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Am Tharandter Wald: Ruinen machen Platz für Neubauten

Klingenberg hat vor Jahren den Gasthof Beerwalde und die Molkerei Pretzschendorf abreißen lassen. Für die Flächen gibt es jetzt Hoffnung.

So hat es im November 2010 gestaubt, als die Gemeinde Höckendorf den alten Gasthof in Beerwalde abreißen ließ. Jetzt ist die Aktion noch zu einem guten Geschäft geworden.
So hat es im November 2010 gestaubt, als die Gemeinde Höckendorf den alten Gasthof in Beerwalde abreißen ließ. Jetzt ist die Aktion noch zu einem guten Geschäft geworden. © Egbert Kamprath

Das hätte schlechter ausgehen können für die Gemeinde Klingenberg. Sie hat 2010 den alten Gasthof in Beerwalde von den Erben des früheren Eigentümers für rund 5.000 Euro gekauft. Dann bekam sie Fördermittel und konnte die Ruine für rund 55.000 Euro abreißen. Jetzt hat der Gemeinderat einstimmig entschieden, das Grundstück für 53.751 Euro zu verkaufen. Das ist deutlich mehr als das Mindestgebot von rund 21.000 Euro, das die Gemeinde angesetzt hatte, als sie Anfang des Jahres das Grundstück ausgeschrieben hat.

Ein gutes Geschäft für die Gemeinde

Damit hat die Gemeinde ein gutes Geschäft gemacht. Eine Ruine, die seinerzeit für die Umgebung zur Gefahr geworden war, ist beseitigt. Die Kosten für Kauf und Abriss sind nicht ganz wieder eingespielt worden, aber da die Gemeinde den Großteil aus Fördergeldern finanziert hat, hat es am Ende doch ein Plus für die Gemeindekasse gebracht.

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Zehn Jahre durfte nichts Neues gebaut werden

Mit der Förderung für den Abriss war zwar die Auflage verbunden, das Grundstück zehn Jahre lang nicht mehr neu zu bebauen. Diese Frist ist aber nun abgelaufen. Wenn jetzt ein neues Wohngebäude entstehen sollte, kann Klingenberg das auch auf der Habenseite verbuchen. „Für uns ist es wichtig, dass wir auch solche Zwischenbebauungen ermöglichen. Wir können nicht in jedem Ortsteil neue Baugebiete erschließen“, sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg).

Ein ähnlicher Verkauf ist auch in Pretzschendorf geplant

Weil das in Beerwalde so gut gelaufen ist, will Klingenberg ein ähnliches Grundstück im Ortsteil Pretzschendorf ebenfalls zum Verkauf anbieten. Auch dort geht es um eine Fläche, die für die Ortsgeschichte Bedeutung hat. Dort stand einst die Dampfmolkerei. Allerdings blieb sie nach der Wende ungenutzt und verfiel zusehends. Bis schließlich die damalige Gemeinde Pretzschendorf auch den Schritt ging und sie mit Hilfe von Fördergeldern abreißen ließ. Für rund 90.000 Euro sind Anfang 2011 das Molkereigebäude und mehrere alte Scheunen dem Erdboden gleichgemacht worden.

Nun sind auch hier die zehn Jahre um, in der auf dem Gelände nichts Neues gebaut werden darf. Die Gemeinde bietet jetzt das Grundstück wieder zum Verkauf an, wie der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig beschlossen hat. Das Grundstück ist 870 Quadratmeter groß und soll zu einem Mindestgebot von 29.580 Euro offeriert werden. Das entspricht dem Richtwert für Grundstücke in Pretzschendorf, der bei 34 Euro pro Quadratmeter liegt.

So sieht das Modell der ehemaligen Molkerei in Pretzschendorf aus, das die Grundschule Pretzschendorf entwickelt hat.
So sieht das Modell der ehemaligen Molkerei in Pretzschendorf aus, das die Grundschule Pretzschendorf entwickelt hat. © Grundschule Pretzschendorf

Markantes Gebäude im alten Pretzschendorf

Die Molkerei war ein markantes Gebäude und für das Bauerndorf ein wirtschaftliches Zentrum, über das die Bauern ihre Milch verarbeiten und verkaufen konnten. Die Grundschule Pretzschendorf erinnert daran. Sie hat eine Serie von Bastelbögen entwickelt unter dem Thema „Das alte Pretzschendorf“ und dort ist ein Modell der Molkerei enthalten. Wer sie also als Kartonmodell nachbauen will, findet im Netz unter www.grundschule-pretzschendorf.de eine Bastelvorlage dafür. Was ein eventueller Käufer dann in der Realität dort bauen wird, muss sich erst zeigen.

Hier stand einst die Molkerei in Pretzschendorf, bis sie vor zehn Jahren abgerissen wurde. Jetzt bietet die Gemeinde die Fläche als Bauland an.
Hier stand einst die Molkerei in Pretzschendorf, bis sie vor zehn Jahren abgerissen wurde. Jetzt bietet die Gemeinde die Fläche als Bauland an. © Karl-Ludwig Oberthür

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