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Böhrigen und die verwaisten Sportstätten

Der Sportverein des Ortes hat sich vor zehn Jahren aufgelöst. Jetzt sucht der Ortschaftsrat neue Nutzer.

Böhrigens Ortsvorsteher Philipp Resch steht auf dem Sportplatz des Ortes. Der ist ebenso wie die Turnhalle ungenutzt.
Böhrigens Ortsvorsteher Philipp Resch steht auf dem Sportplatz des Ortes. Der ist ebenso wie die Turnhalle ungenutzt. © Frank Korn

Striegistal/Böhrigen. Einsam und verlassen liegt der Sportplatz in Böhrigen da. Nicht einmal ein paar Kinder, die Fußball spielen, sind an diesem Tag zu sehen.

„Leider findet hier kein Spielbetrieb mehr statt, da sich der ansässige Verein schon vor Jahren aufgelöst hat“, sagt Ortsvorsteher Philipp Resch. Die Turnhalle wird durch private Gruppen genutzt. Sie steht aber zu 80 Prozent leer. Eine Nutzung durch Vereine gibt es nicht, sagt Resch. 

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Der Fußballplatz sei noch geraume Zeit von der Altherrenmannschaft des FSV Helvetia Böhrigen genutzt worden. Doch die haben mittlerweile mit dem SV Marbach eine gemeinsame Mannschaft gebildet und trainieren und spielen auf dem Marbacher Sportplatz. Maximal die Jugendfeuerwehr nutze den Platz noch für ihre Übungen.

Gelände gut für Trainingslager geeignet

Damit sich an dieser Situation etwas ändert, hat sich der Ortsvorsteher an den Kreissportbund Mittelsachsen gewandt. In der Hoffnung, dass der Verband unter seinen Mitgliedern Vereine findet, welche dem Ort wieder sportliches Leben einhauchen könnten. „Da musste ich nach dem ersten Besuch nicht lange überlegen“, sagt KSB-Geschäftsführer Benjamin Kahlert. „Die Gegebenheiten vor Ort sind für die Durchführung von Trainingslagern und kleineren Wettkämpfen perfekt.“

Davon konnten sich die Vertreter vom Boxteam Döbeln/Roßwein ein Bild machen. „Die Gegebenheiten vor Ort sind gut geeignet, um Trainingslager und Wochenendlehrgänge durchzuführen. Sogar Küche und Speiseraum sind vorhanden“, sagt Steve Hengst. Allerdings wäre eine dauerhafte Nutzung durch die Boxer nicht möglich.

Sozialgebäude im vergangenen Jahr renoviert

Der Sportplatz ist mit Be- und Entwässerungsanlage ausgestattet. Er war nach dem Hochwasser 2002 saniert worden. „Die Substanz ist in Ordnung“, so Philipp Resch. Auch das Sozialgebäude am Sportplatz wurde renoviert, wie Anfang dieses Jahres im „Striegistalbote“ zu lesen war. Im Auftrag der Gemeinde wurde dieses Gebäude von Juni 2018 bis Dezember 2019 durch mehrere Gewerke für rund 122.000 Euro umfassend saniert. Die Gebäudehülle erhielt neue Bauteile sowie einen Farbanstrich, die kompletten Innenanlagen wurden erneuert und das Gebäude bekam erstmalig einen Erdgasanschluss.

Es wäre schön, wenn man einen Verein finden könnte, der den Sportplatz und die Halle nutzt. „Ein neuer Fußballverein wird sich sicher nicht gründen“, bleibt der Ortsvorsteher realistisch. Aber es gebe ja auch noch andere Sportarten. Das Vereinsleben in Böhrigen sei mit Feuerwehr- und Dorfverein sowie Jugendklub durchaus intakt. „Aber es wäre doch schön, wenn es wieder einen Sportverein geben würde“, so Resch.

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