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Nutzlose Berufsschulbauten in Dipps

Das Areal der ehemaligen Ingenieurschule wird zwar noch gepflegt, man sieht aber, dass es so keine Zukunft hat. Hoffnung gibt es aber doch.

Das Hauptgebäude der ehemaligen Ingenieurschule und des Beruflichen Schulzentrums in Dipps. Heute ist hier noch das Jobcenter untergebracht. Große Teile des Hauses stehen aber leer.
Das Hauptgebäude der ehemaligen Ingenieurschule und des Beruflichen Schulzentrums in Dipps. Heute ist hier noch das Jobcenter untergebracht. Große Teile des Hauses stehen aber leer. © Karl-Ludwig Oberthür

Das Landratsamt besitzt in Dippoldiswalde noch fast ein Dutzend Gebäude, die früher zum Beruflichen Schulzentrum gehörten. Dort auf dem Areal an der Weißeritzstraße hat das Leben pulsiert. Es war der Sitz der Ingenieurschule für Lebensmittelindustrie gewesen, die 1992 in das Berufliche Schulzentrum überführt wurde. Hunderte von Studierenden und Schülern waren hier unterwegs.

Vor acht Jahren wurden fast alle Schulgebäude geräumt

Seit 2013 stehen die Gebäude aber weitgehend leer. Manchen sieht man den Verfall an, Farbe blättert von der Blechverkleidung, andere sind schick saniert. Nach der Zusammenlegung von Dippoldiswalde mit Freital hat die Schule die Gebäude großteils geräumt. „Wir nutzen auf dem Gelände noch das Laborgebäude und die Sporthalle“, sagt Christoph Weller, der stellvertretende Leiter des Beruflichen Schulzentrums "Otto Lilienthal" Freital-Dippoldiswalde.

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Seitdem gibt es nur noch für Teile des Areals eine sinnvolle Nutzung. Das ehemalige Wohnheim der Ingenieurschule hatte der Landkreis schon Mitte der 2000er-Jahre zum zentralen Verwaltungsgebäude umgebaut. Aber der Landrat hat nur Bedarf für ein weiteres Schulgebäude. Das Glückauf-Gymnasium in Dippoldiswalde hat jetzt vier Züge und muss angesichts der erwarteten Schülerzahlen um einen erweitert werden. Dafür reicht ein Gebäude. Eines dient als Archiv, im ehemaligen Haus 1 arbeitet das Jobcenter, lastet es aber bei weitem nicht aus.

Kurze Übergangslösungen für Flüchtlinge und Krippe

Seit Jahren gibt es Überlegungen, was aus dem Schulkomplex weiter werden kann. 2016 hat der Landkreis hier ein Verteilzentrum für Asylbewerber eingerichtet. Aber weil nur noch wenige kamen, ging das gar nie richtig in Betrieb. 2017 hat der Kreisverband des Roten Kreuzes hier eine Ausweichlösung eingerichtet für die Monate, in der die Kinderkrippe in der Glashütter Straße umgebaut wurde.

Gespräche über eine neue Kita

In der Kinderbetreuung könnte auch die Zukunft wenigstens für einen Teil des ehemaligen Schulareals liegen. Das Rote Kreuz muss auch noch den Kindergarten in der Glashütter Straße sanieren. „Dafür ist auf jeden Fall wieder ein Ausweichobjekt nötig“, sagt DRK-Geschäftsführer Michael Voigt.

Dazu gab es auch schon Gespräche mit Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Diese hat ihrerseits auch schon mit dem Landratsamt gesprochen. Das Landratsamt bestätigt auf Anfrage, dass es Areal insgesamt, außer dem Hauptverwaltungsgebäude, veräußern will. „Für ein entsprechendes Konzept werden derzeit Vorbereitungen getroffen“, teilt Pressesprecherin Maria Ehlers mit.

Günstige Lage, zentral und naturnah

Es gibt auch technische Argumente, die für einen Gesamtverkauf sprechen. So hängen alle Gebäude an einer zentralen Heizungsanlage. „Aber das Ganze zu übernehmen, ist für uns als Stadt zu viel“, sagt Körner. Das Rote Kreuz sieht auch keine Möglichkeit dazu. Allerdings könnte sich Michael Voigt auf dem Areal gut eine Kindereinrichtung vorstellen. „Es liegt zentral, ist gut zu erreichen und auf der anderen Seite nahe an der Natur“, sagt er.

Vorhandene Gebäude taugen nicht als Kita

Die heutigen Anforderungen an eine Kita sind allerdings mit den vorhandenen ehemaligen Schulgebäuden nicht zu erfüllen. Eine moderne Kita soll Integration ermöglichen und brandsicher gestaltet sein. Das ist eigentlich nur bei ebenerdigen Gebäuden möglich. Wenn also eine Kita an der Weißeritzstraße entstehen sollte, dann wäre die sinnvollste Lösung, eines oder mehrere der vorhandenen Gebäude abzureißen und an dieser Stelle einen Neubau zu errichten.

OB Körner und DRK-Chef Voigt haben auch schon über die Idee gesprochen, in Zusammenhang mit einer Kindereinrichtung eine Anlage für betreutes Wohnen zu errichten. Dabei könnten Alt und Jung zusammenkommen und das was den Kindern entgegenkommt, die zentrale und zugleich naturnahe Lage, wäre auch für Senioren von Nutzen. .

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