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Diese Kuchen sind bio, vegan und zuckerfrei

Sindy Ullrich aus Dipps ist nach dem Abitur auf Reisen gegangen. Nach sechs Jahren kehrt sie aus Australien mit einer Geschäftsidee zurück: süß und unschuldig.

Sindy Ullrich stellt in ihrer kleinen Küche in Dippoldiswalde-Reinberg vegane und zuckerfreie Kuchen her.
Sindy Ullrich stellt in ihrer kleinen Küche in Dippoldiswalde-Reinberg vegane und zuckerfreie Kuchen her. © Karl-Ludwig Oberthür

Ihre neue Geschäftsidee ist der Dippserin Sindy Ullrich gekommen, als sie in Australien bei einer Familie als Au-Pair-Mädchen gearbeitet hat. Die Familie hatte zwei kleine Kinder und die Eltern haben versucht, sie zu gesundem Essen zu bewegen. Australischen Eltern fällt das auch nicht leichter als deutschen. Jedenfalls hat sich die Mama mit dem deutschen Au-Pair-Mädchen geeinigt, dass sie einmal zwei Wochen ohne raffinierten Zucker auskommen wollen und haben entsprechende Kuchen hergestellt. Die Kinder waren sehr skeptisch, haben vorsichtig mal probiert - und bald nach mehr gefragt. „Der Junge war sonst immer etwas überdreht und wurde dann ruhiger. Das ist selbst den Erzieherinnen aufgefallen“, berichtet Sindy Ullrich.

Australischer Abschluss als Meisterausbildung anerkannt

Diese Art der Ernährung ließ sie dann nicht mehr los. Sie ist weiter durch den Kontinent gereist und hat gearbeitet, unter anderem war sie in einem Rohkost-Restaurant, wo sie dann auch in der Küche mitarbeiten und schließlich Kuchen für das Restaurant herstellen konnte. Zeitweise hat sie ein Café geführt. Sie hat ihre Produkte dann auch über Bekannte und Freunde vertrieben und parallel Konditorin gelernt. „Das Ausbildungssystem funktioniert dort anders als in Deutschland. Man muss ein College besuchen“, sagt sie. Aber ihr dortiger Abschluss wurde inzwischen von der Handwerkskammer in Dresden als Meisterausbildung anerkannt.

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Sie ist dann wesentlich länger auf dem fünften Kontinent geblieben als ursprünglich geplant. „Meine Eltern haben schon gefürchtet, dass ich gar nicht wieder zurückkomme“, sagt sie. Nach sechs Jahren stellte sie sich aber die Frage: Wo willst du auf Dauer leben, in Australien oder in Deutschland? Und sie hat sich für die Rückkehr entschieden. „Meine Familie hat gesagt: Wir wollen in Sachsen auch so leckere Sachen, wie du sie machst“, erzählt die junge Frau.

Erst einmal den Markt getestet

So kehrte sie im Herbst 2019 mit ihrer Geschäftsidee im Rucksack zurück in ihr Elternhaus in dem kleinen Dippser Ortsteil Reinberg. Hier plante sie, wie sie mit ihren Desserts, die in Bioqualität, glutenfrei und zuckerfrei sein sollten, ihren eigenen Betrieb startet. „Meine Familie hat mich dabei voll unterstützt“, sagt sie. Dazu gehörten auch viele Behördengänge, beispielsweise zur Anerkennung ihrer australischen Ausbildung. Das hat zwar gedauert. „Aber ich war überrascht, dass es so reibungslos lief“, sagt Sindy Ullrich.

Um Geld zu verdienen, arbeitet sie im "Sprout", einem veganen Restaurant in der Dresdner Neustadt, und machte dort ihre eigenen Kuchen. „Das half mir, den Markt zu testen. Wollen die Menschen meine Desserts überhaupt?“ Sie hat aus der Nachfrage ein Ja herausgehört.

Einen Mixer ließ sie sich aus Australien schicken

Als sie überlegte, wo sie ihre Küche einrichtet, wiesen die Eltern darauf hin, dass doch in ihrem Haus genug Platz sei. Ihr Vater, Handwerker, richtete im Keller einen Raum her, der klein, aber völlig zweckmäßig ist. „Darüber bin ich ganz froh. Das nimmt ein wenig den Druck, weil ich erstmal keine Mietkosten habe“, sagt sie.

Die zwei wichtigsten Geräte in ihrer kleinen Küche sind die Mixer. „Den einen habe ich mir eigens aus Australien schicken lassen“, erzählt die Konditorin. Damit werden die süßen Teile alle kalt hergestellt, dadurch sind sie in der Gefriertruhe oder im Kühlschrank lange haltbar.

Ihre Schwester Sarah, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Uniklinikum in Dresden arbeitet, half ihr beim Marketing. Einen Flyer haben sie gestaltet, und die Schwester postet jetzt nach Kräften Werbung auf Facebook und Instagram.

Auslieferung rund um Dipps und in Dresden

Sindy Ullrich produziert in ihrer heimischen Küche und liefert auf Bestellung aus oder lässt die Waren auch abholen. Vergangene Woche ist ihre Webseite an den Start gegangen und jetzt läuft das Geschäft an. Die Konditorin liefert in Dippoldiswalde und Umgebung aus sowie in Dresden. Ein System, um deutschlandweit versenden zu können, erarbeitet sie erst.

Es hat sich in Deutschland ja auch viel entwickelt in den vergangenen Jahren, beobachtet die junge Frau. Als sie vor sieben Jahren nach Australien gegangen ist, waren biologische Lebensmittel oder vegane Produkte noch bei weitem seltener. „Heute findest du das in jedem Supermarkt“, stellt sie fest.

Aber für ihre Produkte sieht sie noch einen freien Markt. Sie hat jetzt sechs verschiedene Geschmacksrichtungen im Angebot von Karamell Latte über Minz Bounty bis zu Zitrone Himbeere. Ihre Marke „Sweetlyinnocent“ drückt ihre Ziele aus. Sie will süße Desserts anbieten, die aber unschuldig und gutartig sind. Nun hofft Sindy Ullrich auf viele Neugierige, die sich für ein gesundes und leckeres Dessert interessieren.

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