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Kahlschlag in der Fröhne

In dem Wald haben Stürme und der Borkenkäfer großen Schaden angerichtet. Deshalb ist Schnelligkeit gefragt.

Mitten im Wald an der Fröhne ist ein „Loch“ entstanden. Die Bäume mussten gefällt werden, weil sie vom Borkenkäfer befallen waren.
Mitten im Wald an der Fröhne ist ein „Loch“ entstanden. Die Bäume mussten gefällt werden, weil sie vom Borkenkäfer befallen waren. © Dietmar Thomas

Hartha/Geringswalde. Der Wald in der Fröhne zwischen Hartha und Geringswalde dient nicht nur den Grundstücksbesitzern zur Erholung. Auch viele Wanderer und Radfahrer nutzen das Areal.

Ihnen wird eine Fläche etwa von der Größe eines halben Fußballfeldes aufgefallen sein, auf der alle Bäume gefällt worden sind. An der Seite des Weges sind die Stämme in mehreren Stapeln aufgeschichtet.

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Erheblicher Borkenkäferbefall

Der Grund für den Kahlschlag ist der gleiche wie anderswo auch. „Wie in allen Waldgebieten des Forstbezirkes Chemnitz ist auch in der Fröhne in erheblichem Umfang Borkenkäferbefall aufgetreten. Zur schnellen Beseitigung der befallenen Bäume gibt es dabei keine Alternative, damit der Käfer nicht weitere Bäume befällt“, sagte Bernd Ranft, Leiter des Forstbezirkes Chemnitz des Staatsbetriebes Sachsenforst.

Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und das Holz wird derzeit abgefahren. „Damit hoffen wir, dass in diesem Jahr im Waldgebiet keine weiteren Holzeinschlagsarbeiten notwendig werden“, so Ranft. Die Gesamtmenge an Schadholz in diesem Waldgebiet betrug in diesem Jahr rund 800 Kubikmeter, das sind je nach Dimension schätzungsweise 800 bis 900 Bäume, welche dem Käfer zum Opfer gefallen sind. Ein Teil davon wurde bereits im April eingeschlagen, ein größerer Anteil erst in den vergangenen Wochen.

Hauptweg wird instandgesetzt

Die Einnahmen aus dem Holzverkauf decken etwa die Kosten der Holzernte, weil durch die enormen Schadholzmengen die Preise auf dem Holzmarkt stark gesunken sind. „Da es vor allem darum ging, die weitere Borkenkäferausbreitung zu verhindern, stehen wirtschaftliche Aspekte nicht im Vordergrund“, sagte Bernd Ranft.

Für den Hauptweg durch die Fröhne sei noch in diesem Jahr eine Instandsetzung geplant. „Gleichzeitig beginnen wir mit den Vorbereitungen für die Wiederaufforstung mit standortgerechten Laubbaumarten, die durch die Einbeziehung der sich natürlich entwickelnden Waldverjüngung ergänzt werden“, so der Forstbezirksleiter.

Ältere Fichtenbestände bedroht

Generell gehört der Raum Mittelsachsen und damit große Teile des Forstbezirkes Chemnitz zu den von der Borkenkäferkalamität am meisten betroffenen Gebieten. „Allein im vergangenen Jahr haben wir im Forstbezirk Chemnitz Schadholz in Höhe des dreifachen planmäßigen Holzeinschlages bearbeiten müssen. In diesem Jahr setzt sich diese Entwicklung weiter fort und wir verzeichnen an vielen Stellen erhebliche Schadflächen“, so Ranft.

Die Fröhne bilde somit keine Ausnahme, da insbesondere im sächsischen Hügelland die klimatischen Verhältnisse den Befall durch Borkenkäfer extrem begünstigen. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren fortsetzt und ältere Fichtenreinbestände in der derzeitigen Form nach und nach verschwinden werden“, sagte Ranft.

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