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Hermsdorfer Abwasser landet in Masten

Dafür werden Leitungen und Pumpen gebaut. Mit welchen Einschränkungen die Anwohner rechnen müssen.

Auf der Hermsdorfer Straße in Sörmitz werden Abwasserleitungen verlegt. Jörg Hüttner von der Firma Erdmann Bau Mügeln schachtet mit dem Bagger den Graben aus.
Auf der Hermsdorfer Straße in Sörmitz werden Abwasserleitungen verlegt. Jörg Hüttner von der Firma Erdmann Bau Mügeln schachtet mit dem Bagger den Graben aus. © Dietmar Thomas

Döbeln. Warum ist die Hermsdorfer Straße in Döbeln gesperrt und was wird gebaut?, fragte ein Anwohner aus Hermsdorf.

„Die Hermsdorfer Straße ist seit Anfang dieser Woche für den Verkehr voll gesperrt. Der Grund sind umfängliche Arbeiten am Kanalnetz“, teilt Tina Stroisch, Leiterin Unternehmenskommunikation/Marketing der Veolia Wasser Deutschland mit.

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Der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal (AZV) lässt hier eine neue Abwasserpumpstation sowie 1.100 Meter Abwasserdruckleitung und 105 Meter Abwasserleitung bauen. „Bisher wurden die Abwässer von Hermsdorf direkt auf der Kläranlage Hermsdorf gereinigt. Die Anlage ist jedoch sehr alt und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Deshalb sollen die Abwässer künftig zur Kläranlage nach Döbeln-Masten geleitet und dort gereinigt werden. Dafür wird nun eine neue Verbindung gebaut“, erklärt Olaf Starke, Projektleiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH, dem Betriebsführer des AZV.

Anlage in Hermsdorf wird rückgebaut

Die Kläranlage Hermsdorf soll anschließend rückgebaut werden. Der AZV investiert dafür insgesamt 250.000 Euro, was im Vergleich zu einer Ertüchtigung der Hermsdorfer Kläranlage günstiger sei.

Die Firma Erdmann Bau aus Mügeln wurde mit den Tiefbauarbeiten beauftragt. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin werden die Verkehrsteilnehmer über das Gewerbegebiet Döbeln-Ost umgeleitet. „Für die Einschränkungen bitten wir um Verständnis“, sagt Olaf Starke.

Der Abwasserzweckverband hatte in den vergangenen Jahren immer wieder in die Ertüchtigung und Modernisierung der Kläranlage in Masten investiert. Auch das besagte Regenüberlaufbecken, das als Puffer bei Starkregen dient, war vor einigen Jahren nachgerüstet worden.

Geröllfang für 320.000 Euro

Zuletzt waren Mitte dieses Jahres rund 320.000 Euro in einen sogenannten Geröllfang vor dem Klärwerk investiert worden. Der Geröllfang ist am Zulauf der Kläranlage in den Kanal eingesetzt worden, wo das gesamte Abwasser der Stadt ankommt.

Dies war auch während der Bauphase so. „Wir können den Zulauf nicht einfach stoppen. Das funktioniert nicht. Wir müssen sicherstellen, dass das Abwasser trotz Baustelle auf der Kläranlage ankommt und dort gereinigt werden kann“, hatte Projektleiter Michael Schütze vor Baubeginn gesagt.

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Zu diesem Zweck war ein etwa 30 Meter langer Bypass gebaut worden, um das ankommende Abwasser an der Baustelle vorbeizuleiten. Herausfordernd war auch die Baumaßnahme selbst. Immerhin musste der Geröllfang aus Stahlbeton fünfeinhalb Meter tief eingebaut werden. Die Seitenkanten des Bauteils sind 2,50 mal 2,15 Meter. Neben dem Aushub für den Geröllfang wurden zwei Brunnen gebohrt, die dafür sorgten, dass die Baustelle möglichst trocken bleibt.

Der Geröllfang soll den Reinigungsprozess des Abwassers auf der Kläranlage insgesamt erleichtern, indem zum Beispiel Steine, die über Straßeneinläufe in die Kanalisation gelangen, im Vorfeld herausgespült und abgefangen werden. „Damit wird die gesamte mechanische Reinigung, vor allem der Rechen, künftig deutlich weniger beansprucht“, sagte Schütze.

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Das neue Bauwerk funktioniert wie eine Art Absetzschacht, in dem sich anorganische Bestandteile des Abwassers wie Sand, Kies und Steine ablagern. Über einen fest installierten Säulendrehkran wird der Schacht regelmäßig geleert.

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