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Info-Kampagne für Rettungsgasse startet

Der Landesfeuerwehrverband wendet sich mit wichtigen Tipps an die Autofahrer. Wie dabei die Lottospieler mithelfen.

So wird eine Rettungsgasse gebildet: die linke Spur nach links, alle anderen nach rechts. Andreas Rümpel, vom Landesfeuerwehrverband (v.l.), die Dippser OB Kerstin Körner, Frank Schwarz von Sachsenlotto und und Thomas Paul vom Kreisfeuerwehrverband.
So wird eine Rettungsgasse gebildet: die linke Spur nach links, alle anderen nach rechts. Andreas Rümpel, vom Landesfeuerwehrverband (v.l.), die Dippser OB Kerstin Körner, Frank Schwarz von Sachsenlotto und und Thomas Paul vom Kreisfeuerwehrverband. © Egbert Kamprath

Die Situation kennt jeder Autofahrer, der auch mal weitere Strecken fährt: Der Verkehr auf der Autobahn wird langsam und langsamer, stockt schließlich ganz. Dann ist von hinten ein Martinshorn zu hören, im Spiegel flackert Blaulicht. Die Helfer kommen aber kaum durch, weil die Autos zu eng stehen und im Stau nicht mehr rangieren können. Mit einer ordentlichen Rettungsgasse würde das nicht passieren.

Aktion kommt pünktlich zum Ferienbeginn

„Aber viele Autofahrer sind da unsicher. Da wollen wir mit Aufklärung helfen“, sagt Andreas Rümpel, der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands am Freitag in Dippoldiswalde. Der Feuerwehrverband startet jetzt zu Beginn der Urlaubszeit die Aktion Rettungsgasse. Dazu gehören Radiospots mit Feuerwehrleuten, die zur Bildung der Gassen aufrufen.

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Immer einen Spicker im Auto bereit

Außerdem verteilen die Feuerwehren einen Autoschwamm mit einer Anleitung, wie bei Stau die Rettungsgasse zu bilden ist. Das funktioniert unabhängig von der Breite der Straße und der Zahl der Spuren: Die Autos auf der linken Spur ziehen nach links, alle anderen nach rechts. Dazwischen lassen sie so viel Platz, dass auch ein schwerer Lkw der Feuerwehr durchfahren kann. „Denn bei einem Autounfall kommt es oft darauf an, dass schnell Hilfe kommt“, sagt Rümpel. Die Hoffnung ist bei diesem Schwamm, dass er den Automobilisten nicht nur zu einer klaren Scheibe verhilft, sondern diese immer auch sozusagen einen Spicker zur Hand haben, wie sie sich im Stau richtig verhalten.

Unterstützung von Sachsenlotto

Die „Aktion Rettungsgasse“ startet der Landesfeuerwehrverband zusammen mit Sachsenlotto. Das Unternehmen hat mit den Feuerwehren einen Vertrag über die Zusammenarbeit geschlossen. „Wir sind ja der Gemeinnützigkeit verpflichtet und arbeiten mit Organisationen zusammen, die ähnliche Ziele verfolgen“, sagt Frank Schwarz, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto-GmbH. Eine ähnliche Vereinbarung hat das Unternehmen, das im Besitz des Freistaats Sachsen ist, auch mit dem Naturschutzbund Deutschland geschlossen. Die Vereinbarung mit dem Feuerwehrverband läuft jetzt bis Ende kommenden Jahres.

Dass die Aktion Rettungsgasse in Dippoldiswalde startet, das fernab jeglicher Autobahn liegt, hat mehrere Gründe. Ganz unbescheiden sagt Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU): „Wir sind eben der Zenit“. Aber dann erklärt sie den Zusammenhang. Sie hat vor allem in der Corona-Kreise eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband gepflegt. Daher kam Andreas Rümpel mit der Idee auf sie zu. Außerdem liegt allen Beteiligten daran, zu zeigen, dass ihnen auch kleine Orte abseits der Metropolen am Herzen liegen.

Auch Helfer aus Dipps sind auf der Autobahn im Einsatz

Wenn größere Unfälle geschehen, kann es durchaus sein, dass auch Helfer aus Dippoldiswalde zur Autobahn gerufen werden. „Der Rettungsdienst aus Dipps war schon auf der Autobahn im Einsatz. Für uns als Dippser Feuerwehr gehört die Autobahn nicht zum direkten Ausrückebereich“, sagt Michael Ebert, Stadtwehrleiter von Dippoldiswalde. Die Ortsgruppe Dippoldiswalde des Technischen Hilfswerks ist aber schon mehrfach zu Einsätzen auf die Autobahn gerufen worden.

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Auch wenn die Autobahn nicht direkt an der Stadt vorbeiführt, sind doch die Autofahrer aus dem Osterzgebirge auf den Fernstraßen unterwegs. Dabei können sie genauso wie jeder andere in die Situation kommen, im Stau zu stehen oder gar in einen Unfall verwickelt zu werden. Dann sind sie heilfroh, wenn die Helfer durch eine ordentliche Rettungsgasse zügig zu ihnen durchkommen.

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