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Neue Hoffnung für alte Schmiede in Hennersdorf

Seit zwanzig Jahren ist das Gebäude direkt an der B171 ein Schandfleck. Nun gibt es ein neues Konzept für eine Ferienhausnutzung.

Von Franz Herz
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Gerüst und Netz sichern die alte Schmiede direkt an der Bundesstraße B171 in Hennersdorf.
Gerüst und Netz sichern die alte Schmiede direkt an der Bundesstraße B171 in Hennersdorf. © Egbert Kamprath

Die alte Schmiede direkt an der Bundesstraße B171 in Hennersdorf beschäftigt die Gemeinde Schmiedeberg und seit der Eingemeindung die Stadt Dippoldiswalde immer wieder. Offiziell ist sie ein Denkmal, das erhalten werden muss. Fragt man in Hennersdorf wird sie eher als Ruine gesehen, die dem Abriss entgegensieht. Doch jetzt gibt es neue Hoffnung für das Gebäude.

Umbau zum Ferienhaus geplant

Am Mittwoch, 10. November, tagt der Technische Ausschuss des Stadtrats in Dippoldiswalde. Und er hat das Thema „Umbau eines Wohn- und Handwerkerhauses zum Ferienhaus und den Anbau eines Wintergartens“ auf der Tagesordnung. Stellplätze sollen auch noch dazukommen. Ortsvorsteher Henry Krenz (FW) bestätigt, dass es sich dabei um die alte Schmiede handelt. Er sagt dazu: „Wir finden das Vorhaben gut und haben es als Ortschaftsrat befürwortet.“

Leerstand seit den 1990er-Jahren

Damit könnte eine Trauergeschichte ihr Ende finden. Sie begann Ende der 1990er-Jahre. Seitdem steht das Haus leer. Schon damals war das Gebäude abrissreif. Jedoch sind bei seinem Bau im 19. Jahrhundert besondere Schlackensteine verwendet worden, die aus der Schmiedeberger Gießerei stammten. Wegen dieser Besonderheit haben Denkmalschützer die Schmiede als erhaltenswert eingestuft. Im Jahr 2000 haben die Eigentümer die Schmiede auf einer Versteigerung für ein Mindestgebot von rund 1.500 Euro angeboten und zu diesem Preis auch einen Käufer gefunden.

Der neue Eigentümer hat sie nie gekümmert

Was der damit vorhatte, ist unklar. Er hat sich um die Schmiede nicht gekümmert und war schließlich nicht mehr auffindbar. Deswegen musste sich die Gemeinde Schmiedeberg darum kümmern, als Dachziegel auf die Straße fielen und die Schmiede zur Gefahr wurde. Der Bauhof hat ein Gerüst aufgestellt und das Gebäude mit Netzen gesichert.

Auf den Kosten blieben die Steuerzahler aber sitzen. Der Eigentümer zahlte nicht. Gerüst und Sicherungsnetz hatten 7.500 Euro gekostet. Doch die offene Rechnung gab dem damaligen amtierenden Schmiedeberger Bürgermeister Ulrich Kretzschmar (CDU) die Handhabe, eine Zwangsversteigerung für die Schmiede auf den Weg zu bringen.

Zwangsversteigerung klappte erst im zweiten Anlauf

Doch als der Termin anstand, war Schmiedeberg schon zu Dippoldiswalde eingemeindet. Im ersten Anlauf platzte die Versteigerung, in einer zweiten Runde Ende 2014 bekam Dippoldiswalde für rund 1.700 Euro den Zuschlag.

Aber was sollte die Stadt jetzt damit machen? Ein Abriss war wegen der Denkmalschutzauflagen nicht möglich. Das Gebäude steht als "Doppelwohnhaus. Ehemalige Schmiede in exponierter Lage, Putzbau mit Sandsteingewänden von baugeschichtlicher und ortshistorischer Bedeutung, erbaut um 1830" in der Denkmalliste.

Eine andere Nutzung fiel auch niemandem bei der Stadt ein. Also kümmerte sich Dipps weiter um die Sicherheit und versuchte, Interessenten für das Anwesen zu finden. Aber das erwies sich als sehr schwierig. Ein Handwerksgeselle war auf der Walz durch Schmiedeberg gekommen und hatte 2017 Interesse an dem Haus angemeldet. Das ist aber im Sande verlaufen. Nun gibt es nach über zwanzig Jahren Leerstand einen neuen Anlauf, die alte Schmiede wieder mit Leben zu erfüllen.

  • Technischer Ausschuss Dippoldiswalde, Kulturzentrum Parksäle, Mittwoch, 10. November, 18 Uhr.