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"Ich muss die Pferde nur sehen, dann bin ich glücklich"

Carolin Felgner aus Leipzig hat sich einen Traum erfüllt: In ihrem Nebenjob ist sie als Pferdefotografin unterwegs. Dabei reist die Ex-Harthaerin durch ganz Deutschland.

Seit etwa vier Jahren ist Carolin Felgner als Pferde- und Hundefotografin unterwegs. Ihre Leidenschaft hat sie mittlerweile zum Beruf gemacht.
Seit etwa vier Jahren ist Carolin Felgner als Pferde- und Hundefotografin unterwegs. Ihre Leidenschaft hat sie mittlerweile zum Beruf gemacht. © privat

Hartha/Leipzig. Ihre Leidenschaft für Pferde war schon immer da, sagt sie. Ihren Weg in die Fotografie musste sie allerdings erst noch finden. Mittlerweile hat Carolin Felgner aus Leipzig beides miteinander verbunden und sich damit einen Traum erfüllt: Als Pferde- und Hundefotografin reist die ehemalige Harthaerin durch ganz Deutschland, erschafft beeindruckende Aufnahmen und erlebt immer wieder unvergessliche Momente, wie sie selbst sagt.

"Im vergangenen September war ich beispielsweise mit einer anderen Fotografin, einer guten Freundin, in Sachsen-Anhalt, um halbwilde Koniks aufzunehmen." Bei Koniks handelt es sich um eine Pferdeart, die vor allem in Mittel- und Osteuropa angesiedelt ist.

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"Wir sind ohne Erwartungen da hin gefahren, weil wir ja auch nicht wussten, was auf uns zu kommt. Letztendlich haben wir den ganzen Tag mit den Pferden verbracht, komplett allein", erzählt sie. "Es war so entspannt, da auch einfach mal inne halten zu können. Am Ende haben die Jährlinge noch angefangen zu spielen, sind sogar gestiegen. So etwas hatte ich bis dahin noch nie hautnah erlebt."

Die Theorie kam erst später

Ihre ersten Erfahrungen als Fotografin hat Carolin bereits im Alter von 15 Jahren gemacht, als sie ihre erste Spiegelreflexkamera bekommen hatte. "Damals hab ich einfach drauf los fotografiert, ohne mir Gedanken über die Technik oder die Einstellungen zu machen. Hauptsächlich Landschaften, aber auch schon ein paar Tiere. Ich bin eher ein Macher-Typ. Ich muss erst einmal starten, die Theorie kommt später."

Wirklich los ging es dann vor etwa vier Jahren, als sie nach dem Abitur bemerkte, dass es auch den Beruf als Pferdefotograf gibt. "Die Zeit darauf habe ich mit unzähligen Webinaren verbracht, um das Handwerk zu erlernen. Das erste war beispielsweise ein Zwei-Wochen-Kurs zu Photoshop. Wenn man das einmal beherrscht, ist es leicht, aber man muss es eben erstmal lernen."

Nebenbei sammelte sie bereits ihre ersten praktischen Erfahrungen, hat Pferde von Bekannten fotografiert und Portfolio-Tage besucht, um - wie der Name schon sagt - ihr Portfolio aufzufrischen. "Die Veranstalter geben dir auch immer noch den einen oder anderen Tipp mit. Zudem konnte ich dadurch meine ersten Beziehungen in die Szene knüpfen."

"Durch die Fotografie kann ich meinem Seelentier nah sein"

Das Handwerk als Tierfotograf ist in den vergangenen Jahren extrem gewachsen, erzählt Carolin. Mittlerweile gebe es zahlreiche Vertreter, die sich bereits auf unterschiedliche Tiere spezialisiert hätten. "Die einen konzentrieren sich nur auf Pferde, Hunde oder beispielsweise auch Katzen, andere machen doch wieder mehrere Tiere. Es gibt da eine unendliche Vielfalt."

