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Von Marionetten ohne Rückgrat

Den Besuchern seiner Ausstellung gibt Ekkehart Stark einen symbolischen Schlüssel in die Hand. Eintreten müssen sie aber selbst.

Ekkehart Stark zeigt in der Galerie in der Schlossstraße eine neue Ausstellung. Dabei beschäftigt er sich mit sozial- und gesellschaftspolitischen Themen.
Ekkehart Stark zeigt in der Galerie in der Schlossstraße eine neue Ausstellung. Dabei beschäftigt er sich mit sozial- und gesellschaftspolitischen Themen. © Dietmar Thomas

Waldheim. Es ist eine Ausstellung mit anderen als den gewohnten Bildern, die Ekkehart Stark seit Freitag in der Waldheimer Galerie der François Maher Presley-Stiftung für Kunst und Kultur in der Schlossstraße zeigt. Die Besucher kennen von ihm Darstellungen schöner Landschaften oder Städteansichten.

Im 30. Jahr der Deutschen Einheit greift der in Kriebethal lebende Künstler unter dem Motto „Immer für die Freiheit“ sozial- und gesellschaftspolitische Themen auf. Entstanden sind die Werke in den Jahren von 1972 bis 2020.Die ersten Bilder entstanden noch zu Zeiten der DDR, in deren System sich der bürgerliche Stark inhaltlich nicht beheimatet fühlte.

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Als Student Bekanntschaft mit der Stasi gemacht

In seiner Rede während der Vernissage verweist er dabei auf den Artikel 5 des Grundgesetzes „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten..." Weil dieses Recht in der DDR-Diktatur nicht bestand, erhöhte sich auch bei Ekkehart Stark der innere Druck. Da er selbst schon gleich zu Beginn seines Studiums „Erfahrungen mit der Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit machen musste, war meine Haltung diesem Staat gegenüber durchweg negativ besetzt“, so Stark.

 Das habe seinen Ursprung auch durch sein Elternhaus gehabt. Sein Vater sei ein unbeugsamer, aufrechter Mann gewesen, der sich das freie Wort nicht verbieten ließ. So habe sich auch für ihn der Druck, der durch die Propaganda der Staatsmedien ausgelöst wurde, erhöht. 

Alle Wünsche und Sehnsüchte fürs Volk zunächst erfüllt

Stark machte sich Luft, indem er Grafiken zu den jeweiligen Themen, die ihn bewegten, schuf. „Die Marionetten ohne Rückgrat waren dabei ein zentrales Motiv“, sagte er. Nach dem Zusammenschluss beider deutscher Staaten war für Ekkehart Stark über viele Jahre der innere Frieden eingekehrt. „Alle Wünsche und Sehnsüchte, was unser Volk anbelangte, waren für mich in Erfüllung gegangen“, sagte er.

Später und bis heute sieht sich der Künstler neuen Fragen und Widersprüchen gegenüber. Seiner Meinung nach werde eine Einheitsmeinung angestrebt. „Jede Abweichung wird politisch als rechts oder rechtsextrem, oder mit der Nazikeule verurteilt“, sagte er. Dabei sei diese Klassifizierung ein Schlag ins Gesicht all jener, die unter dem Regime der Nazidiktatur gelitten haben oder darin zu Tode kamen“, so Stark.

Künstler gibt Besuchern Bildtitel als Schlüssel mit

Erklärungen zu den insgesamt 18 Bildern, die zu sehen sind, wollte Ekkehart Stark während der Ausstellungseröffnung nicht geben. Das obliege vielmehr den Betrachtern selbst. Jeder könne sich dadurch seine eigenen Gedanken zu den Bildern machen. „Mithilfe des Titels erhalten die Besucher aber einen Schlüssel, der sie eintreten lässt, in meine Gedanken und Intensionen“, so der Künstler.

Ekkehart Stark wurde 1947 in Waldheim geboren. Er wuchs in Kriebstein auf, wo er heute noch lebt. In Waldheim absolvierte er eine Lehre als Dekorationsmaler. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit 1973 arbeitete er als erster Theatermaler am Opernhaus in Chemnitz, bevor er ab 1980 als Produktdesigner bei der Florena Cosmetic GmbH in Waldheim tätig war. Seit 2005 ist Ekkehart Stark freischaffender Künstler. 

Die Ausstellung ist bis zum 22. November zu sehen.

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