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Harthaer heiß aufs Stockcar-Rennen

Zum ersten Mal wird es ein Höhenfeuerwerk am Heegweg geben. Feurig geht es auch auf der Rennstrecke zu.

Von Sylvia Jentzsch
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Am Wochenende vom 30./31. Oktober wird es auf der Rennstrecke am Heegweg in Hartha heiß hergehen. 100 Fahrer wollen beim Rennen an den Start gehen.
Am Wochenende vom 30./31. Oktober wird es auf der Rennstrecke am Heegweg in Hartha heiß hergehen. 100 Fahrer wollen beim Rennen an den Start gehen. © xcitepress/Christian Essler

Hartha. Traditionell startet das Harthaer Stockcar-Rennen am letzten Wochenende im Oktober. „Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Allerdings müssen wir nach dem Sturm noch einmal das Gelände beräumen. Es liegen mehrere Äste und kleine Bäume auf der Piste und den Tribünen“, so der Vorsitzende des Harthaer Motorsportclubs (MSC) Stephan Schäfer.

Zunächst schauten die Veranstalter kritisch auf die Corona-Inzidenzwerte. Doch da sie darauf achten, dass nicht mehr als 1.000 Gäste gleichzeitig auf dem Areal sind, müssen keine gesonderten Regelungen beachtet werden. „Die Besucher des Rennens brauchen keine Maske zu tragen, es gilt keine 3-G-Regel und es ist auch keine Kontaktverfolgung notwendig“, sagte Stephan Schäfer.

Ob Vereinsmitglied, Fahrer oder Zuschauer – alle seien heiß aufs Rennen. „Sie wollen endlich einmal fahren. Das war bisher in diesem Jahr nicht möglich“, so der Vereinsvorsitzende.

Optimale Rennbedingungen

Der Harthaer MSC bietet mit seiner Rennstrecke am Heegweg optimale Bedingungen für das Rennen. „Denn auf unserer Strecke sind etwa 80 Prozent Betonfläche und der Rest Kies. Auf diesem Stück wird es matschig und es kann gesprungen werden. Auf der Betonstrecke geht es um Geschwindigkeit“, so Stephan Schäfer.

Die Strecke werde grundsätzlich gewässert, damit es zum einen nicht so stiebt und zum anderen die Geschwindigkeit etwas herausgenommen wird. „Uns geht es um die Sicherheit“, so der Vereinsvorsitzende.

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In diesem Jahr gehen 100 Fahrer in den verschiedenen Klassen an den Start.Am Freitag, 29. Oktober, reisen ab 12 Uhr die Rennteams an und bauen sich im Fahrerlager ihre Unterkunft auf. Neu ist, dass unter die Fahrzeuge eine Matte gelegt werden muss, damit auslaufende Betriebsstoffe nicht in den Boden gelangen. Das werde auch kontrolliert, so Schäfer.

Manche Fahrzeuge schaffen das Rennen nicht.
Manche Fahrzeuge schaffen das Rennen nicht. © xcitepress/Christian Essler

Warm-up-Party am Freitag

Um 19 Uhr beginnt die Warm-up-Party im Festzelt mit Livemusik der Band exituz 28, einer Böhse-Onkelz- Coverband. Der Sonnabend, 30. Oktober, beginnt um 9 Uhr mit einer Fahrerberatung. Ab 9.30 Uhr werden dann die Harthaer bekannten Geräusche, das Dröhnen der Motoren, zu hören sein. Dann beginnt das freie Training. Bereits ab 10.30 Uhr sind die ersten Läufe geplant.

Gefeiert wird am Sonnabend ab 19 Uhr. Dann gibt es Musik aus der Konserve. Zu später Stunde soll dann auch noch ein Höhenfeuerwerk gezündet werden, zum ersten Mal bei einem Stockcar-Rennen auf dem Heegweg.

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Die Wertungsrennen beginnen am Sonntag bereits ab 8 Uhr. Gegen 15 Uhr wird der Höhepunkt des Rennwochenendes erwartet – dann startet der Vernichtungslauf. Bei diesem geht es nicht darum, wer als Erster ins Ziel kommt, sondern wer als Letzter noch fahren kann.

Drängeln, rammen schubsen, alles ist erlaubt

Grundsätzlich ist die wichtigste Eigenschaft eines Stockcars nicht die Geschwindigkeit, sondern die Stabilität. Denn, so erklärt der Vereinsvorsitzende des MSC: „Drängeln, rammen schubsen, alles ist erlaubt. Die Fahrertür ist das einzige Tabu.“ Soll heißen: Es gibt keine Regeln, außer der, dass man nicht direkt die Fahrertür anderer Rennfahrer rammen darf.

Das klingt gefährlich — und das ist es auch. Deshalb werden Stockcars mit Front- und Heckschutz versehen, ein Käfig aus Metallstangen und Sportsitze werden ein- und die Fenster wegen Splittergefahr ausgebaut. Alle Verletzungen kann aber auch der beste Schutz nicht verhindern.

„Das Schlimmste ist, dass die Fahrzeuge nicht nachgeben. Jeder Stoß wird eins zu eins auf den Fahrer übertragen“, erklärt Schäfer. Die fehlende Knautschzone hat nicht selten gestauchte Halswirbel zur Folge.

Die Technik muss beim Rennen stimmen. Das Einrichten übernimmt der Vereinsvorsitzende Stephan Schäfer.
Die Technik muss beim Rennen stimmen. Das Einrichten übernimmt der Vereinsvorsitzende Stephan Schäfer. © Dietmar Thomas

Zu den Vorbereitungen gehört auch das Mobilisieren der vielen Helfer, die für das Rennen notwendig sind. „Da können wir auf Freunde, Bekannte und Familienmitglieder unserer Vereinsmitglieder zurückgreifen. Darüber sind wir sehr froh“, so der Chef des MSC.

Am Freitagabend sorgen die Kameraden der Wendishainer Ortswehr für das notwendige Licht bei der technischen Abnahme der Fahrzeuge. Am Sonnabend und Sonntag sind die Feuerwehrleute von Hartha und die Johanniter im Einsatz.

Schäfer ist froh, dass sich Michael Köhler, Geschäftsführer der Döbelner Getränkevertriebs GmbH, mit seinem Team um die gastronomische Versorgung und die kulturelle Umrahmung des Events kümmert.