Die Verbindung zweier Leidenschaften war es letztendlich, die die heute 25-Jährige immer tiefer in die Materie eintauchen ließ. "Durch die Fotografie kann ich meinem Seelentier, meinem Spirit Animal, wie ich immer sage, einfach nah sein. Ich muss die Pferde einfach nur sehen, dann bin ich schon glücklich. Deswegen die Pferdefotografie."

So vielfältig wie ihre Motive seien auch die Stile der Fotografen, sagt Carolin. Von hell und farbenfroh bis dunkel und minimalistisch sei alles dabei. Sie selbst beschreibt ihren Stil als „moody“, will damit eine bestimmte Stimmung beim Betrachter auslösen.
So vielfältig wie ihre Motive seien auch die Stile der Fotografen, sagt Carolin. Von hell und farbenfroh bis dunkel und minimalistisch sei alles dabei. Sie selbst beschreibt ihren Stil als „moody“, will damit eine bestimmte Stimmung beim Betrachter auslösen. © privat
Mittlerweile ist Carolin mit ihrer Fotografie in ganz Deutschland unterwegs. Und damit nicht genug: Künftig will sie auch in andere Länder damit reisen. Die Alpen, Island und auch Indien stehen beispielsweise auf ihrer Wunschliste.
Mittlerweile ist Carolin mit ihrer Fotografie in ganz Deutschland unterwegs. Und damit nicht genug: Künftig will sie auch in andere Länder damit reisen. Die Alpen, Island und auch Indien stehen beispielsweise auf ihrer Wunschliste. © privat
Nicht nur Pferde, auch Hunde landen mitunter vor Carolins Kamera. Die Tierfotografie habe in den vergangenen Jahren einen extremen Zuwachs bekommen, sagt sie. Mittlerweile gebe es für die unterschiedlichsten Tiere Fotografen.
Nicht nur Pferde, auch Hunde landen mitunter vor Carolins Kamera. Die Tierfotografie habe in den vergangenen Jahren einen extremen Zuwachs bekommen, sagt sie. Mittlerweile gebe es für die unterschiedlichsten Tiere Fotografen. © privat

Je mehr sie sich mit dem Thema auseinandersetzte, umso mehr nahmen die Dinge ihren Lauf. Mittlerweile war Carolin schon mehrfach in Bayern, hat Tinker-Ponys im Morgengrauen an der niederländischen Grenze fotografiert, war für einen Portfolio-Tag im Schwarzwald und ist natürlich auch in Sachsen unterwegs.

"In der Nähe von Bautzen gibt es beispielsweise eine kleine PRE-Zucht. Dort werden also spanische Pferde gezüchtet, die durch das sogenannte Pearl-Gen eine ganz besondere Fellfarbe haben. Das Fell dieser Pferde hat sozusagen einen goldenen Schimmer. Das ist zur Zeit das einzige Gestüt in Deutschland, das diese Tiere mit dieser Fellfarbe züchtet."

Von den Alpen bis nach Indien

Im August 2020 entschied sich Carolin schließlich, ihr Hobby zum Beruf zu machen und es als Nebengewerbe anzumelden. "Vorerst soll es das auch bleiben. Mein erstes Etappenziel habe ich schon mal erreicht: Ich arbeite mittlerweile weniger als Steuerfachangestellte und habe dadurch mehr Zeit für die Fotografie. Gleichzeitig bin ich aber auch so erzogen worden, dass ich in puncto Finanzen auf Nummer sicher gehe."

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Gleichzeitig hat sie noch einiges, was sie in ihrer Berufung gern noch erleben möchte. "Zur Zeit steht da ganz oben, mal in die Alpen zu fahren, um dort die Pferde zu fotografieren, die im Sommer auf der Alm leben. Ich würde gern mal nach Island, nach Schottland, in die Mongolei. Und auch Indien würde mich reizen. Da gibt es eine ganz bestimmte Rasse, die Marwari. Die Inder sind unglaublich stolz auf sie, aber ihre Haltung entspricht nicht unbedingt dem europäischen Standard. Ein schwieriges Thema, aber ich würde es gern mal wagen, auch mal dokumentarisch unterwegs zu sein."

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