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Bahnhof Leisnig startet mit Gastronomie

Die Besitzer der Immobilie setzen einen ersten Teil ihres Nutzungskonzeptes um. Für Wirt Andreas Schützeneder wird das ein großer Schritt.

Andreas Schützenender (links) betreibt ab Mai den Biergarten am Kulturbahnhof in Leisnig. Zur Eröffnung und dann regelmäßig an den Wochenenden soll es Live-Musik geben, unter anderem von Kathryn Döhner und Christoph Schönbeck.
Andreas Schützenender (links) betreibt ab Mai den Biergarten am Kulturbahnhof in Leisnig. Zur Eröffnung und dann regelmäßig an den Wochenenden soll es Live-Musik geben, unter anderem von Kathryn Döhner und Christoph Schönbeck. © Dietmar Thomas

Leisnig. Am Bahnhof in Leisnig hat sich wieder etwas verändert. Mittlerweile gibt es im linken Gartenbereich einen neuen Zaun aus Europaletten. Der ist dem Bestuhlungskonzept im neuen Biergarten angepasst.

Also liegt es auf der Hand: Andreas Schützeneder will seinen Gästen ab Mai einen Platz auf Mobiliar aus Europaletten anbieten. „Aber keine Angst, wir stellen auch Biertischgarnituren auf, wie es sich für einen Biergarten gehört“, sagt der 35-Jährige lächelnd. Er ist gerade dabei, die Sitzgelegenheiten zu bauen.

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Sonnensegel haben er und die neuen Eigentümer des ehemaligen Bahnhofes schon aufgehangen. Als Sonnenschutz, was angesichts des frisch gefallenen Schnees am Dienstagmorgen nach Ostern kaum vorstellbar ist. Sogar am nächsten Morgen überzieht das frische Grün eine weiße, an Puderzucker erinnernde Schicht.

Ein etwas anderes Imbissangebot in Leisnig

Trotzdem ist Andreas Schützeneder schon ein wenig in Sommer- und Biergartenlaune. Er kommt ursprünglich aus Niederbayern, wohnt jetzt aber schon einige Zeit im Muldental. Die letzten Jahre hat er in der Saisongastronomie gearbeitet, auch in Österreich.

Jetzt will er sozusagen seine erste Saison in Mittelsachsen bestreiten – als Selbstständiger und sogar mit zwei Mitarbeitern, einer davon hat eine Halbtagsstelle. Eine weitere personelle Aufstockung schließt er nicht aus, wenn das Angebot angenommen wird.

Das weicht von der für den Imbiss bekannten Bockwurst ein Stück ab. Schützeneder hat sich technisch gut ausgerüstet, um seiner Kundschaft warme Sandwiches und „richtig guten Kaffee“ bieten zu können. Salate und Suppen sollen auf der Karte stehen. Er kann sich gut Burger-Aktionstage und solche Tage vorstellen, an denen Rinderbratwürste auf dem Grill brutzeln.

Regionales auf dem Teller und für die Ohren

Gekocht wird im kleinen „Bruder“ eines Foodtrucks: einem Grillanhänger. Der mobile Wagen ist schon geordert und rollt demnächst in Leisnig an. Verarbeiten und zubereiten will der 35-Jährige vor allem Regionales: Zwei Sorten Bier von einer Grimmaer Brauerei möchte er ausschenken. Wenn es um Gemüse geht, dann kommt das zu einem guten Teil von der Gärtnerei Rockmann aus dem benachbarten Altenhof. „Das ist mir wirklich wichtig“, sagt Andreas Schützeneder.

Damit liegt er genau auf der Wellenlänge von Kathryn Döhner und den drei Männern, die im vergangenen Jahr die Bahnhofsimmobilie gekauft haben und nun am Konzept für die Wiederbelebung des Hauses arbeiten.

The Road Brothers haben in Leisnig schon die Gäste einer Benefizgala sowie eines VfB-Sommerfestes unterhalten. Die "Jungs" überzeugten dabei nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch Wortwitz und Situationskomik. Bei der Eröffnung des Leisniger Bahnh
The Road Brothers haben in Leisnig schon die Gäste einer Benefizgala sowie eines VfB-Sommerfestes unterhalten. Die "Jungs" überzeugten dabei nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch Wortwitz und Situationskomik. Bei der Eröffnung des Leisniger Bahnh © Foto: Robert Jentzsch | www.rjph

„Wir sehen uns im Bahnhof hier als Treffpunkt für Künstler und Musiker der Region“, sagt die Tübingerin, die sich 2020 in Leisnig und den alten Bahnhof verliebt hat. Sie freut sich daher, dass bereits drei regionale Bands zugesagt haben, bei der Biergarteneröffnung dabei zu sein: Extraherb, The Road Brothers und die Trommelgruppe. Und selbstredend wird es sich auch die Bahnhofsband nicht nehmen lassen, aufzuspielen.

Darüber hinaus ist jedes Wochenende Live-Musik geplant. Inwieweit die Veranstalter dieses Konzept in Corona-Zeiten umsetzen können, hängt mit den weiteren Reglementierungen zusammen. Damit steht und fällt auch der Eröffnungstermin am 1. Mai. „Wir planen jetzt erst einmal alles, natürlich mit Hygienekonzept und werden dann sehen“, sagt Kathryn Döhner.

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Sie freut sich, dass die Nachfrage nach einem Imbiss am Muldental- und Obstland-Radweg schon riesengroß war. Total viele Menschen seien über Ostern vorbeigewandert und -geradelt, unter anderem aus Dresden und Leipzig, wie die Besitzer in Gesprächen erfahren haben.

Für die Touristen gibt es zwischen Podelwitz und Döbeln am Bahnhof in Leisnig nun bald die gewünschte Gelegenheit, sich zu stärken – zumindest mittwochs bis sonntags von 11 bis 21 Uhr. Firmen in der Umgebung will der 35-jährige Gastronom seine Angebote ebenso „schmackhaft“ machen. Und natürlich sind auch die Leisniger sowie Bahnreisende als Gäste gern gesehen.

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