merken
PLUS Dippoldiswalde

Klare Regeln für Made in Glashütte

Der Bund bringt jetzt eine Verordnung auf den Weg, um die Handwerkskunst der Glashütter Uhrmacher zu schützen.

Seit Jahren wird diskutiert, wie die Glashütter Handwerkskunst des Uhrenbaus besser geschützt werden kann.
Seit Jahren wird diskutiert, wie die Glashütter Handwerkskunst des Uhrenbaus besser geschützt werden kann. © Archivfoto/ Egbert Kamprath

Der Weg zum besseren Schutz der Glashütter Feinuhrmacherei ist lang. Vor einem Jahr hatte der Bundesrat einen Vorschlag Sachsens gebilligt, "Made in Glashütte" mit einer Verordnung schützen zu wollen. Wie Sachsens Justizministerin Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen) am Dienstag informiert, wird das Bundesjustizministerium nun eine Verordnung zum Schutz der Herkunftsbezeichnung erarbeiten.

Meier begrüßt die Initiative: "Die Uhrenherstellung in Glashütte ist weltberühmt. Sie steht für höchste Uhrmacherkunst." Sie sei der Auffassung, dass die Glashütter Tradition einen besonderen Schutz verdient. "Eine Verordnung, mit der die Herkunftsbezeichnung Glashütte« geschützt wird, ist zugleich auch eine Auszeichnung für die Menschen der Region, die diese Erfolgsgeschichte geschrieben haben und in Zukunft weiter schreiben werden."

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Mehr als Hälfte der Wertschöpfung in Glashütte zwingend

Wie Meier weiter informiert, hat sie sich auf einer Videokonferenz mit hochrangigen Vertretern der in Glashütte ansässigen Uhrenhersteller ausgetauscht. Mit der Glashütteverordnung sollen wesentliche Herstellungsprozesse für Uhren in der Region gehalten werden. Demnach darf künftig die Herkunftsangabe Glashütte nur für solche Uhren benutzt werden, wenn in allen wesentlichen Herstellungsstufen zusammen mehr als 50 Prozent der Wertschöpfung in Glashütte erzielt wurden, wobei bestimmte Herstellungsschritte in Glashütte erfolgen müssen.

Weiterführende Artikel

Glashütter Uhren gewinnen Preise

Glashütter Uhren gewinnen Preise

Zwei der neun Firmen in Glashütte sichern sich erste Plätze bei einem Wettbewerb eines Wirtschaftsmagazins.

Glashütter Uhren noch nicht geschützt

Glashütter Uhren noch nicht geschützt

Der Bund will eine Verordnung erlassen. Dazu gibt es aber noch Abstimmungsbedarf.

Glashütter Uhren werden geschützt

Glashütter Uhren werden geschützt

Der Bundesrat hat in Berlin die Glashütteverordnung gebilligt. Was bedeutet das für "made in Glashütte"?

Glashütte ist das Zentrum der deutschen Uhrmacherkunst. Hier sind gegenwärtig diese neun Uhrenfirmen tätig: Lange Uhren GmbH (Marke: A. Lange & Söhne), Glashütter Uhrenbetrieb GmbH (Glashütte Original), Nomos Glashütte/Sa. Roland Schwertner KG (Nomos Glashütte), Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik (Mühle), Tutima Uhrenfabrik GmbH, Grossmann Uhren GmbH, Union Uhrenfabrik GmbH, Gerhard D. Wempe KG (Wempe) und die Bruno Söhnle GmbH (Söhnle). Zusammen beschäftigen die Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter. Außerdem ist in Glashütte noch die Sächsischen Uhrentechnologie tätig, die Uhrengehäuse herstellt.

Mehr Nachrichten aus Glashütte und Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde