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Weniger strenge Noten in Corona-Zeiten

Was können die Lehrer nach monatelangem Heimunterricht von Kindern verlangen? Das Glückauf-Gymnasium sucht Antworten auf die Frage.

Schüler vor dem Gymnasium in Altenberg, als sie noch einfach so zum Unterricht gehen konnten. Zurzeit ist an der Schule alles anders.
Schüler vor dem Gymnasium in Altenberg, als sie noch einfach so zum Unterricht gehen konnten. Zurzeit ist an der Schule alles anders. © Egbert Kamprath

Ein Schritt, der bisher für Kinder und Eltern schon immer spannend war, ist dieses Jahr unter Corona-Bedingungen noch schwieriger einzuschätzen: Der Wechsel aus der Grundschule ans Gymnasium. Bewährte Methoden der Vorbereitung sind nicht möglich. Der Unterricht an der Grundschule ist eingeschränkt. Die Schüler dürfen untereinander nicht die normalen Kontakte pflegen. Was macht das mit den Kindern? Wie reagiert die Schule darauf?

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Schulleiter Volker Hegewald diskutiert immer wieder mit seinen Lehrerkollegen darüber. Ihnen stellen sich auch neue Fragen. Die Viertklässler haben nicht den engen Kontakt wie normal zu ihren Lehrern. Welchen Wissensstand hat jedes einzelne Kind?

Eltern sind zur Videokonferenz eingeladen

Zwei Veranstaltungen plant das Gymnasium in den nächsten Wochen, um diese Verunsicherung etwas zu lösen. Hegewald will am Montag, 8. Februar, von 18 bis 19.30 Uhr eine Videokonferenz für die Eltern der Viertklässler anbieten, um dort all die Fragen zu beantworten, die in früheren Jahren beim Tag der offenen Tür besprochen wurden. Für diese Informationsveranstaltung können sich Eltern unter der Mailadresse [email protected] bis Donnerstag, 4. Februar, anmelden. Sie bekommen dann vor der Veranstaltung einen Link zugeschickt.

„Wir haben auf diese Art schon zwei Schulelternkonferenzen gehalten. Das funktioniert gut“, berichtet Hegewald über seine Erfahrungen. An der Videokonferenz werden eine Klassenleiterin der jetzigen 5. Klassen teilnehmen und Benita Junghans, die Außenstellenleiterin in Altenberg, um auf spezielle Fragen einzugehen.

Alle Grundschulleiter an einem Tisch

Außerdem will Hegewald im Februar all seine Kolleginnen von den Grundschulen einladen. Dabei soll es darum gehen, zu erfahren, wo die Schüler eventuell Lücken haben nach einem Jahr Lernen unter Corona-Bedingungen. „Darauf müssen wir uns dann einstellen“, sagt Hegewald. Er kann sich vorstellen, dass die Lehrer anfangs in der fünften Klasse bei der Notengebung nicht so streng vorgehen. „Wir müssen da schon Rücksicht nehmen“, sagt er.

Außerdem spricht er bisher schon immer mit den Grundschulleitern über das Thema Klassenbildung. Wo gibt es Gruppen aus einem Ort, die unbedingt zusammenbleiben sollten? Oder wo gibt es Unverträglichkeiten, sodass es besser ist, Kinder voneinander zu trennen.

Bisher war es für die Kinder schon eine große Umstellung, die von einer kleinen Grundschule kommen. Mit einem Mal mussten sie mit dem Bus ans Gymnasium fahren, wo es beispielsweise in Dipps vier fünfte Klassen parallel gibt. Wie das in diesem Jahr für die Kleinen aussieht, wenn sie womöglich gar nicht aus dem normalen Schulbetrieb, sondern aus dem Heimunterricht kommen, weiß noch niemand.

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Üblich war auch immer eine besondere Einführungswoche, in der die neuen Fünftklässler die Schule und die Stadt kennenlernten. „Auch hier müssen wir vielleicht etwas umstellen“, sagt der Schulleiter. An einer Tradition will er aber auf jeden Fall festhalten. Am Ende der Einführungswoche wurden die neuen Schüler bei einer Feier im Tiefen Bünaustollen in Zinnwald aufgenommen. „Das hat bei den diesjährigen Fünften geklappt, obwohl das Schaubergwerk eigentlich geschlossen war. Das bekommen wir auch im neuen Schuljahr wieder hin“, sagt der Schulleiter.

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