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Diskussion um neues Straßenbahnnetz

2020 soll die Trasse durch den Dresdner Süden fertig sein. Die Busse zum Campus werden dann leerer, die Bahnen voller.

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© DVB

Von Jana Mundus, Julia Vollmer und Annechristin Bonß

Es wird eng in Dresdens Straßenbahnen und Bussen. Mit Blick auf die neuesten Zahlen zur Einwohnerentwicklung rechnen Stadt und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) im Jahr 2030 mit fast zwölf Millionen Fahrgästen mehr pro Jahr. Schon seit Jahren wird deshalb überlegt, wie die Linienführung durch die Stadt künftig aussehen muss und welche Straßenbahnlinien zusätzlich gebaut werden können, damit auch jeder neue Fahrgast einsteigen kann. Nun stellen Stadtverwaltung und DVB ihre aktuellen Pläne dafür in den Stadtteilen vor. Stadtbahn 2020 heißt das Vorhaben, in dem eine neue Trasse von Löbtau über die Nürnberger Straße, den Zelleschen Weg bis zum Haltepunkt Strehlen entsteht. 2022 könnte der Bau fertig sein. Einzelne Linien fahren dann anders. Doch die Reaktionen darauf fallen nicht nur positiv aus.

Plauen: Anwohner fordern eigene Straßenbahn in Richtung Zentrum

Gegen die neue Straßenbahntrasse von Löbtau nach Strehlen hat im Dresdner Süden niemand etwas. Von der Oskarstraße geht es zur Caspar-David-Friedrich-Straße, über den Zelleschen Weg, die Nürnberger Straße zur Nossener Brücke. Was viele Ortsbeiräte jedoch massiv stört: Die Pläne für eine Straßenbahnlinie von Plauen in Richtung Johannstadt sind erst einmal in weite Ferne gerückt. Die Stadt will zwar weiter Untersuchungen dazu durchführen. Wann und ob die Linie kommt, ist aber unklar. In ihrer Sitzung appellierten die Räte deshalb an die Stadt, die Pläne weiter im Blick zu haben. Für viele Bewohner des Stadtteils sei eine schnelle Verbindung in Richtung Innenstadt wichtig. Doch bisher fehlte dazu die Zusage von Land und Bund, den Bau finanziell zu unterstützen. Knackpunkt bleibt zudem die Chemnitzer Straße. Mit einer Straßenbahn wird es hier später sehr eng.

Cotta: Für Fahrgäste aus dem Westen könnte es eng in den Bahnen werden

Die Linie 7 aus Gorbitz gilt als einer der großen Zubringer für Dresdens Studenten. Viele von ihnen wohnen in dem Viertel. An der Tharandter Straße steigen sie in die Busse der 61 um. Schon lange ist diese Linie ausgelastet, teilweise im Abstand von wenigen Minuten fahren die Fahrzeuge. Mehr geht einfach nicht, haben die Planer der DVB immer wieder betont. Auch aus diesem Grund wird die neue Trasse gebaut. Dann können die Studenten mit der 7 nämlich von Gorbitz bis zum Nürnberger Platz ohne Umsteigen fahren. „Macht das nicht automatisch die Bahnen richtig voll?“, wollten die Ortsbeiräte in Cotta wissen. Die Antwort ist klar: „Ja, dort fahren künftig mehr Menschen mit“, sagt Andreas Hoppe, Verkehrsexperte der DVB. Allerdings können mit den neuen Linien generell 15 Prozent mehr Passagiere mitfahren. Die DVB rechnen mit 4 500 mehr pro Tag. Sollte es trotzdem eng in den Bahnen der 7 werden, könnten auch größere Fahrzeuge eingesetzt oder die Taktzeit verändert werden.

Blasewitz: Für die übervollen Busse durch Striesen gibt es keinen Ersatz

Die Buslinie 61 ist nicht nur entlang des TU-Campus übervoll. Dichtes Gedrängel herrscht auch in Striesen – vor allem nach Schulschluss und im Feierabendverkehr, erzählen die Blasewitzer Ortsbeiräte. Lange schon gibt es Pläne, wie diese Linie durch eine Straßenbahnlinie ersetzt werden kann. Die Ortsbeiräte stimmten nun dafür, zu prüfen, unter welchen Aspekten das möglich sei. DVB und Stadtverwaltung sollen untersuchen, wie viele Fahrgäste die Linie 61 zwischen Schillerplatz und dem Haltepunkt Strehlen tatsächlich nutzen, sagt Grünen-Ortsbeirat Florian Frisch. Eine schnelle Lösung für dieses Problem wird es wohl nicht geben. Denn trotz der Überlegungen zur Linie 14 durch Striesen fehlen konkrete Aussagen zur Finanzierung. Erst wenn auch Bahnen vom Wasaplatz über die Zwinglistraße zum Schillerplatz fahren, kann auf die 61 in diesem Abschnitt verzichtet werden.

Altstadt: Über den Endpunktder Linie 8 aus Hellerau wird diskutiert

Weil künftig mit den Linien 3, 7 und 9 viel mehr Bahnen zwischen Hauptbahnhof und Nürnberger Platz fahren, wird die Linie 8 nicht mehr benötigt. Die kommt aus Hellerau und fährt bisher in die Südvorstadt. Die neue Endhaltestelle könnte an der Gleisschleife Wallstraße sein. Doch noch scheinen die Planer der DVB nicht zufrieden mit dem Konstrukt zu sein. Sie wollen in den kommenden Jahren auswerten, wie viele Fahrgäste tatsächlich diese Linie nutzen. Beschlossen ist allerdings bereits, dass die Linie 8 nur noch alle 20 Minuten fährt – sobald der Abschnitt der neuen Trasse bis zum Nürnberger Platz fertig ist.

www.szlink.de/stadtbahn2020