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Waldheim: Lausitzer bei Handwerkermarkt

Echtes Handwerk zeigen die Mitwirkenden des Hoffestes bei Bergmanns in Waldheim. Doch am Wochenende waren nicht nur Tischler und Steinmetze da.

Adrian Holz-Stolle und Beate Holz aus der Oberlausitz waren erstmals zu Besuch auf dem Waldheimer Handwerkermarkt. Sie sind Bandweber.
Adrian Holz-Stolle und Beate Holz aus der Oberlausitz waren erstmals zu Besuch auf dem Waldheimer Handwerkermarkt. Sie sind Bandweber. © Dietmar Thomas

Von Claudia Erbert

Waldheim. Adrian Holz-Stolle und seine Frau Beate sind Mitglieder eines Traditionsvereins und häufig bei historischen Festen und Märkten dabei. „Wir wollten auch gerne ein Handwerk repräsentieren und haben gesucht, was uns Spaß machen könnte“, erklärt er. Seine Frau habe schnell das Spinnen für sich entdeckt und häkelt mit dem entstandenen Garn dann auch Taschen und Kuscheltiere, sie sie am Stand mit verkauft.

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„Wir kommen aus der Oberlausitz und Großröhrsdorf war einmal sehr bekannt für seine Bandweberei, darum hab ich überlegt, wie ich das zeigen könnte.“ Er fand dann einen tragbaren Rahmen, auf dem er Bänder bis zu ein paar Metern Länge herstellen kann und zieht seitdem damit von Fest zu Fest: „Meine Brötchen möchte ich damit nicht verdienen, aber auf solchen Veranstaltungen macht das viel Spaß.“ 

Roland Theißig, der letzte Böttcher der Region Döbeln, kommt mit einem Kunden, der einen hölzernen Bauchladen bei ihm gekauft hat, zum Stand des Bandwebers: „Hierfür brauche ich deine Bänder, damit das auch optisch zusammenpasst.“ Bisher ist ein gekauftes, industriell gefertigtes Band durch die Halterungen gezogen.

"Da habe ich Lust auch im nächsten Jahr was zu machen"

„Sie sehen, Bänder braucht man überall, ohne sie funktioniert die Welt nicht“, freut sich Adrian Holz-Stolle. Sie werden kunstvoll als Lesezeichen, Schärpen, als Schmuck mit Sprüchen und Mustern oder für Gebrauchsgegenstände als Gurte für Taschen, Zeltplanenhalter bei den Nomaden und sogar zum Zusammenhalt der einzelnen Plättchen eines Samureipanzers verwendet. 

Der Bandweber in Waldheim macht aber meist solche für Kiepen, mit denen viel auf dem Rücken transportiert werden kann.

„Herr Bergmann hat uns in Liebertwolkwitz im Dorf anno 1813 getroffen und gefragt, ob wir nicht auch mal zu ihm nach Waldheim kommen wollen. Uns gefällt es hier gut, der erste wird sicher nicht der letzte Besuch hier sein.“

Auch Axel Bergmann hofft auf eine Fortsetzung: „Das dritte Jahr in Folge haben wir so schönes Wetter.“ Er hat Bedenken, dass die geforderte Registrierung der Besucher einige abschreckt: „Aber sonst hätten wir es gar nicht machen dürfen.“ 

Als er aus seiner seit Beginn der Gaststättenschließung geschlossenen Gaststube tritt, den vollen Hof und vor allem die faszinierten Gesichter der Kinder beim Auftritt von Franziska Franz und den Waldheimer Cheerleader sieht, verbessert sich seine Stimmung schlagartig: „Da habe ich gleich Lust, auch nächstes Jahr wieder etwas zu machen!“

Gruppen kommen zu Besuch in Waldheim

In letzter Zeit musste er sich oft die Frage gefallen lassen, ob er keine Lust mehr auf seine „Anfeuchte“, die kleine Kneipe im Hinterhof hätte, er könne doch wieder öffnen. 

„In einer Speisegaststätte lässt sich das umsetzen, Tische mit Abstand, nur Personen aus einem Hausstand an einem Tisch, wenn die fertig sind, dürfen die nächsten rein.“ Aber in seiner Kneipe, in der vor allem Einzelpersonen kommen, um eben mit anderen zusammenzusitzen, macht das keinen Sinn.

„Ich habe ab und zu für Gruppen einen Biergartenbetrieb draußen angeboten, aber jetzt ist es abends und nachts schon kalt. Ich mache Kneipe, wenn Kneipe wieder Spaß macht.“ 

Bis dahin freut er sich, dass das Hoffest eine Möglichkeit ist, Gäste einzuladen, den Hof und die Ausstellungen zu zeigen und vor allem den Kindern eine Freude zu machen. Die blaue Süßigkeitenschüssel ist den kleinen Gästen bestens bekannt und spätestens zu Halloween wird die zum nächsten Mal gefüllt bereitstehen.

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