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Berater rät zu Bauhofschließung in Colmnitz

Zu Winterbeginn muss der Bauhof ohne Einschränkungen bereitstehen. Ein Fachmann hat ihn in Klingenberg untersucht und etwas Seltenes gefunden.

Torsten Jander, der Leiter des Bauhofs Klingenberg steht in Pretzschendorf vor dem Hauptstandort des Gemeindebauhofs an einem Elektro-Pritschenwagen, der gegenwärtig auf Alltagstauglichkeit getestet wird.
Torsten Jander, der Leiter des Bauhofs Klingenberg steht in Pretzschendorf vor dem Hauptstandort des Gemeindebauhofs an einem Elektro-Pritschenwagen, der gegenwärtig auf Alltagstauglichkeit getestet wird. © Egbert Kamprath

Die Arbeit der Bauhöfe steht immer wieder in der Diskussion. Mal wird der Schnee zu spät geräumt, mal zu wenig gestreut, mal ist es nicht ordentlich genug auf den Straßen. Die Gemeinde Klingenberg hat ein Fachbüro, die B & P Management und Kommunalberatung in Dresden, beauftragt, den Gemeindebauhof unter die Lupe zu nehmen, ob er mehr leisten kann, wie er besser organisiert werden kann oder ob er mehr Technik und Personal benötigt. Auf der jüngsten Ratssitzung hat Dr. Christoph Trumpp, Abteilungsleiter bei B & P, die Ergebnisse vorgestellt.

Die Voraussetzungen in Klingenberg sind schwierig. Die Gemeinde mit ihren rund 6.800 Einwohnern hat 64 Kilometer Ortsstraßen, die im Winter geräumt und gestreut und wo im Sommer die Straßenränder sauber gehalten werden müssen. In der Mitte der elf Ortsteile liegt die Talsperre, was weite Wege zur Folge hat.

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 20. Januar 2021, in virtuellen Räumen statt.

Für 345 Grundstücke und 83 Gebäude verantwortlich

Nun sind die Klingenberger Bauhofmitarbeiter nicht nur für die Straßen und Plätze verantwortlich, sondern auch für die rund 220 Gemeindewohnungen. Hier muss die Gemeinde, wie jeder andere Hausbesitzer auch, die Wege und Gehsteige räumen. Dazu kommt, dass das nicht alles an einem übersichtlichen Stück liegt, sondern auf insgesamt 345 verschiedene Grundstücke und 83 Gebäude verteilt ist.

Angesichts dieser schwierigen Voraussetzungen hat der Prüfer dem Gemeindebauhof aber eine ordentliche Note gegeben, bis auf wenige Ausnahmen. Komplett durchgefallen ist einer der drei Bauhofstandorte Höckendorf, Pretzschendorf und Colmnitz. Mit Höckendorf sind die Prüfer zufrieden. In Pretzschendorf müsste in der Werkstatt einiges verbessert werden, aber sonst ist der Standort in Ordnung. Keine Gnade fand aber der Standort in Colmnitz. Da ist auch nicht mehr viel zu machen. „Hier empfehlen wir die Schließung“, sagt Trumpp. Ob sie das tut, muss jetzt die Gemeinde entscheiden.

Ein Mitarbeiter zu wenig im Bauhof

Der Berater hat auch durchgerechnet, ob es nicht sinnvoller wäre, alles an einer Stelle zu konzentrieren. Damit wäre aber nichts gewonnen, sondern nur ein wesentlich größerer Fahrtaufwand erforderlich. Wenn die Mitarbeiter von Pretzschendorf und von Höckendorf aus arbeiten, haben sie nur die Hälfte Wege, rechnete Trumpp vor.

5,8 Stellen sind besetzt, aber mit mehr Leuten, weil diese auch in Teilzeit arbeiten. Nach den Sätzen, welche der Berater annimmt und wie sie in andere Kommunen üblich sind, ist das etwas ganz Besonderes. Denn eine Gemeinde dieser Größenordnung müsste eigentlich 7,6 Vollzeitstellen besetzt haben. Der Bauhof hat also weniger Personal als sonst üblich. „Eine Seltenheit“, sagt der Berater. Er empfahl, einen Mitarbeiter mehr einzustellen.

Gute Truppe, die leistungsfähig ist

Dennoch soll der Bauhof kleiner werden. Denn hier sind auch die Hausmeister für die Gemeindewohnungen enthalten, und die haben andere Aufgaben als die klassischen Bauhofmitarbeiter. Diese Aufgaben sollten erstens aus dem Bauhof herausgelöst werden und eventuell sogar ganz aus der Gemeindeverwaltung herausgehen. Wenn dann eine externe Firma Rechnungen stellt, ist das einfacher mit der Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umzulegen.

Mit der Technikausstattung zeigte sich der Prüfer zufrieden. Zwei Fahrzeuge, die 2007 angeschafft wurden, sollten aber bald ersetzt werden. Nicht, dass sie gerade dann ausfallen, wenn vielleicht doch einmal der Winter hart zuschlägt. Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) teilte das Urteil des Prüfers. „Wir haben in den letzten sieben Jahren einen starken Wandel im Bauhof erlebt und haben jetzt eine gute Truppe, die leistungsfähig ist.“ So ist es den Klingenbergern nicht bange vor dem Winter, auch wenn 64 Kilometer Straßen erst einmal geräumt und gestreut sein wollen.

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