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Dipps: Wo das Gymnasium die Fünftklässler unterbringt

Lehrer wollen eine moderne Lösung mit wabenförmigen, flexiblen Klassenzimmern. Schulleiter Volker Hegewald sagt: "Andere Räume für eine Schule der Zukunft."

Von Franz Herz
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Hier ist das Gebäude des Glückauf-Gymnasiums in Dippoldiswalde zu sehen. Rechts steht der Containerbau, der wieder als Provisorium hergerichtet werden soll. Links auf der Freifläche ist auf lange Sicht eine Erweiterung möglich.
Hier ist das Gebäude des Glückauf-Gymnasiums in Dippoldiswalde zu sehen. Rechts steht der Containerbau, der wieder als Provisorium hergerichtet werden soll. Links auf der Freifläche ist auf lange Sicht eine Erweiterung möglich. © Egbert Kamprath

Das Glückauf-Gymnasium wächst. Schulleiter Volker Hegewald geht davon aus, dass in den nächsten Jahren jedes Jahr eine Klasse dazukommt. Und Eltern wissen, wenn ihr Kind gut wächst, braucht es regelmäßig neue Sachen. Das ist bei einer Schule nicht anders. Sie braucht neue Räume.

Erweiterung in Dippoldiswalde geplant

Der derzeitige Planungsstand läuft auf eine Erweiterung des Glückauf-Gymnasiums in Dippoldiswalde hinaus. In Altenberg gibt es dafür wenig Möglichkeiten. In Dipps sind die Vorstellungen inzwischen weit gediehen. Der Landkreis hat von der Schule ein pädagogisches Konzept gefordert. Dafür haben sich der Schulleiter und Lehrerkollegen in einer Arbeitsgruppe hingesetzt und diese Vorstellungen auch mit den Beigeordneten im Landratsamt, Kati Kade und Heiko Weigel, schon besprochen. Auch ein Schularchitekt war mit dabei.

Ehemalige Berufsschulräume sind nicht geeignet

Inzwischen sind erste bauliche Entscheidungen gefallen. Eine Variante, die zur Diskussion stand, war die Nutzung von ehemaligen Gebäuden des Beruflichen Schulzentrums an der Weißeritzstraße in Dippoldiswalde. Doch die erwiesen sich als nicht geeignet. Hegewald wollte auch keine weitere Außenstelle. Das wäre unpraktisch. Jetzt geht die Planung in die Richtung eines Erweiterungsbaus auf dem Freigelände neben der Schule, dort wo früher die Turnhalle stand.

Lehrer haben ein neues Konzept ausgearbeitet

Die Arbeitsgruppe mit vier Lehrern hat ein völlig neues Konzept ausgearbeitet. Anne Börner, Lehrerin für Deutsch und Geografie, ist eine von ihnen. Sie hat vor Jahren schon am Leitbild der Schule mitgearbeitet. „Damals haben wir auch andere Schulen besucht, wo die Räume sich an dem Programm der Schule orientiert haben“, erzählt sie. So etwas hat die Arbeitsgruppe jetzt auch für Dippoldiswalde ins Auge gefasst.

Wabenförmige Zimmer in zwei Etagen

Die Lehrer stellen sich eine Erweiterung mit wabenförmigen Räumen vor. Sie nennen ihr Konzept „Glücksnest“. Der Anklang an den Schulnamen „Glückauf“ ist nicht nur Zufall. Auf zwei Etagen sollen sich um einen zentralen Raum fünf Waben gruppieren, die flexibel und für sehr verschiedene Unterrichtsformen geeignet sind.

Zimmer für Unterricht, Selbstlernen und Bewegen

In diesen Räumen ist klassischer Unterricht möglich. Die Schüler sollen aber auch die Möglichkeit zum Selbstlernen haben, sich in Gruppen zusammensetzen können, Platz haben, um sich zu bewegen. Und wenn dieses neue Schulnest direkt neben dem Hauptgebäude steht, haben Lehrer und Schüler auch kurze Wege zu den Fachräumen oder in die Aula. „Wir brauchen nicht einfach mehr Klassenzimmer in der gleichen Art, wie wir sie schon immer hatten. Wir wollen andere Räume für eine Schule der Zukunft“, sagt Hegewald.

Übergangslösung in den Containern an der Schule

Dieses Ziel verfolgen er und seine Kollegen jetzt. Ihnen ist aber auch klar, dass sie davon den Kreistag überzeugen müssen und das Vorhaben mit Planung und Bau noch einige Jahre dauert. Bis dahin muss auch eine Lösung her. Dafür werden die Container genutzt, die neben der Schule stehen. Sie sind in den 2000er-Jahren aufgestellt worden als Ausweichquartier, während das Hauptgebäude der Schule saniert wurde. Damals wurden dort die 5. und 6. Klassen unterrichtet. Anschließend boten sie der Förderschule in Reinhardtsgrimma Unterschlupf, während dort der Neubau lief. Seit zehn Jahren stehen sie aber leer.

Auch hier müsste einiges investiert werden, bevor die Schüler der fünften Klassen hier einziehen könnten. Das wäre wohl erst im Schuljahr 2023/24 möglich. Es wird auch nicht mehr so eng wie vor 15 Jahren, weil nur die fünften Klassen hier einziehen sollen. So bleibt noch Raum für ein Lehrerzimmer oder eine Garderobe.