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Waldheim: Genügend Feuerwehr-Nachwuchs

Schon die Jüngsten haben großes Interesse an der Ausbildung in der Kinderwehr. Den nächsten Schritt gehen einige im Herbst.

Stefan Voß, Ortswehrleiter von Meinsberg, zeigt den Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr, welche besondere Ausrüstung bei starker Hitze neben den Atemschutzgeräten eingesetzt wird, wie der spezielle Flammschutz aus Aluminium.
Stefan Voß, Ortswehrleiter von Meinsberg, zeigt den Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr, welche besondere Ausrüstung bei starker Hitze neben den Atemschutzgeräten eingesetzt wird, wie der spezielle Flammschutz aus Aluminium. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Waldheim. Was ist zu tun, wenn es brennt? Genau, man wählt die 112. Damit die Feuerwehrleute auch immer in ausreichender Truppenstärke anrücken können, brauchen sie Nachwuchs und damit eine gute Jugendarbeit.

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Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Meinsberg herrscht am Sonnabend geschäftiges Treiben. In einem Raum wird geschnitten und gemalt – alles rund um den Schutzpatron der Feuerwehrleute, den heiligen Florian. Gleich nebenan sprechen die Kinder über die Ausstattung eines Feuerwehrmanns.

Die Kameraden der Waldheimer und der Meinsberger Feuerwehr können nun endlich wieder starten und die Kinder und Jugendlichen ausbilden. In Meinsberg treffen sich dazu einmal im Monat die Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr. Sie lernen spielerisch, was alles dazu gehört, um nicht nur Feuer zu löschen, sondern allen Menschen, die in Not geraten und die Feuerwehr rufen, Unterstützung geben zu können.

Feuerwehr-ABC in Waldheim spielerisch lernen

Der neunjährige Fin weiß schon, dass A-, B-, C- und D-Rohre verschieden starke Rohre für unterschiedliche Wassermengen sind, die zum Löschen eingesetzt werden.

Stefan Voß, Ortswehrleiter von Meinsberg, zeigt den Jüngsten auch, welche besondere Ausrüstung neben den Atemschutzgeräten eingesetzt werden, wie zum Beispiel ein spezieller Flammenschutz aus Aluminium, wenn es mal besonders heiß hergeht. Dann wird dieser noch über der Feuerwehrschutzkleidung getragen und reflektiert die Hitze.

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Insgesamt treffen sich in Meinsberg 20 Kinder, die nun endlich auch wieder regelmäßig zusammen kommen können. Stefan Voß sowie Ausbilder und Jugendwart Jan Bäurich leiten das spielerische Erlernen im Feuerwehrgerätehaus in Meinsberg.

Ein großer Teil der Kinder wird ab Herbst zur Jugendfeuerwehr nach Waldheim wechseln. „Da brauchen wir natürlich immer neuen Nachwuchs. Interessierte Kinder sind stets willkommen, wenn wir uns am letzten Samstag im Monat treffen“, so Jugendwart Jan Bäurich.

Lena und Katharina von der Jugendfeuerwehr testen die neue Tragkraftspritze.
Lena und Katharina von der Jugendfeuerwehr testen die neue Tragkraftspritze. © Lars Halbauer

In Waldheim trifft sich am Sonnabend gleichzeitig die Jugendfeuerwehr. Schon von weitem ist das Tuckern eines Motors zu hören. Es ist der neueste „Schatz“ der Waldheimer, eine TS 4. Die Tragkraftspritze kann 400 Liter Wasser pro Minute aus Seen oder Flüssen in der Nähe von Einsatzorten befördern.

Viele Jahre stand die TS 4 ungenutzt bei den Kameraden in Kriebethal, sodass sie erste einmal eine Generalüberholung brauchte. Es wurden Benzinschläuche repariert, Ventile ersetzt, Verschleißteile erneuert, der Vergaser in Schwung gebracht. Weil die öffentlichen Gelder knapp sind und die Feuerwehr wichtig ist, hat sich Jens Lowag aus Kriebstein bei der Reparatur engagiert.

Die fehlenden Teile waren beim Originalhersteller teuer und schwer zu beschaffen. Da hat sich der Waldheimer, der viele Jahre auch aktiv bei der Feuerwehr Dienst tat, starkgemacht und sowohl die Ersatzteile über gute Kontakte besorgt und die Arbeiten gemeinsam mit seinem Sohn durchgeführt.

„Der Vergaser, die Ventile, die Pumpe, es war einiges zu tun, aber man hilft, wo man kann“, lacht der Kriebsteiner, der selbst einen Prüfstützpunkt für Kraftfahrzeuge betreibt.

Katharina und Lena haben die Pumpe g auch gleich auf Herz und Nieren geprüft. Dazu haben die Jugendfeuerwehr-Mädchen Ansaugschläuche in die Zschopau gelegt, dann die Tragkraftspritze dazwischen geschaltet und mit langen Schläuchen einen Löscheinsatz simuliert. Geübt wurde, bis Sprit ausgegangen ist. Im Einsatz wird so etwas vorneweg natürlich kontrolliert.

Junge Leute immer willkommen

Bianca Pallatus und Heiko Hunder kümmern sich in Waldheim um die Jugendarbeit „Theoretisch kann man bis zum 27. Lebensjahr bei der Jugendfeuerwehr mitwirken. Wer Interesse hat, ist bei uns immer willkommen. Mit 16 kann man bereits die zweijährige Grundausbildung beginnen und im Alter von 17 bis 18 Jahren dann auch erste Einsätze bestreiten“, so Hunder.

„Nachwuchs ist wichtig für uns,“ erzählt er weiter. „Noch sind wir ganz gut besetzt und bekommen ja in diesem Jahr auch viele Kinder, die zur Jugendfeuerwehr wechseln, aber ohne Nachwuchs gibt es keinen Brandschutz.“

Neben der Ausbildung treffen sich die Kinder und Jugendlichen aber auch zu gemeinsamen Unternehmungen, sie sammeln Altpapier und schließen Freundschaften. Auch Berufswünsche werden hier schon mal erkannt. So will die zwölfjährige Katharina beruflich Ergotherapeutin werden, bei der Feuerwehr aber gerne Ersthelferin und Sanitäterin.

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