bleibt. Umleitungen über die B 170 oder über Ammelsdorf und Schönfeld werden ausgeschildert.

Hochwasserschutz auch für Freital und Dresden

Zudem warnen die Fachleute, dass der neue Stausee gefährlich ist. Das Staubecken darf nicht betreten werden. Dort besteht Lebensgefahr, teilt die Talsperrenverwaltung mit.

Ein erster Aufstau ist vor einem Jahr probiert worden, als die Bauarbeiten vor ihrem Ende standen. Damals stand das Wasser aber nur sechs Meter hoch und 30.000 Kubikmeter Wasser wurden aufgestaut. Dagegen ist das Vorhaben jetzt eine deutlich größere Nummer.

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Insgesamt kann der grüne Damm im Pöbeltal 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten. Das kommt in erster Linie Schmiedeberg zugute, wo der Pöbelbach beim Augusthochwasser 2002 schwerere Schäden angerichtet hat als die Rote Weißeritz. Aber es entlastet alle Anlieger der Weißeritz in Dippoldiswalde und Freital, selbst noch in Dresden. Auch wenn ein Hochwasser das Rückhaltebecken komplett füllt und dieses kein Wasser mehr zurückhalten kann, bringt es einen Zeitgewinn. Die Anlieger des Pöbelbachs und Weißeritz haben dann mehr Zeit, um ihre Habe und sich selbst in Sicherheit zu bringen.

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